Daxter hat ein schweres Schicksal in seiner eigenen Videospielreihe erlitten. War er noch gemeinsam mit Jak Titelgebend für den ersten Jak and Daxter-Teil, ist er ab dem zweiten Teil der Reihe sang- und klanglos aus dem Titel gestrichen worden. Doch High Impact Games hatte ein Herz für den kleinen flauschigen Racker und hat ihm zum Trost auf der PlayStation Portable sein eigenes kleines Abenteuer spendiert.
Daxter spielt in den Jahren, die zwischen Jak and Daxter und Jak II vergangen sind. Wie wir aus Jak II wissen, wurde Jak vom Bösewicht Praxter entführt und gefoltert – was zu seinen berühmten ersten Worten, dass er seinen Peiniger töten werde, führte. Der Retter in der Not war natürlich sein bester Freund Daxter. Doch was hat Daxter ohne seinen Freund getrieben und wie hat er Jak aufgespürt? Dieser Frage gehen wir in Daxter nach.

Auch wenn es vielleicht nicht die stereotype Heldentätigkeit ist, macht sich Daxter in seinem Solo-Abenteuer als Insektenjäger verdient. Daxter setzt, anders als die Spiele der Hauptreihe, nicht auf eine zusammenhängende Welt, sondern auf einzelne lineare Level, die man nacheinander abschließen muss. Im Mittelpunkt steht dabei wie beim Erstling geschicktes Springen und die Suche nach Sammelgegenständen, nur dass wir hier nicht nach Energiezellen, sondern nach Insekten suchen. Diese hinterlassen im Spiel goldene Edelsteine, die es zu sammeln gilt Zusätzlich findet man dann und wann Precursor Orbs, also die orangenen Eier, die bereits in der Jak and Daxter-Hauptreihe ein geläufiger Sammelgegenstand waren.
In Sachen Bewegungsspielraum ist Daxter ohne seinen blonden Freund gar nicht mal sonderlich eingeschränkt, sondern wartet mit den üblichen Fähigkeiten wie Sprung und Doppelsprung auf, mit seiner Kammerjägerausrüstung – einer elektrischen Fliegenklatsche – kann er sich zudem auch im Nahkampf gegen aufdringliche Krabbeltiere zur Wehr setzen. Wenngleich Daxter nicht ganz so vielseitig ist wie im Zusammenspiel mit Jak, fühlt sich das Moveset gut an und Daxter kann in dieser Hinsicht mühelos in die Fußstapfen des Erstlings stapfen.

Das Leveldesign in Daxter hat ein gutes Pacing und hat trotz der recht linearen Grundstruktur doch einige versteckte Geheimnisse zu bieten, die sich teilweise auch auf Daxters Fähigkeiten im Spiel auswirken. Am wichtigsten sind in der Hinsicht die optionalen Filmparodie-Level. Diese schaltet man mit den bereits angesprochenen Precursor Orbs frei und sind Minispiele, in denen bekannte Filme der Zeit wie Matrix und Herr der Ringe aufs Korn genommen werden. Schließt man die Minispiele erfolgreich ab, kann man zusätzliche Moves, Verkleidung oder Lebensenergie freischalten. Auf Grund des Interfaces der PlayStation Portable dürfte es wenig überraschend sein, dass die Kamerasteuerung weniger flexibel ist als in den Hauptreihenteilen – man kann die Kamera nur mit den Schultertasten um Daxter herum rotieren. Zum Glück ist das Leveldesign aber mit dieser Einschränkung im Sinne gestaltet, so dass die Kamera – im Gegensatz zu dem anderen PSP-Titel Lost Frontier – nie zu einem ernsthaften Problem wird.
Technisch ist Daxter einer der beeindruckenderen PSP-Titel. Stil, Animationen und Modelle sind eng an die Hauptreihe angelehnt und auch wenn teilweise der Detailgrad etwas geringer ausgefallen ist, fällt Daxter im Vergleich zu Jak and Daxter und Jak II nicht allzu stark ab. Dabei hilft natürlich der Umstand, dass es keine weitläufigen offenen Gebiete gibt, da diese gerade in Jak II aber ohnehin spielerisch nicht allzu gelungen waren, ist das jedenfalls mir nicht negativ aufgefallen.

Daxter ist ein gelungenes Interquel zwischen Jak and Daxter und Jak II und ist locker der zweitbeste Teil der Reihe. Auch im Vergleich zu den übrigen PSP-Versionen von PlayStation 2-Marken sticht Daxter positiv hervor. Sicher, das Leveldesign könnte durchaus etwas einfallsreicher und mutiger sein, aber die Mechaniken des Spiels werden im Spiel gut genutzt und Daxter wird über seine Spielzeit von circa fünf Stunden nie langweilig.

Getestet auf PlayStation Portable.