In grauer Urzeit habe ich einmal Die Sims 3 gespielt. Obwohl ich vorwiegend mit einzelnen Sims in den günstigsten vorgefertigten Häusern gespielt habe, hatte ich auch eine Phase, in der ich viel gebaut habe. Na gut, viel ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber drei Häuser waren es mindestens. Zwei davon sind mir besonders gut im Gedächtnis geblieben, was bemerkenswert ist, weil ich mich nie an etwas erinnere. Darunter ist auch Das Meditationshaus, bewohnt von einer Simdame namens Alexia Cornell, an die ich mich kein Stück erinnere.
Damals habe ich mich mit verschiedenen Baumöglichkeiten auseinandergesetzt. Und mir Tipps durchgelesen, wie ich besonders hübsch einrichten kann. Ich habe auch gelernt, dass die Grundform eines Hauses nicht rechteckig sein sollte. (Wer Regeln kennt, kann sie auch brechen. Oder so.) Die Nutzung von bewusst gewählten Farbkonzepten habe ich mir nach dieser Phase für lange Zeit nicht sonderlich zu Herzen genommen, aber ich habe einmal ein sehr schwarzweißes Haus gebaut.
Für das Meditationshaus habe ich mich von einer Fähigkeit inspirieren lassen. Das Erweiterungspack Reiseabenteuer brachte die Kampfkunst-Fähigkeit, mit der Sims lernen können, beim Meditieren zu teleportieren.
So weit kam Alexia allerdings nie.
Vielleicht war es mir schlicht zu viel Aufwand. Vielleicht habe ich nicht verstanden, wie Sims erfolgreich teleportieren können. Aber egal, warum ich nicht weitergespielt habe, zumindest habe ich den Speicherstand bis heute behalten.
Luftige Höhen
Die Besonderheit des Meditationshauses ist die Höhe, in der es sich befindet. Statt im Erdgeschoss, befindet sich das unterste Stockwerk eine Ebene darüber. Ohne Stützsäulen und ohne Treppe. Also schwebt es nicht nur selbst wie in einer erfolgreichen Sim-Meditation, es lässt sich auch nicht einfach durch eine Haustür betreten.
In das Meditationshaus gelangt nur, wer so meisterhaft meditiert, dass eine Teleportation möglich ist. Wozu Alexia bedauerlicherweise noch nicht in der Lage ist.
Damit bin ich aber auch fast schon am Ende meiner Erinnerung angelangt. Ich wusste nicht mehr, wie das Haus genau aussieht, wie ich mich auch nicht mehr an Alexia erinnerte. Aber an ein kleines Geheimnis auf dem Grundstück habe ich mich noch erinnert. Ein ähnliches hatte ich auch auf einem anderen Grundstück versteckt, also war meine Kreativität wohl bereits an ihre Grenzen angelangt.
Aber erst einmal möchte ich mir das Haus genauer ansehen. Frei schwebend, thront es über der Nachbarschaft Hidden Springs, die ich mir erst einmal erneut herunterladen musste, ehe ich den Speicherstand starten konnte. Breite Glasfronten aus mehreren Ebenen von Fenstern bilden einen verdächtig rechteckigen Grundriss.

Unten
Nun ja. Der kleine Balkon im unteren Stockwerk bricht die Grundform natürlich total auf. Außerdem sind die Zimmer keine bloße Kästcheneinteilung des Stockwerks. Stattdessen befinden sich die Räume im Inneren eingerahmt von einem Gang, der bis auf Esstisch, eine einsame Topfpflanze und die obligatorische Staffelei leer ist. Der Gang ist in weißen Holztönen gehalten, nur die inneren Wände, die Topfpflanze und ein paar Blümchen auf dem Tisch bringen etwas Farbe ins Spiel.
Badezimmer und Schlafzimmer sind geschlossen, während die Küche von Halbwänden mit Glas eingefasst wird. Der Weg zwischen Küche und Esstisch ist als Opfer für die mittige Raumpositionierung etwas lang geraten.
Teppich und Fliesen zeigen die zweite Hauptfarbe neben Weiß. Auch die Bettwäsche weist rote Streifen auf, der Grill ist ebenfalls in rot gehalten.

Grüne Accessoires und Lampenschirme zeigen die Akzentfarbe. Nachdem ich beim schwarzweißen Haus gelernt habe, dass ein zweifarbiges Schema doch sehr intensiv wirken kann, habe ich mich dazu entschieden, die visuelle Wirkung etwas aufzulockern. Vermute ich jedenfalls. Zufall war es zumindest nicht, dass ich kleine grüne Farbtupfer verteilt habe, sonst wären das viel mehr Farben.
Hier könnte Alexia alle ihre Grundbedürfnisse stillen. Wenn sie denn teleportieren könnte.
Sie könnte sogar Sims aus der Nachbarschaft einladen. Wenn sie denn teleportieren könnten.
Die Platzierung der Staffelei zeigt mir, wie ernst es mir damit war, das Haus für mich und meinen Sim nutzbar zu machen. (Auch wenn Grills bei mir sonst nur zur Verköstigung auf Gemeinschaftsgrundstücken beitragen.) Ich habe gern alle wichtigen Dinge auf einer Ebene und immer im Blick. Und alle meine Sims müssen malen. Immer.

Oben
Das obere Stockwerk im Meditationshaus ist für den Bonusspaß. Alles, was nicht ganz so dringlich notwendig ist wie eine Staffelei. Ein TV, der mehr rosa als rot ist. Eine futuristische Videospielkonsole, die irgendwie gar nicht so überdimensioniert aussieht. Ein PC an einem Schreibtisch mit Blick auf die Rückseite eines Bücherregals. Zuletzt auch ein Laufband, wenn die Kampfkunst nicht ausreicht, um fit zu bleiben.

An zwei Stellen ist die Wand ein Stück eingerückt, schließlich soll der Grundriss nicht rechteckig sein. Zudem ist das Stockwerk vorwiegend in weiß gehalten, der auffälligste Farbtupfer ist der rote Teppich, der auch hier Teile des Bodens einnimmt. Lampenschirm und Dekoration auf den gläsernen Beistelltischen greifen wieder das Grün von unten auf. Mit den ausgeschalteten Bildschirmen und der Rückseite des Regals finden sich hier aber auch ein paar auffällige schwarze Stellen.

Garten
Tja. Nun. Einerseits sieht der Garten gestaltet aus, andererseits … trotzdem ein wenig traurig. Vermutlich hätte ich mehr Tutorials zur gelungenen Gestaltung grandioser Gärten gucken sollen.
Hier wachsen ein paar Bäumchen, aber vorwiegend Nutzpflanzen, die Alexia ernten kann (die vertrockneten Tomatenpflanzen ausgenommen). Das Gemüsebeet ist niedrig eingerahmt. Es gibt auch einen runden Teich mit einer kleinen Insel, beides teilweise bewachsen.

Aber der größte Teil des Gartens ist einfach nur leer. Briefkasten und Mülltonne stehen einfach irgendwo. An Geld mangelte es nicht, also würde ich heute vermutlich ein paar mehr Pflanzen verteilen. Vielleicht würde ich auch am Terrain arbeiten oder das einheitliche Grasgrün aufbrechen. Aber erst einmal wollte ich einfach nur eine Bestandsaufnahme machen. Und abgesehen vom Garten bin ich doch ziemlich zufrieden mit meiner vergangenen Leistung.

Das Geheimnis
Aber was macht Alexia denn nun, wenn sie nicht in ihr Meditationshaus kommt? Schließlich soll sie trotz allem nicht verhungern. Das Essensbedürfnis wird sie schließlich auch durch stundenlange Meditation nicht los.
Die Antwort befindet sich unter dem Gemüsebeet. Genauer gesagt, versteckt sich der Eingang in den dichten Büschen neben den vertrockneten Tomaten. Denn dort steht die einzige Treppe des Grundstücks, vor neugierigen Blicken geschützt durch dichtes Blätterwerk.
Der geheime Kellerraum ist allerdings alles andere als luxuriös eingerichtet. Immerhin soll Alexia sich darauf konzentrieren, die Meditation auf eine neue Stufe zu bringen, um selbst neue Höhen zu erreichen. Die auf ihrem Grundstück.
Bedauerlicherweise begreift Alexia nicht, dass sie nichts kochen kann. Beim ersten Start des Spielstands begrüßte mich bereits eine Pfanne auf der Wiese. Später hat Alexia etwas in einer Schüssel zusammengerührt und sich über das Fehlen eines Herds beschwert. Also müssen wohl erst einmal Snacks herhalten, um das Magenknurren zu dämpfen.
Immerhin kann sie sich nicht beklagen, dass sie keinen Kühlschrank hätte! Der und eine simple Theke müssen allerdings als karge Küche herhalten.
Noch schlimmer ist allerdings der markante Mangel an Sitzmöbeln. Für Mahlzeiten muss also die Toilette als Stuhl herhalten.
Mit Matratze kann der Keller auch nicht dienen. Stattdessen liegt in einer Ecke eingerollt ein Schlafsack, der immerhin farblich zum Meditationshaus passt. Ähnlich wie die dunkelroten Wände und der Teppich auf dem Steinboden.

Das Zimmer ist sogar fast ein wenig zu luxuriös eingerichtet. Aber wenigstens gibt es weder Herd noch Mikrowelle. Schließlich soll möglichst wenig Alexia davon abhalten, in ihrer Meditation neue Fähigkeiten zu finden. Da sie selbst ungeduscht ist, lenkt sie die stinkende Wäsche auf dem Boden hoffentlich nicht allzu sehr ab.
Und wer weiß, vielleicht gelingt es Alexia irgendwann einmal tatsächlich, ihr Haus zu betreten und in ihrem Bett zu schlafen.