Zehn Jahre The Game Awards – Für Statistik-Fans

Blick auf die Kategorien und ihre Vertreter

Dreh- und Angelpunkt der bereits gezeigten, aber auch der folgenden Statistiken sind wochenlange, akribische Arbeit an den gesamten Nominierungslisten aller zehn Ausgaben von The Game Awards. Ich habe mir jede Kategorie genommen und deren nominierten Spiele oder Akteure in ihre Bestandteile zersetzt. Also nicht wortwörtlich, sonst wäre das wohl ein Fall für die Staatsanwaltschaft…

Und jeder Bestandteil hat für sich genommen jeweils einen Punkt bekommen: entweder bei “nominiert” oder bei “Sieg”. Und mit jedem Bestandteil, damit mein ich ganz schön viele teilweise. Ein Titel, nominiert für den besten Score, hatte sieben hervorgehobene Künstler:innen, welche für die Musik zuständig waren. Wieder andere wurden weltweit im Zeitraum für die jeweilige Show von vier oder sogar fünf Publishern herausgebracht. Und am liebsten waren mir ja all jene Spiele, deren Entwicklung in der Hand von…viel zu vielen Studios lag.

Dieser Trend ist vor allem in den vergangenen Jahren immer stärker geworden. Waren zu Beginn der Game Awards Spiele von bis zu vier Studios entwickelt – worunter sich oftmals dann der Port auf einer anderen Plattform befand – , explodierten später diese Zahlen. Den sprichwörtlichen Vogel schoss hier aber eindeutig im Jahr 2020 Assassin’s Creed: Valhalla ab. In der Summe arbeiten 16 verschiedene Studios weltweit am Action-Adventure. Ubisoft brachte über die zehn Jahre dieser Statistik insgesamt 30 verschiedene Studios ein – Studios ohne “Ubisoft” im Namen nicht mitgerechnet. Und am erfolgreichsten waren hier Ubisoft Montreál (17 Nominierungen gesamt) und Montpellier (3 Siege).

Artwork zu Assassin's Creed: Valhalla

Aber welche Kategorien befinden sich nun in dieser Statistik? Publisher ist selbstverständlich die offensichtlichste Sache. Hierbei wurden Namensänderungen (z.B. von Microsoft Studios zu Xbox Game Studios) zusammengezählt, aber Publishing-Label wie EA Sports zählten zu Electronic Arts dazu. Einzige Ausnahme hier waren Studios, die weiterhin selbständig veröffentlicht haben, obwohl sie aufgekauft worden sind…also vor allem alles, was Microsoft die letzten Jahre so ergattern konnte. 

Selbsterklärend sind natürlich auch die Entwicklerstudios, welche ich allesamt einzeln aufgelistet habe. Namensänderungen (z.B. Lightspeed Studios zu Lightspeed & Quantum) wurden dabei gemeinsam gezählt, Fusionen (wie bei Nintendo EAD und SPD zu Nintendo EPD) hingegen einzeln. Dies nur zum größeren Verständnis. Kategorien wie die beste Performance oder der beste Score erhielten zusätzlich zu ihren Künstler:innen auch noch einmal bei Publisher und Studio ihre Punkte. 

Komplett auseinandergenommen gab es am Ende neun verschiedene Kategorien in dieser Statistik:

  • Publisher
  • Verantwortliches Entwicklungsstudio
  • Künstler:in Musik
  • Künstler:in Performance
  • Content Creator
  • eSportler:in
  • eSport-Coach
  • eSport-Team
  • eSport-Host

Plattformen oder Genre-Bezeichnungen habe ich aufgrund der Einfachheit weggelassen. Ich bin verrückt, aber nicht SO verrückt. 

Die im Gaming-Village wahrscheinlich langweiligste Kategorie überhaupt

Ihr seht es bereits an der Liste oben, ein großer Teil der Kategorien besteht aus eSport-Themen. Ich bin selber kein großer Fan von eSport, abgesehen von Elden Ring-verwandten Sachen wie Bingo habe ich kaum etwas in der Richtung geschaut. Und ich weiß, sehr vielen Mitglieder:innen unserer Community geht es ähnlich. Verdammt, unser Discord-Tippspiel hat diese Kategorien nicht einmal drin! Ich möchte dennoch ein Licht auf diese Kategorien werfen, denn ein paar Dinge finde ich auf alle Fälle interessant. Für alle anderen der Hinweis: die nächste Überschrift, die ist für euch. 

Machen wir den schnellsten Haken unter die Kategorie der eSport-Hosts. Zweimal wurde diese Auszeichnung vergeben. Bei beiden Awards waren drei Hosts wiederholt nominiert und gewonnen hat beide Male die belgische Journalistin und Gamerin Eefje „Sjokz“ Depoortere. Ich gestehe, ich habe nie von ihr gehört, aber ich finde es jetzt einfach mal toll, dass sie in der Geschichte der Game Awards ungeschlagen bleibt. 

Ähnlich wie Publisher hat auch das eSports-Team den Vorteil, stets mehrere Athleten für The Game Awards ins Rennen zu schicken. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Nominierungen auch an ein Team gehen, während die anderen Akteure mit ein wenig Abstand dazu gelistet sind.

TeamnameNom.Siege
T 1 [ehemals SK Telecom T1]92
Natus Vincere72
Evil Geniuses71
Damwon Gaming / Damwon KIA62
Team Liquid
Team Vitality
60
Cloud954
G2 ESports52
FaZe ClanFnatic50

Die beste Quote hat demnach eindeutig das Team Cloud9, welches seit 2013 in gefühlt allen erdenklichen eSport-Spielen vertreten war. Doch den besten eSport-Athleten stellen sie nicht, denn hier hat Lee „Faker“ Sang-hyeok die Nase vorn. Dieser wurde insgesamt sechsmal nominiert, wovon er zwei Auszeichnungen verliehen bekam – beide Siege des Teams T1. Mehrfache Nominierungen sind wahrlich eine Seltenheit bei Athleten und ihren eSport-Coaches, wie die folgende Tabelle zeigt. Alle anderen 59 Personen wurden lediglich ein einziges Mal in zehn Jahren nominiert:

NameeSport-…Nom.Siege
Lee „Faker“ Sang-hyeokAthlet62
Oleksandr „s1mple“ KostylievAthlet41
Danny „zonic“ SorensenCoach32
Kim „Kkoma“ Jeong-gyunCoach21
Heo „Showmaker“ Su
Marcelo „coldzera“ David 
Athlet21
Fabian „GrabbZ“ LohmannCoach20
Matthieu „ZywOo“ HerbautAthlet20
Lee „Faker“ Sang-hyeok – Quelle: Wikimedia

Danny “zonic” Sorensen hat wahrscheinlich alles richtig gemacht. Nachdem er einmal als Spieler nominiert wurde, aber die Auszeichnung nicht ergattern konnte, wechselte er einfach das Feld. Zwei Siege in Folge sollten folgen. 

Was für eine Kunst

Ähnlich kleine Zahlen dürfen wir bei den Künstler:innen und den Content Creators erwarten.  125 Personen sind insgesamt in diesen drei Bereichen über die letzten zehn Jahre nominiert gewesen. Doch lediglich elf Personen dürfen sich über eine mehrfache Nominierung freuen:

NameKategorieNom.Siege
Ashly BurchPerformance40
Laura BaileyPerformance31
Bear McCrearyMusik21
Michael „Shroud“ Grzesiek
TotalBiscuit
Content21
Christopher JudgePerformance21
Darren KorbMusik20
David „Grefg“ Martínez / Cánovas
PewDiePie
Content20
Troy Baker
Yuri Lowenthal
Performance20

Bedenkt dabei allerdings, dass diese Daten sich lediglich auf die Jahre von 2014 bis 2023 beziehen. Dank Melina Jürgens’ Nominierung 2024 für ihre Rolle als Senua in Senua’s Saga: Hellblade II wird sie statistisch in diese elitäre Gruppe vorstoßen. Heute Abend erleben wir ja, ob sie dies mit einer Auszeichnung tun wird!


Kommen wir ab jetzt zum Eingemachten: den Publishern und Studios! Auf Seite 4 erfahrt ihr endlich, welcher Entwickler die meisten Siege davongetragen hat. Welcher Publisher bisher am meisten in die Röhre geschaut hat. Und wie abwechslungsreich die zehn Jahre insgesamt waren, wenn es um die Produzenten der Spiele geht.