Als Kind hatte Frendy eine Französische Bulldogge namens Polka. Eines Tages sieht sie einen Hund, der Polka sehr ähnlich sieht, und folgt ihm, begleitet von ihrem aktuellen Hund, einem Dackel namens Jazz. Fortan begleite ich im kleinen Abenteuer Finding Polka Frendy und Jazz auf ihrer Suche.
Rund zweieinhalb Stunden lang war ich Polka in wimmelbildartigen, handgezeichneten Umgebungen auf der Spur. Farben werden sehr dezent eingesetzt und vorwiegend kommen nur gelbe Akzente für wichtige Elemente zum Einsatz. Trotz der vielen gleichfarbigen Objekte und Personen auf dem Bild gibt es im Spiel nur ein oder zwei Stellen, an denen weiterführende Wege nicht gleich ersichtlich sind.

Unterwegs
Finding Polka führt mich durch 26 Szenen unterschiedlicher Länge. Während ich Frendy durch die Umgebung steuere, halte ich Ausschau nach dem Hund. Entdeckt Frendy ihn, ruft sie immer Polka, manchmal nennt sie auch Jazz beim Namen, aber darüber hinaus gibt es keine gesprochenen oder geschriebenen Dialoge. (Abgesehen von einer Begrüßung durch Frendys Mutter.) Stattdessen werden Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Personen oder Tieren zumeist durch gelbe Sprechblasen hervorgehoben.
Bei Annäherung wechseln die Sprechblasen zu einem Bild von etwas, das die Person gerade sucht. Also mache ich mich anschließend auf die Suche, um Bälle, Dosenfisch und allerhand andere Dinge zu finden und abzugeben. Vereinzelt erhalte ich dadurch einen weiteren Gegenstand, den ich anderswo abgeben kann. Zumeist jedoch ist der Lohn ein amüsantes Abklatschen mit Händen oder Pfoten, angepasst an die Beteiligten und die Situation. Die meisten dieser Aufgaben sind dabei völlig optional, auch wenn bei einem Verzicht ein großer Teil des Spiels ausgelassen wird.
Die Umgebungen in Finding Polka sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Mal suche ich einen Weg durch den städtischen Straßenverkehr, dann wandere ich durch ein Weglabyrinth im Wald, es geht tief hinab in Höhlen und hoch hinaus auf Berge oder darüber hinaus. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken. Ortswechsel bauen logisch aufeinander auf, auch wenn die Umstände immer skurriler werden.
Immer wieder ist Frendy zdavor, Polka zu erreichen, doch sobald der Hund kurz aus dem Blick gerät, ist er schon wieder verschwunden. Unterwegs lerne ich auch fremde Gesellschaften kennen, die in den großen Umgebungen ebenso wie in vielen kleinen Details dargestellt werden. Dabei sind Unfälle im Stadtverkehr noch die kleinste Überraschung.
Auch wenn der Weg nie wirklich schwierig wird (gewünschte Gegenstände zu finden, benötigt etwas mehr Aufmerksamkeit), war ich immer gespannt, was ich als nächstes entdecke. Oft spielen sich auch kleine Szenen ab, sobald ich mich etwas annähere.

Minispiele
In der Regel komme ich durch reines Laufen oder Klettern voran, lediglich kleinere, simple Rätsel werden zwischendurch eingestreut. Zur Auflockerung bietet Finding Polka aber immer wieder auf Minispiele, die fast immer optional sind.
Mal spiele ich Minigolf, mal laufe ich mit verbundenen Augen über den Strand, um eine Wassermelone zu treffen, was mit schwarzem Hintergrund und Pfeilen gar nicht so einfach war, aber sehr lustig. Einzig das Volleyballspiel war mir ein wenig zu schwierig, weil ich den Ball mehrfach auf die andere Seite befördern musste, aber kaum richtig einschätzen konnte, wo er auf meinem Feld überhaupt landet.
Daneben gibt es auch wiederkehrende Charaktere an verschiedenen Orten. Ob an Wänden oder in Gebüschen, Ninja geben sich viel Mühe mit ihren Verstecken und belohnen wiederum mit einem Handschlag, wenn ich sie finde. Außerdem finde ich überall verstreut Zeichnungen von Frendy und Polka.
Außerdem findet sich immer wieder auch ein Pärchen von Figuren, die Hundefotos zeigen. Und auch wenn Französische Bulldoggen nicht unbedingt meine liebste Hunderasse sind, mag ich die integrierten Tierfotos.

Fazit
Finding Polka ist ein niedliches kleines Abenteuer, in dem es sehr viel zu entdecken gibt. Die Suche nach Polka führt in unterschiedlichste Gebiete, die schlüssig eine Reise darstellen. Es entfalten sich zunehmend skurrilere Szenen, bei denen ich immer auf die nächste Idee gespannt war. Spielerisch ist Finding Polka zwar sehr simpel (na gut, das Volleyballspiel ausgenommen), aber bei den vielen verstreuten Details und der kurzen Laufzeit fällt das kaum ins Gewicht.

Herzlichen Dank an Parco Games für die Bereitstellung des Testmusters. Polka gesucht auf PC via Steam.