Die Zelda-Serie hat auf dem NES einen besonderen Stellenwert erlangt und durfte natürlich auch auf dem Super Nintendo nicht fehlen. Der Titel A Link to the Past hat in der Reihe eine herausragende Stellung eingenommen, stellt er doch die erste vollständige Realisierung des Zelda-Konzepts dar, das bis zum Launch von Breath of the Wild das Grundgerüst der Reihe werden sollte. Der Einfluss des Spiels war sogar so groß, dass er bis zum Launch von Tears of the Kingdom das einzige direkte Sequel der Reihe erhalten hat, das in derselben Welt spielt.
Mit dem Umstieg vom NES auf das Super Nintendo hat Nintendo sich wieder auf den Stil des ersten Zeldas zurückbesonnen, diesen aber von Grunde auf überarbeitet und erweitert. Die Spielstruktur ist im Wesentlichen gleich: Der Spieler bewegt sich durch eine umfangreiche Oberwelt, sucht nach den Eingängen zu den zahlreichen Dungeons und rätselt und kämpft sich durch selbige. Die Geschichte ist zwar einerseits neu, aber andererseits wohlvertraut: Die Prinzessin Zelda wurde vom fiesen Ganon entführt und es ist an Link, sie zu retten. In den Nuancen ist die Geschichte aber dann doch etwas selbstständiger, so wird Link eher unfreiwillig zum Helden, als sein Onkel im Schloss Hyrule nach dem Rechten sieht, dabei aber scheitert und sein Schwert an seinen jungen Neffen weiterreicht.

In der Grundstruktur klingt das Spiel für Kenner des Erstlings bekannt. Die Oberwelt wurde allerdings wesentlich interessanter gestaltet. Andere Charaktere, sogar Städte, finden sich auf der Weltkarte – hier spürt man den Einfluss des zweiten Zelda-Spiels. Unterschiedliches Terrain, das sich auch spielerisch niederschlägt, sorgt für Abwechslung und zahlreiche versteckte Geheimnisse und rätselhafte Höhlen säumen den Weg des Spielers. Besonders beeindruckend ist, wie subtil der Charakter einer jeden Umgebung in der Oberwelt sich im Spieldesign niederschlägt. Der Todesberg fühlt sich tatsächlich wie ein beschwerlich zu besteigender Berg an und im Wald verirrt man sich im Handumdrehen.
Dabei ist auffällig, dass die Entwickler beim Weltendesign wirklich nichts dem Zufall überlassen haben, jede Ecke im Spiel ist perfekt durchdesignt und lädt zur Erkundung ein. An vielen Stellen, an denen man Items, die wahlweise in späteren Dungeons gefunden werden, oder aber gänzlich optional sind, benötigt werden, wird der Spieler neugierig gemacht, gleichzeitig finden sich immer wieder kleine Belohnungen wie Herzteile, die Erkundungen auch abseits des Hauptpfades der Story einträglich machen. Was den Erkundungsdrang in A Link to the Past besonders füttert, ist der Umstand, dass es Items in der Oberwelt zu finden gibt, die zwar nicht zwingend erforderlich sind, um das Spiel erfolgreich abzuschließen, aber dem Spieler dennoch das Spiel dennoch erleichtern und neue Interaktionsformen mit sich bringen. Zusammen mit der sehr eng gestalteten Oberwelt umgeht A Link to the Past elegant sowohl die Schwierigkeit der Beliebigkeit und Strukturlosigkeit der neuesten Zelda-Spiele, wie auch den Eindruck, dass die Erkundung nur in einem sehr geführten Rahmen möglich ist, den einige der späteren klassischen Zeldas vermittelt haben.

Das Zwei-Welten-Konzept, das Zelda bis heute immer wieder mal aufgreift, wird in A Link to the Past erstmals eingeführt und ist in diesem Spiel so flexibel wie sonst wohl in keinem weiteren Zelda-Spiel. Die Schattenwelt, die man nach drei Dungeons betritt, ähnelt der eigentlichen Welt Hyrule sehr stark, hat aber einige entscheidende Unterschiede, so dass sich einige Umgebungsrätsel nur durch einen geschickten Wechsel zwischen den Welten lösen lassen. Dank eines magischen Spiegels kann Link nahezu jederzeit frei zwischen den Welten wechseln, was eine ganz besondere Dynamik schafft, die in dieser Form nur in diesem Spiel zu finden ist.
Das Highlight in A Link to the Past ist heute, sicher aber noch mehr damals, das Dungeondesign. Hier haben die Entwickler sich nämlich nicht auf die meist doch eher simplen Rätsel des Erstlings verlassen, sondern den Grundstein für alle weiteren Zelda-Spiele (vor Breath of the Wild) gelegt. Die Items, die man in den Dungeons findet, ergeben jeweils eine neue Klasse von Rätseln, die die Dungeons bisweilen zu echten Kopfnüssen werden lassen. Sehr gelungen ist hierbei auch die Schwierigkeitsprogression: Während das Spiel zu Beginn behutsam in die spannende Mischung aus Rätseln und Kampf einführt, steigt der Schwierigkeitsgrad im Mittelteil ordentlich an, so dass am Ende des Spiels auch Spieler, die schon etwas erfahrener in Sachen Zelda sind, die eine oder andere Nuss zu knacken haben.

Durch die klare Teilung in zwei Phasen – vor und nach Betreten der Schattenwelt – kann A Link to the Past einen guten Kompromiss aus Freiheit und Progression finden. Die ersten drei Dungeons führen den Spieler in alle wesentlichen Mechaniken ein, erweitern Links Move-Arsenal um grundlegende Fähigkeiten und sorgen dafür, dass man sich erstmals mit der Spielwelt vertraut macht, bevor die rauere Alternativwelt betreten werden kann und der zweite Satz Dungeons prinzipiell in variabler – wenn auch nicht komplett freier – Reihenfolge erkundet werden kann. Die komplexe Interaktion zischen den beiden Oberwelt-Variationen sorgt dafür, dass man auch außerhalb der Dungeons aufmerksam und planvoll vorgehen muss.
Optisch ist A Link to the Past ein großer Schritt nach vorn im Vergleich zu den NES-Titeln und kann trotz gelegentlich eigenwilliger Wahl der Farbpalette („pinkes Haar“) überzeugen. Die Game Boy Advance-Portierung ist im Vergleich zum SNES-Original etwas heller, läuft aber sonst vergleichbar gut und ist ebenfalls eine gute Wahl. Für die zusätzlichen Inhalte lohnt sich die GBA-Fassung jedoch nicht – zwar gibt es einen zusätzlichen Dungeon, der aber rudimentär ist und daran gebunden ist, das enthaltene Four Swords – notwendigerweise im Mehrspielermodus – durchzuspielen. Das bedarf mindestens zweier Game Boy Advance und eines Linkkabels.

The Legend of Zelda: A Link to the Past ist ein brillant gestaltetes Action-Adventure, das die Zelda-Reihe nachhaltig geprägt hat und bis heute nicht deklassiert wurde. Die Oberwelt ist eine der besten der Reihe und die Dungeons bieten eine tolle Mischung aus Rätseln, Erkundung und spannenden Endgegnerkämpfen. Ein Pflichttitel, nicht nur für Serien-Fans.

Getestet auf Super Nintendo, Game Boy Advance und Wii U.