Ich mag an japanische Feudalzeit angelehnte Settings und Actionspiele. Und mit weiblichen Hauptcharakteren habe ich auch keine Probleme. Somit kam auch Samurai Maiden von D3Publisher in meinen Blick. Allerdings sollte es noch eine Weile dauern, bis ich es endlich gespielt habe. Doch nun habe ich einen Ausflug in die Vergangenheit erlebt und bin unbeschadet zurück gekehrt.
Von der Highschool in die Hölle?
Die Protagonistin von Samurai Maiden ist kein Samurai. Samurai gibt es in der modernen Zeit schon lange nicht mehr, als Tsumugi an der High School die Schulbank drückt. Doch dann ertönt eine Stimme, die sie als Priestess of Harmony bezeichnet, die den Dämonenlord treffen solle. Ein helles Licht erscheint.

Dann findet sich Tsumugi in einem brennenden Tempel wieder. Ein imposanter Mann in Rüstung scheint unbeeindruckt zu sein. Feindliche Truppen sind hinter ihm her. Es handelt sich um Oda Nobunaga, und wir wissen ja, was Nobunaga in einem brennenden Tempel bedeuten kann. Na gut, vielleicht wisst ihr es nicht, Tsumugi ist die Situation auch nicht klar. Dann taucht eine Untergebene von Nobunaga auf, die Shinobi Iyo. Sie ist erstaunt, als sie Tsumugi sieht, und nennt sie ebenfalls Priestess of Harmony. Drei andere Shinobi erkennen sie ebenfalls. Doch lange Zeit für Erklärungen gibt es nicht, da Untote angreifen. Zum Glück hat Iyo ein Exorzismus-Schwert mitgebracht und Tsumugi den Schwertkampf erlernt.
Mit etwas Luft zum atmen erklären die Shinobi, dass sie ein Traum zur Priestess of Harmony gebracht habe. Sie solle den Dämonenlord davon abhalten, unter diesem Tempel Honno-Ji aufzutauchen. Ein Tor zur Unterwelt befinde sich nun dort. Oda Nobunaga vermutet seinen eigentlich untergebenen Akechi Mitsuhide hinter dem Vorfall und bricht auf. Tsumugi und die Shinobi stürzen dagegen beim Einsturz des Bodens in die Unterwelt.

Können die Shinobi und Tsumugi wirklich den Dämonenlord aufhalten, und schafft es Tsumugi einen Weg nach Hause zu finden?
Auch wenn es tief in die Hölle hinab geht, haben Geschichte und Charaktere wenig Tiefgang. Unterhaltsam fand ich das Miteinander aber durchaus. Für manche hätten es vielleicht auch kürzere Gespräche getan, bis die Action weitergeht.
Level um Level voran
Samurai Maiden hat eine Levelstruktur. Diese sind recht linear und ohne überflüssige Weite gestaltet, ein paar Abzweigungen können aber Truhen beinhalten. Die meisten davon beinhalten Artwork und ähnliches. Hauptsächlich kämpft man gegen Gegner, teils kommt man sonst auch nicht weiter. Neben Kanonenfutter im Dutzend oder zumindest kleinen Gruppen tauchen auch etwas stärkere Bosse auf.

Als Rücksetzpunkt fungieren kleine Schreine. Je nach Schwierigkeitsgrad kann man 3-mal oder nur einmal dort weiterspielen.
Neben Kämpfen gibt es vereinzelt auch etwas Plattforming, was zumindest einen Hauch Anspruch hat. Allerdings hilft der Doppelsprung dabei beim Nachjustieren. Vereinzelt gibt es auch leichten Zeitdruck und auch Schalter. Als Abwechslung reicht es mir zumindest.
Am Levelende erhält man noch ein Ranking unter anderem abhängig von der gebrauchten Zeit und besiegten Gegnern. Für letzteres muss man scheinbar manchmal auch warten, bis bei Bossen wieder normale Gegner aufgetaucht sind. Daneben kann man auch noch in der Levelübersicht sehen, ob man alle Truhen gefunden hat.

Wenig Gegenwehr
Normale Gegner in Samurai Maiden sind nicht sehr gefährlich. Gerade bei den einfachen Untoten ist wohl auch verständlich, wenn sie nicht sehr intelligent agieren. Die Angriffshäufigkeit ist gering und nicht speziell koordiniert. Komplexe Movesets haben sie nicht. Vereinzelte Fernkämpfer können auch mal treffen, weil man den Angriff nicht kommen sieht.
Bossgegner sind etwas komplexer und in seltenen Fällen auch spürbar schneller. Ich habe aber etwas das Gefühl, dass so mancher Treffer eher durch mangelnde Gewöhnung geschah, da die meisten Gegner sich einfach ohne groß nachzudenken wegschnetzeln lassen.
Shinobi als Unterstützung
Während so mancher Feudalherr Shinobi eher als Spione und Attentäter nutzen mag, lässt sich Tsumugi von ihnen unterstützen. Im Kampf füllt sich durch Angriffe eine Leiste, die man für elementare „Ninja Skill“-Angriffe der drei Shinobi nutzen kann. Mit genug Affinität lernen sie auch eine alternative, teurere Version.

Man kann die drei einfach durchwechseln, wenn man zum Beispiel spezielle Aktionen nutzen möchte. Iyo kann Ninja Tools nutzen, und so zum Beispiel eine Zeitbombe an einen gewünschten Ort stellen, oder eine Vase mit Heileffekt. Diese Tools hat man schon zu Beginn der Level, vereinzelt erhält man durch Truhen eine Erhöhung der Menge.
Komimi kann manche Objekte hochheben und werfen, in manchen Leveln liegen praktischerweise Bomben herum. Hagane schließlich hat eine Art Greifhaken, mit der sie manche Dinge heranziehen kann. So manche Truhe erreicht man sonst nicht, und auch manch Abgrund kann im Schwung überwunden werden.
Mit genug Fortschritt in der Geschichte kann man die Devoted Heart Technique bei gefüllter Leiste einsetzen, und somit starke Angriffe nutzen. Dabei gibt es auch kurze Animationen mit körperlicher Nähe. Je nach Affinität kann man die Techniken verstärken und schließlich auch Küsse sehen.
Vorbereitung im Camp
Zwischen den Levels findet man sich im Campmenü wieder. Dort kann man mit gesammeltem Inga Waffen für Tsumugi und die Shinobi verstärken. Allerdings erhält man nicht einfach so genug für alles.
Waffen für Tsumugi erhält man im Storyfortschritt und auf dem höheren Schwierigkeitsgrad, den man bei Spielabschluss freischaltet. Es handelt sich aber spielerisch im Grunde immer um ähnliche Schwerter. Manche Waffen für Tsumugi sind eher auf leichte Angriffe, manche auf schwere fokussiert. Manche ermöglichen es, die Leiste für Ninja Skills schneller zu füllen. Die Waffe und die Upgradestufe bestimmen auch, wieviel Lebenspunkte Tsumugi hat. Manche sind somit ein zweischneidiges Schwert.
Waffen für die Shinobi erhält man durch optionale Level, die man mit genug Affinität freischaltet. Die Affinität erhält man durch gemeinsames Kämpfen, ein Storydurchgang hat bei mir nur bis etwa 70-80% gerreicht. Mit genug Affinität lassen sich dann neben diesen Levels auch neue Skills für Tsumugi freischalten, kurze und durchaus unterhaltsame Szenen gibt es dabei auch.

Fazit
Samurai Maiden ist ein eher simples Actionspiel mit einer gewissen Menge an eher seichten Gesprächen zwischen den Charakteren. Wer Tiefgang in Kampfsystem und Geschichte sucht, wird hier nicht glücklich. Für die anspruchslosere Unterhaltung ist es durchaus geeignet und bietet mit etwas Plattforming auch Abwechslung von den simplen Kämpfen. Ich mag den Stil und auch die Musik. Nach etwa 18 Stunden ohne Hast, aber mit Wiederholungen für S-Ränge und verpasste Truhen hatte ich die Geschichte abgeschlossen. Im Anschluss habe ich noch den nächsten Schwierigkeitsgrad gespielt und einige neue Truhen gesammelt. Den nächsten Schwierigkeitsgrad habe ich dann gelassen, dafür hat es nicht genug motiviert.
Wenn man sich durch Samurai Maiden angesprochen fühlt, kann man ruhig mal zugreifen, solange man eben nicht zu viel erwartet.

Getestet auf PC (Steam Deck).

