In einem Land vor unserer Zeit: Die Rückkehr ins große Tal (Review)

Mit nunmehr 14 Filmen ist In einem Land vor unserer Zeit eine Filmserie von bemerkenswertem Umfang. In Anbetracht eines solch langanhaltenden Erfolgs ist es wenig erstaunlich, dass es auch eine Hand voll Videospieladaptionen von In einem Land vor unserer Zeit gibt. Auf der PlayStation haben die Dinosaurier sich auch an einem 3D Jump & Run versucht.

Littlefoot und seine Freunde spielen verstecken, als sie plötzlich ein Ei finden, das ein Oviraptor gestohlen zu haben scheint. Nach einiger Diskussion, wie sie das Ei retten könnten, kommt auf einmal ein großer T-Rex und die vier Freunde müssen schnell die Flucht ergreifen. Verstreut und jeder auf sich allein gestellt müssen die vier den Weg zurück ins große Tal finden. Was mit dem Ei geschehen ist, ist allerdings unklar. Der Spieler wählt nun aus Littlefoot, Cera, Ducky und Spike und versucht, dem Dino der Wahl mit der Unterstützung von Petrie auf dem Weg nach Hause beizustehen.

Die vier Charaktere unterscheiden sich spielerisch kaum voneinander, allerdings sollte man dennoch alle vier Charaktere nacheinander spielen, denn jeder Charakter kommt individuell mit fünf eigenen Levels daher, die in linearer Abfolge gespielt werden müssen. In Sachen Schwierigkeitsgrad nehmen sich die vier spielbaren Charaktere kaum etwas, einzig Littlefoot stich mit etwas simpleren Leveldesigns heraus.

Der erste Eindruck von In einem Land vor unserer Zeit: Die Rückkehr ins große Tal ist äußerst durchwachsen, denn die Steuerung ist komplett auf das Steuerkreuz der PlayStation angepasst und auch mit Dual Shock-Controller bewegen sich die vier Freunde sehr steif. Wenn man in eine Richtung drückt, laufen die Dinos ohne Beschleunigungsphase los und die Leveldesigns nehmen darauf leider keine Rücksicht. Wann immer man Sprungpassagen zu bewältigen hat, muss man mit der Steuerung kämpfen und sich sehr vorsichtig in Position bringen. Zwar sehen die meisten Sprünge im Spiel sehr harmlos aus, durch die Steuerungsprobleme sind die meisten allerdings erstaunlich knifflig. Dass manche Plattformen, insbesondere die in Form eines Blattes, eine sehr eigenwillige Kollisionsabfrage besitzen und man somit einige Male durch eine Plattform hindurch fallen wird, trägt dazu bei, dass die Hüpferei schnell frustrierend ist.

Ein weiteres Ärgernis ist das einzig andere Spielelement im Spiel, nämlich das Herumtragen von Objekten. Mit Quadrat kann man Objekte vom Boden aufheben und beispielsweise so einen Samen an seinen Bestimmungsort bringen oder einen Flugsaurier mit Futter versorgen. Leider hat das Spiel eine sehr enge Vorstellung davon, wie man sich relativ zum Objekt positionieren muss, um es aufzuheben, die alles andere intuitiv ist. Immer und immer wieder habe ich zahlreiche Versuche benötigt, um ein Objekt vom Boden aufzulesen, weil es mir partout nicht glücken wollte, mich korrekt zu positionieren.

Die Präsentation von In einem Land vor unserer Zeit: Die Rückkehr ins große Tal ist hingegen gut gelungen. Sowohl im Spiel selbst als auch in den Rendersequenzen sind die Charaktere sehr gut zu erkennen und sogar die Animationen erinnern an die Filmvorlagen. Auch die Umgebungsgrafiken sind ansehnlich – im Rahmen dessen, was die erste PlayStation zu leisten vermag. Die Sprachausgabe ist ebenfalls gelungen, auch wenn Petry ein wenig nervig sein kann.

In einem Land vor unserer Zeit: Die Rückkehr ins große Tal ist eine authentische Umsetzung der Filmvorlage, kann spielerisch aber leider nicht überzeugen, da es viel zu sperrig ist. Das Leveldesign ist zwar in Ordnung, bietet aber keine sonderlich interessanten Ideen, die die unangenehme Spielbarkeit ausgleichen könnten. Mit einem Umfang von knapp einer Stunde ist Die Rückkehr ins große Tal zudem auch knapp bemessen. Selbst Fans von In einem Land vor unserer Zeit werden hier kaum auf ihre Kosten kommen.

Getestet auf PlayStation.