Wildschweine haben einen guten Geruchssinn. Deshalb kann Boris auch seine Nase nutzen, um seine Familie nach einem Waldbrand wiederzufinden. Dabei begleite ich ihn in Adorable Adventures durch einen Nationalpark.
Ein feines Näschen
Mit seiner Nase erspürt Boris die unterschiedlichsten Gerüche. Wenn ich Boris per Knopfdruck schnuppern lasse, wird in der Luft eine Geruchsspur sichtbar, die ich anschließend verfolgen kann. Allerdings gibt es in so einem Naturpark eine ganze Menge unterschiedlicher Gerüche, und die können ziemlich ablenken. Anfangs kann Boris kaum ein paar Schritte gehen, schon taucht eine neue Geruchsspur auf und überdeckt die vorige. Das ist ein bisschen wie bei meinem ersten Mal Breath of the Wild, als ich immer wieder etwas Neues entdeckt und mein voriges Ziel für Stunden vergessen habe.
Sobald Boris einen Geruch besser kennt, kann er ihn ausblenden. Um seine Geschwister zu finden, verfolge ich also so viele Spuren wie möglich, um störende Gerüche ignorieren zu können. Wie viel ich dafür finden muss, hängt von dem ab, was den Geruch verursacht.
Aber, was noch viel wichtiger ist, ich kann noch mehr Exemplare derselben Geruchsquelle finden. Das heißt nicht nur, dass ich nicht zwingend alles finden muss. Als Belohnung für zusätzlich untersuchte Geruchsquellen gleicher Art erhalte ich Hüte und Outfits für Boris. Wenn ein Babywildschwein noch nicht niedlich genug ist, dann ein Babywildschwein mit Blümchen auf dem Kopf auf jeden Fall.
Begleitet wird Boris dabei vom Erzähler Max, der in verschiedenen Sprachen vertont ist, darunter auch deutsch.

Geschwistern helfen
In Adorable Adventures finde ich Boris’ sechs Geschwister. Doch es reicht zumeist nicht aus, sie einfach nur zu entdecken, und alle benötigen auf unterschiedliche Weise Hilfe. Einer braucht eine kräftigende Wurzel, eine andere traut sich nicht aus ihrem Versteck. Um ihnen zu bringen, was sie benötigen, kann Boris alles in seiner Schnauze tragen. Das ist vielleicht nicht ganz so putzig wie eine Kopfbedeckung, aber auch sehr niedlich.
Geschwister, denen Boris geholfen hat, begleiten ihn anschließend. Sie verleihen ihm die Kraft, verschiedene Tore zu rammen, um weitere Bereiche des Parks zu öffnen. Mir fiel die Orientierung im Park bisweilen schwer, aber das liegt vor allem daran, dass sich die Verbindungen zwischen den Gebieten teilweise abseits der Hauptwege befinden. Die Aufgaben, mit denen Boris seinen Geschwistern hilft, sind nie wirklich schwierig, nutzen Boris’ Geruchssinn aber auf unterschiedliche Weise.
Während Boris seinen Geschwistern hilft, lerne ich ein bisschen mehr über die Pflanzen, die er erschnuppert. Oder über Pilze, die besser nicht von Laien gesammelt werden.
Grundsätzlich steuert sich das Adventure simpel. Dass Boris beim Sprinten etwas störrisch ist, fällt kaum ins Gewicht. Allerdings gibt es eine Handvoll Stellen im Park, an denen Boris über eine kleine Lücke springen muss, um aus einer kleinen Versenkung zu entkommen oder Pflanzen zu untersuchen. Dabei ist es ein wenig knifflig, Sprünge so zu setzen, dass er auf der anderen Seite landet und nicht in der Lücke landet. Außerdem finden seine Hufe im gesamten Park kaum Halt auf Flächen, die nicht ganz gerade sind. Sobald die Felsen oder das Gras sanft ansteigen, rutscht Boris sehr schnell. Außerdem bleibt er manchmal an kleinen Kanten hängen.
Die Geschwister, die Boris begleiten, laufen manchmal in Wände oder springen wiederholt an derselben Stelle. Das stört ein wenig, hat aber keinen Einfluss auf Boris.

Nebenaufgaben
Neben der Suche nach Boris’ Geschwistern bietet Adorable Adventures auch eine ganze Menge Nebenaufgaben. Die richtige Platzierung von Wildkameras ist etwas aufwendiger. Außerdem sind ein paar Rätsel im Park verteilt und verschiedene Minispiele. Bei ein paar der Aufgaben läuft dabei ein Timer, die meisten lassen sich aber im eigenen Tempo erledigen. Dabei gibt es Aufgaben, für die Boris seinen Geruchssinn nutzt, aber auch einige, für die ich mich umschauen muss.
Ich habe sogar verschiedenen anderen Tieren im Park bei ihren Problemen geholfen. Neben der Hauptstory, die rund drei Stunden dauert, bietet der Park also noch mehr. Mir sind die Mülltonnen (haltet eure Umgebung sauber!) und die zerstörbaren Steinstapel überall im Park am liebsten.

Fazit
Adorable Adventures ist ein niedliches Abenteuer rund um ein Wildschwein in einem Nationalpark. Die Verfolgung von Geruchsspuren wird im Spielrahmen nicht überstrapaziert. Daneben bietet das Spiel auch einige Nebeninhalte. Einzig die rutschigen Hufe von Boris trüben den Spielspaß ein wenig.

Herzlichen Dank an PQube für die Bereitstellung des Testmusters. Park erkundet auf Xbox Series X.