Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden (Review)

Artwork Tomodachi Life

Kürzlich habe ich meine digitale Schublade ganz weit aufgezogen, die Sims-3-Speicherstände auf die Seite geschoben und eine kleinere Schublade in der Rückwand geöffnet. Ein Schatz an Welten, Ideen und Charakteren wartete darauf, endlich wieder Sonnenlicht zu sehen. Und ein paar von ihnen hatten tatsächlich Glück, denn ich pustete ihnen vorsichtig den Staub vom Kopf und beförderte sie auf eine stetig größere Insel. Dort tummeln sie sich nun in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden.

In meinem Kurzeindruck zur Willkommensdemo habe ich es schon durchblicken lassen, aber mir liegt nichts daran, echte Menschen, Tiere oder Videospielcharaktere nachzubauen. Also habe ich meine eigenen fiktiven Charaktere aus Geschichten und Schnipseln genommen. Das sind mehr als genug für das Limit von 70 Mii-Charakteren.

Die Insel bevölkern

Manche meiner Mii-Charaktere sind ziemlich authentisch geworden. Zugegeben, die meisten der Beschreibungen, die ich in meiner digitalen Schublade herumliegen hatte, beschränken sich auf Augen- und Haarfarben, was das Ganze etwas einfacher macht. Da ich selten eine genaue Vorstellung meiner Charaktere habe, erstelle ich sie gern, um ein Bild davon zu haben, wie sie aussehen könnten.

Je später ich ein Mii erstellt habe, desto experimentierfreudiger wurde ich aber auch. Der Mii-Editor bietet sich sehr dazu an, auch mal Karikaturen zu gestalten, Gesichtszüge und Körperformen zu übertreiben. Jedenfalls, solange das Gewicht eher niedrig ist und nicht besonders hoch.

Mithilfe der Linien ober- und unterhalb der Augen und den unterschiedlichen Lichtreflexen habe ich sogar Anime-Style-Augen erschaffen, ganz ohne zusätzliche Gesichtsbemalung. Selbst wenn ich meine Vorlieben bei Augen- und Brauenformen habe, konnte ich so jedem Mii ein auf den ersten Blick erkennbares Gesicht verleihen. Zwar habe ich keinen Teddybären gestaltet, aber dank der Option für spitze Ohren durften schon drei meiner Elfen auf die Insel ziehen.

Was die Charaktererstellung angeht, sind die Grenzen in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden weit gesteckt. Kleinigkeiten fehlen mir zwar, wenn es etwa um unterschiedlich eingefärbte Augen geht, aber in vielen Fällen kann ich Limitierungen durch ein wenig Kreativität umgehen.

Beispielsweise auch durch die Gesichtsbemalung. Damit lassen sich komplett neue Gesichter gestalten. Ich allerdings bevorzuge eine dezentere Nutzung. Denn der eine große Nachteil der Gesichtsbemalung ist es, dass Merkmale dadurch lediglich aufgemalt sind. Sie ändern ihre Position nicht und verschwinden auch nicht, wenn es angebracht wäre. Über Miimik verfügt ein aufgemaltes Gesicht also nicht. Zwar zeigt auch die ausschweifende Gestik der Mii-Charaktere viele Emotionen, aber ich möchte ungern auf die Gesichtsausdrücke verzichten.

Mii-Charaktere in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden in einer Gruppe auf dem Rasen. Für vier von ihnen werden die gegenseitigen Beziehungen angezeigt.
Charakterstärken ausbauen

Die charakterliche Einteilung ist ein wenig kniffliger. Sims beispielsweise erhalten ein paar Merkmale aus unterschiedlichen Kategorien. Mii-Charaktere haben ein paar Skalen mit gegensätzlichen Eigenschaften wie eine sanfte/direkte Sprechweise oder eine ernste/sorglose Einstellung. Daraus entstehen insgesamt sechzehn Charaktertypen, denen ein Mii angehören kann. Für mehr Finetuning kann ich meine Mii-Charaktere aufleveln und als Aufstiegsbelohnungen beispielsweise besondere Geh- oder Sprechweisen verteilen.

Dabei nur Extremwerte zu nutzen, würde die charakterliche Bandbreite allerdings ein wenig einschränken, weshalb ich hierbei nicht ganz so übertrieben habe. Zumal ich möglichst alle Charaktertypen auf meiner Insel vertreten haben wollte. Eine Übersicht im Menü hilft dabei, über- und unterrepräsentierte Typen zu identifizieren.

Zusammen mit passenden Outfits, deren Auswahl sich täglich erweitert, bringe ich die Mii-Charaktere so zunehmend ihren Vorlagen näher. Was der Laden bietet und ich ihnen schenke, mögen sie dabei bisweilen nicht, aber tragen tun sie trotzdem alles. 

Ähnliches gilt für Schätze in Form fotorealistischer Gegenstände und Tiere. Oft mögen sie nicht, was ich ihnen gebe, aber anschließend packen sie ihren Horrorfilm trotzdem aus und sitzen gebannt vor dem Bildschirm. Das finde ich ein wenig schade, weil das (Nicht-)Gefallen nur für den Moment des Schenkens wichtig ist. Denn dabei erhalte ich Zufriedenheit, mit der ich am Wunschbrunnen im Level aufsteige.

Der Wunschbrunnen lenkt neben der Mii-Anzahl Spielfortschritte in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden. Sammle ich ausreichend Zufriedenheit, indem ich mich um die Mii-Charaktere kümmere und ihnen helfe, steige ich im Level auf und erhalte einen Wunsch. Damit schalte ich zusätzliche Charaktereigenheiten, Inseldesignfeatures und verschiedene Eigengestaltungsmöglichkeiten frei.

Mii und Flamingo. "Evelyn geht mit ihrem Haustier Gassi ..."
Eigenkreationen

Zwar gibt es eine große Auswahl an Kleidung, Essen und Schätzen, doch all das und Dialogoptionen erweitere ich selbst. 

Üblicherweise fragt ein Mii, worüber es mit einem anderen sprechen könnte. Meine Eingaben gehören dabei zu unterschiedlichen Kategorien wie Personen, Gegenständen oder Tätigkeiten. Verfüge ich erst einmal über einen Katalog an Eingaben, kann ich auch vorher überlegte Themen auswählen.

Leider sind dabei die Dialoge sehr vage gehalten, da sie auf möglichst viele Begriffe passen sollen. Dadurch sind einige der Dialoge sehr austauschbar und repetitiv. Zudem sind die Dialogvariationen sehr gering, weshalb Mii-Charaktere ständig danach fragen, ob ihr gegenüber lieber einen kleinen oder einen großen [Gegenstand] haben möchte. Der Ausgang der Gespräche kann zwar abweichen, aber viel größer werden die Alternativen dadurch auch nicht. Zudem hat ein Mii auf dieselbe Frage einmal mit einer großen Schaufel und einmal mit einer kleinen Schaufel geantwortet, Meinungen sind also nicht einmal konsistent.

Viele spezifische Dialoge leiden ganz besonders darunter, dass die Varianz oft nur in den Begrifflichkeiten steckt. Manche Szenen sind dadurch in der Wiederholung sehr langweilig. Aber besonders stört mich, dass ich jedes Mal, wenn ein Mii mit einem anderen zusammenziehen wollte, einen fast identischen Dialog gehört habe, bei dem sich nur der Ausgang sehr leicht unterscheiden kann.

Allerdings gibt es auch immer wieder Momente, in denen mich die Mii-Charaktere dann doch überraschen. Wenn etwa der Zufall mehrere Begriffe zusammenmischt, die zusammenpassen (auch wenn die Verknüpfung nur für mich einen Sinn ergibt). Auf Dauer hält sich der Unterhaltungswert allerdings in Grenzen.

Farbmiischung

Daneben male und benenne ich aber auch Objekte, die ich meinen Mii-Charakteren anschließend schenke. Mit einer Mischung aus Touch- und Controller-Steuerung gelingt das Zeichnen ziemlich gut. Der Zeichenmodus bietet dabei nicht nur eine flache Leinwand, ein paar Pinsel mit unterschiedlicher Größe oder eine große Farbauswahl. Sogar fortgeschrittene Features wie Überlagerung von Farben oder das Malen nur auf bereits eingefärbten Pixeln sind dabei. Aber da ich gern digital zeichne, habe ich doch ein wenig die Möglichkeit vermisst, wenigstens auf einer zweiten Ebene zeichnen zu können, um den Untergrund nicht zu verändern.

Besonders toll ist hier aber auch die große Auswahl an Stempeln und Vorlagen, die das Zeichnen von Kleidung oder Essen sehr vereinfachen. Egal, ob Herzchen, Geschirr, Zuckerstreusel oder Mii-Gesichter, Massen an Stempeln kann ich auf der Leinwand anbringen. Die Schleife allein hat mich zu einem Kleid inspiriert, an dem ich einen ganzen Nachmittag lang gezeichnet habe.

Aber es geht auch anders. Zwar sind die vorhandenen Objekte, die ich verschenken kann, fotorealistisch gehalten, aber es sind trotzdem flache Bilder und Haustiere hüpfen ohne Animation herum. Entsprechend muss es nicht immer stundenlanger Aufwand sein. Mein erstes Haustier ist eine Katze, für die ich keine fünf Miinuten gebraucht habe, und sie ist wundervoll. Kaum ein Mii freut sich, wenn ich sie verschenke, aber wenigstens amüsiere ich mich immer, wenn ich sehe, wie ein Mii mit ihr spielt. Ungewöhnliche Formen helfen darüber hinaus beim Silhouetten-Quiz (auch wenn es ein wenig schade ist, dass Eigenkreationen in den Miinispielen bevorzugt auftauchen).

Meine Kreationen benenne ich anschließend und wähle zusätzliche Eigenschaften aus. Beispielsweise die Geräusche, die ein Tier macht, wobei ich ein Wort eingebe und eine Geräuschmodulation vergebe. Oder Geschmacksrichtung und Temperatur bei einem Gericht. Zudem kann alles auf unterschiedliche Arten (auch nur nachts) leuchten.

Kuchenstück mit Blaubeeren und einem Kringel Schokosahne.
Der Sahnekringel sorgt für eine einzigartige Silhouette, als hätte ich die Wichtigkeit des Details geahnt.
Inselgestaltung

Auch die Insel kann ich gestalten. Das muss in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden allerdings nicht besonders aufwändig werden. Meine Insel ist eher dezent gestaltet und an vielen Stellen stehen Dinge einfach herum, weil ein Mii sie sich gewünscht hat.

Doch viele der Gestaltungswünsche von Mii-Charakteren sehen nicht ganz so zufällig aus. Sie wünschen sich oftmals auch Verbindungswege zu anderen Wohnhäusern oder zu Geschäften, die dann automatisch vorgezeichnet werden und die ich nur noch bezahlen muss. Zwar könnte ich mich auch weigern, aber ich mag es, dass ich die Möglichkeit habe, mich bei der Gestaltung unterstützen zu lassen.

Mit allem, was ich hinstelle, können die Mii-Charaktere interagieren. Und wenn sie nur an einem Baum riechen. Zwar bereitet es mir schon Freude, einfach nur zu schauen, mit wem die Mii-Charaktere gerade worüber sprechen, oder was für einen geschenkten Gegenstand sie nutzen. Aber ich amüsiere mich auch immer sehr darüber, wenn ein Mii wiederholt eine Straßenlampe ein- und ausschaltet oder die Grashalme untersucht.

Ein paar Kreationen kann ich auch auf der Insel platzieren. Dabei wähle ich eine Grundform aus und bemale die Seiten, was mehr nach abstrakter Kunst als organisch aussieht. Leider sind selbstbemalte Häuser die einzige Möglichkeit, um Wohnhäuser unterschiedlich zu gestalten.

Miiteinander

Wenn ich nicht gerade Mii-Charaktere füttere, tätschle oder neu ausstatte, lasse ich sie interagieren oder schaue, wie sie von selbst interagieren. Mii-Charaktere lernen dabei nicht von selbst andere Mii-Charaktere kennen, können aber manchmal mit einem unbekannten Mii in der Nähe sprechen wollen.

Verschiedene Icons teilen mir die Bedürfnisse mit, zu denen auch Wünsche gehören, mit einem anderen Mii zu sprechen. Dabei wähle ich das Gesprächsthema aus, das zum repetitiven Dialog führt. Viele Dialoge kann ich allerdings auch überspringen.

Hebe ich ein Mii hoch und ziehe es zu einem anderen, kommen die beiden ins Gespräch. Stellen sie sich gegenseitig vor, ähnelt sich der Dialog meist sehr, auch wenn Charakterausprägungen und beigebrachte Begrüßungen für etwas Abwechslung sorgen. Aber es kam mit mehr Mii-Charakteren auch vor, dass sich die beiden nicht mehr ausschließlich äußerst interessant fanden und glücklich und zufrieden waren.

Manche Mii-Charaktere tratschen sogar oder diskutieren, ob nicht ein Mii sehr offensichtlich in ein anderes Mii verliebt ist. Zwischen den sich wiederholenden Dialogen wiederholt sich zwar auch so manche Szene, aber viele von ihnen sind auch immer wieder neu oder unterscheiden sich in ihrem Ausgang. Besonders skurril sind die Träume, auch wenn die meisten nicht so interaktiv sind wie der, den ich aus der Demo kenne. Und jedes Mal, wenn ich denke, dass sich zu viele Dialoge und Szenen wiederholen, sehe ich doch wieder etwas komplett Neues.

Abhängig von voreingestellten Partnerschaftspräferenzen und etwaigen Einschränkungen durch Verwandtschaften in der “echten Welt” können sich Mii-Charaktere auch ineinander verlieben. Liebe auf den ersten Blick bekommt eine eigene Szene, bei der ich selbst entscheiden muss, ob ich das Liebe nenne oder dem Mii sage, dass es sich irrt. Möchte ein Mii mit miir darüber sprechen, dass es den ganzen Tag an ein anderes Mii denkt, kann ich ihm sagen, dass das Liebe ist oder nur Zufall. Somit habe ich sehr viel Entscheidungsgewalt.

Mii wird über ein ihm fremdes Mii gehalten, um sich kennenzulernen.
Romantik

Will ein Mii seine Gefühle gestehen, kann ich es dabei unterstützen, es daran hindern oder ihm die Wahl lassen. Ersteres führt aber nicht immer zu einem romantischen Geständnis, da so manches Mii merkt, dass die beiden noch nicht einmal befreundet sind. Durch verschiedene Orte und Arten, auf die ein Mii gestehen kann, gibt es hier ein wenig mehr Abwechslung.

Manchmal läuft das Event glatt und die beiden sind anschließend ein Paar. Manchmal mischt sich ein Mii ein und gesteht ebenfalls seine Gefühle (die es beim Geständnis des anderen Mii-Charakters erkannt hat). Oder noch ein weiteres. Entscheidet sich das Mii, dem die Gefühle gestanden wurden, für ein konkurrierendes Mii, kann ich der Beziehung zustimmen oder verwirrt sein und den Status Quo aufrechterhalten. Abgelehnte Mii-Charaktere werden sehr traurig und behalten den Zustand auch eine Weile bei, wenn ich sie nicht wieder glücklich mache.

Sind zwei Mii-Charaktere ein Paar, sind die Dates allerdings nicht unbedingt sehr romantisch. Lasse ich sie entscheiden, wo ihr Date stattfinden soll, gehen sie nur spazieren und plaudern miteinander, wobei ich die Unterhaltung nicht hören kann. Aber es gibt auch verschiedene Szenen zwischen romantisch involvierten Mii-Charakteren, die das ein wenig ausgleichen.

Bei zweien meiner Mii-Charaktere habe ich angegeben, sie seien im echten Leben ein Paar. Die beiden haben sich auch nacheinander ineinander verliebt, allerdings bin ich eher dazu geneigt, zuzustimmen, wenn sie irgendetwas fragen, weshalb sie sich auch beide in komplett andere Mii-Charaktere verguckt haben. Als dann ein Mii sich wieder richtig verliebt hat, hat das andere leider eine Beziehung mit einem anderen Mii begonnen. Inzwischen lebt das “Real Life”-Pärchen in einem gemeinsamen Haus, wodurch die beiden von ihrer Beziehung “in meiner Welt” gelernt haben. Aber sie wollen schauen, ob sie sich auch als Mii-Charaktere ineinander verlieben.

Wütendes Mii.
Meine Mii-Charaktere sind meistens sehr harmonisch, aber es gab auch etwas Zoff.
Antrag und mehr

Läuft die Beziehung gut, will ein Mii irgendwann einen Antrag machen. In Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden ist das mit einem simplen Minispiel mit drei Versuchen verbunden. Außerdem sitzen beide Mii-Charaktere im Haus auf dem Boden, was jetzt nicht unbedingt besonders romantisch ist.

Geht alles gut, findet sofort die Hochzeit statt, die sich leider auch immer sehr ähnelt. Wenigstens führen die Flitterwochen an verschiedene Orte.

Nach ein paar Tagen hat mich einer der verheirateten Mii-Charaktere gefragt, ob ich mir das Paar als Eltern vorstellen könnte. Konnte ich nicht, aber ich konnte sie mir schon nicht verheiratet vorstellen, also habe ich zugestimmt. Immerhin besteht eine Menge Spaß im Spiel daraus, über die Mii-Wünsche geschockt zu sein und zuzustimmen.

Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, dass das Mii sich noch an die Frage erinnert, als das Baby plötzlich da war. Ich wollte nicht raten, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, oder einen Namen überlegen, also habe ich das Spiel entscheiden lassen. Bei den Namen konnte ich sogar weitere vorschlagen lassen. Ich wollte auch nicht sagen, ob das Kind mehr dem einen oder dem anderen Elternteil ähnelt, und am Ende wurde eine gute Mischung daraus. Sowohl optisch als auch charakterlich, gerade auch in Bezug auf erlernte Eigenschaften wie die Begrüßungsart, die es von seinem Vater geerbt hat.

Das Aufwachsen ist eine kurze Montage mit ein paar Szenen und Fotos, was ein wenig schade ist, allerdings stört mich das auch nicht besonders. Hat das Kind Nutzmiigröße erreicht, entlasse ich es in die weite Welt oder behalte es auf der Insel. Sofern ich es nicht altern lasse, ist es dann ein Kind, wodurch Beziehungen nur mit anderen Kindern möglich sind. Bin ich mit Optik, Stimme, Name, Beziehungspräferenzen oder Charakter nicht zufrieden, habe ich die Möglichkeit, daran noch etwas zu ändern.

Zoomquiz.
Die ersten beiden Runden sind immer sehr simpel.
Multiplayer

Lokal ist das Teilen von Mii-Charakteren und eigenen Kreationen in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden möglich. Ich hatte die Möglichkeit, das auszuprobieren, und abseits eines kurzen Verbindungsabbruchs hat das gut und schnell funktioniert. Sogar geteilte Kreationen vor dem Abbruch blieben geteilt.

Einen meiner Mii-Charaktere habe ich dabei geteilt und zwei angenommen (schließlich sind das keine Pokémon, die getauscht werden müssen). Eigens dafür habe ich ein Internet-Miim gestaltet, was als Ausnahme tatsächlich irgendwie lustig war, auch wenn das Mii ein Fremdkörper auf der Insel war. Kleidung und erlernte Sprechweisen und Eigenheiten nehmen geteilte Mii-Charaktere mit. 

Die mit mir geteilten Lebensmittel und Gegenstände haben ein wenig unter einem Sprachwechsel gelitten. Da sie aus einem auf Englisch eingestellten Spiel kamen, waren für sie keine Artikel ausgewählt worden, und zufällig passt “die” bei Sans Undertale nicht so ganz.

Bei mir neu eingezogen ist unter anderem Hugh Morris, für den es auch ein Tutorial gibt. Daneben aber auch Steve Minecraft, der sich sofort in Hugh Morris verknallt hat, was mich sehr amüsiert hat. Inzwischen lieben sie sich beide, allerdings hat noch keiner die Gefühle gestanden. Steve Minecraft hat sich mehrfach vorgestellt, wie er das tun möchte, aber immer mit schlechtem Ausgang, armer Kerl. Hoffentlich gibt das noch ein Happy End!

Hugh Morris: "Schön, dich kennenzulernen, Red! Ich bin Hugh Morris!"
Fazit

Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden ist eine sehr amüsante Lebenssimulation, die leider zwischen den absurden Momenten auch viel Wiederholung bietet. Die Charaktererstellung hat viele Möglichkeiten und fehlen nur ein paar Kleinigkeiten. Eigene Kreationen können das Spiel erweitern und sind durch Stempel und Vorlagen einfach zu gestalten. Bisweilen beruft sich das Spiel aber doch ein wenig zu sehr auf selbsterstellte Inhalte, die in Minispielen überproportional oft auftauchen. Dialoge unterscheiden sich dadurch teilweise nur in einzelnen Wörtern, was den Unterhaltungswert ein wenig mindert. Aber auch Stunden, nachdem ich den Abspann gesehen habe, überraschen mich immer noch neue Szenen, Dialoge und Interaktionen, und ich bin immer noch dabei, meine Insel mit weiteren Charakteren auszustatten. Damit ist das skurrile Simulationsspiel durchaus einen Blick wert.

Herzlichen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf Nintendo Switch.