Wenn man ein Videospiel testet, das bereits erschienen ist und jedes Achievement, das man holt, ein seltenes ist, ist das ein betrübliches Zeichen. Ganz besonders, wenn anfangs jedes Achievement entweder 0% oder 100% der Spieler haben – abhängig nur vom eigenen Spielfortschritt. So geschehen bei The Confinement, das zwar mittlerweile noch eine Hand voll weiterer Spieler gefunden hat, aber immer noch, jedenfalls auf Xbox, kaum Spieler für sich begeistern konnte. Dabei ist The Confinement ein druchaus gelunges 3D Jump & Run.
In The Confinement bekommt man die Aufgabe, in einem Computerprogramm für Ordnung zu sorgen. Die Geschichte wird über kurze Ansagen eines Ki-Agenten vorangetrieben, die vor einigen Missionen des Spiels erfolgen. Inhaltlich hat die Geschichte aber wenig zu bieten und insgesamt umfasst die Geschichte vielleicht drei bis vier Minuten Texteinblendungen – sie dient also allenfalls als grobe Motivation für den Spieler.

Das Spiel ist unterteilt in 40 Missionen, die in strikt linearer Abfolge zu absolvieren sind und mit Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen betitelt sind. In jeder Mission ist es das Ziel, ein grün leuchtendes Zieltor zu erreichen. Neben dem reinen Levelabschluss gibt es noch zwei Zusatzaufgaben je Level zu erledigen. So kann man versuchen, möglichst schnell das Ziel zu erreichen, um zwischen einem und drei Sternen zu erhalten. Zusätzlich gibt es nach den ersten einführenden Levels in jedem Level zwei, später drei Sammelobjekte zu sammeln. Die Sammelobjekte und Zielzeiten sind die Kriterien für die Achievements im Spiel, haben darüber hinaus aber keinen Einfluss auf den Verlauf des Spiels.
Das Leveldesign ist strikt linear und erinnert an einen Hindernislauf, das heißt, im Wesentlich dreht sich alles darum, den Hindernissen auf dem Weg zum Ziel auszuweichen. Die meisten Hindernisse sind zeitlich gesteuert und darauf optimiert, einen möglichst runden Durchlauf durch die Level zu ermöglichen. Ob rotierende Feuersäulen, fahrende Stäbe oder fallende Plattformen, alles im Spiel ist darauf ausgelegt, den Spieler auf Trab zu halten. Zwar kann man dennoch auch vorsichtig spielen, aber damit man mit The Confinement wirklich Spaß hat, sollte man versuchen, möglichst schnell die Level zu absolvieren – die drei-Sterne-Wertung ist hierzu ein guter Indikator. Tatsächlich sind die drei Sterne in den meisten Levels auch ziemlich kulant, erst in der zweiten Spielhälfte gibt es eine Hand voll Level, die in der Hinsicht die Schraube deutlich anziehen.

Die Spielmechanik in The Confinement ist recht simpel. Man kann laufen, springen, sich umschauen, sliden und dashen. Besonders der Dash spielt dabei eine zunehmend größere Rolle. Anfangs kann man nur einen einzelnen Dash durchführen, später wird eine zweite und schließlich eine dritte Dash-Stufe hinzugefügt, was dafür sorgt, dass man immer wieder mit sehr knappen Reaktionszeiten zu tun hat. Im Gegenzug für die hohe Intensität sind die Level in The Confinement recht kurz. Am Ende des Spiels gibt es eine Hand voll Level, die etwa eine halbe Minute dauern – wenn man denn drei Sterne holt – die meisten Level sind aber in unter 15 Sekunden zu beenden. Sehr löblich ist, dass man alle Aktionen auch auf andere Knöpfe legen kann. Dabei ist es auch erlaubt, analoge Trigger und digitale Knöpfe frei zu tauschen.
Das heißt allerdings nicht, dass The Confinement extrem kurz wäre. Bei 40 Levels und einem Preis von 10€ könnte man annehmen, dass hier weniger als eine Stunde Spielzeit geboten wird, aber besonders in der zweiten Spielhälfte wird man einige Versuche je Level benötigen. Die Qualität des Leveldesign ist im Regelfall hoch, etwas schade ist aber, dass einige Fallen etwas zu hochfrequent verwendet werden und sich nur sehr schwer timen lassen. Insbesondere die Zusammenstellung mehrerer rotierender Feuersäulen kann in längeren Levels ein echter Frustrationspunkt werden.

Technisch ist The Confinement größtenteils solide. Die Framerate ist stabil und die simple Grafik sieht in der Regel gut aus und ist gut lesbar. In dem letzten Level gibt es aber sehr heftiges Pop-In von dekorativen Elementen und die Ladezeiten, obwohl nur wenige Sekunden lang, sind in Anbetracht der Levellänge gefühlt gelegentlich noch etwas zu lang. Musikalisch wird nur sehr schlichte Kost geboten, die aber das Spiel gut unterstützt.
The Confinement ist ein sehr schnelles, angenehm zu spielendes First Person Jump & Run ohne Kämpfe, dafür aber einem intensiven Leveldesign voller dynamischer Gefahren. Wer First Person Jump & Runs etwas abgewinnen kann, dem sei The Confinement auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Vielen Dank an QUByte für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf Xbox Series X.