Die Splatoon-Reihe brachte mit ihrem Einfärbesystem frische Farbe in PvP-Shooter. Aber auch Einzelspielermodi und kooperatives Spiel haben ihren Platz in der Reihe. PvP bleibt im neuen Splatoon Raiders außen vor, allein oder mit anderen geht es in den Kampf gegen die Salmoniden. Und ihre Schätze plündern wir gleich mit.
Auf Schatzjagd gestrandet
Die Band Surimi Syndicate hat eine Karte der Spiralit-Inseln gefunden. Dort vermuten sie Schätze. Eigentlich waren die Inseln versunken, doch Plattenbewegungen brachten sie erneut an die Oberfläche. Mit dem Heli geht es geschwind dorthin. Aber ein heller Strahl erscheint, gefolgt von einem Wirbel, der Heli stürzt ab.
Einen Monat später haben es sich die drei Bandmitglieder und der Pilot, gleichzeitig Mechaniker, gemütlich gemacht. Der zusamengeschusterte Basiskutter hat aber noch keinen Antrieb. Also sollen wir als Mechaniker ran. Ein einfacher Charaktereditor und später freischaltbare Outfits lassen uns etwas optischen Gestaltungsspielraum.
An Land hoffen wir, brauchbare Materialien zu finden. Neben seltsamen Kristallen finden wir aber auch einen Erkundungs-Robo. Dessen Kartenanzeige weist auf Schätze hin. Also muss die Rückkehr warten, Schätze sind wichtiger.

Von Level zu Level
Somit bewegen wir uns durch kompakte, meist lineare Level. Dabei treten uns vielerlei Salmoniden feindselig entgegen. Meist müssen wir sie auch bekämpfen. Wie in der Hauptreihe wird mit Tinte gekämpft, die auch die meisten Oberflächen bedecken kann. Tinte der eigenen Farbe können wir schnell durchschwimmen. Gegnerische Tinte verlangsamt uns stark.
Mal sind es nur wenige Salmoniden, mal eine Menge. Außerdem sind sie vielfältig. Manche wollen uns anrempeln, andere mit der Pfanne schlagen. Es gibt Salmoniden, die zum großen Teil gepanzert sind, andere greifen aus der Luft an. Oder aus großer Entfernung, durch Hindernisse hindurch. Manche sollte man also mit größerer Priorität bekämpfen als andere. Wir heilen uns mit der Zeit, schneller aber indem wir in eigener Tinte untertauchen. Auch mit 0 Lebenspunkten sind wir nicht direkt besiegt, sondern haben noch Chance uns zu heilen. Werden wir dann aber vor Füllen der Leiste getroffen, werden wir besiegt. In der Regel tauchen wir in der Nähe wieder auf, haben aber nur drei Leben.

Manche Salmoniden können Materialien hinterlassen. Zwischendrin gibt es auch noch Kristalle zum Abbauen, sowie optionale Dokumente und spezielle Kompasse zu finden. Die Level bieten optisch eine gewisse Abwechslung, und manche Levelelemente wie Pflanzen, die hohe Sprünge ermöglichen, spielerisch ebenfalls etwas Diversität.
Viele Level schalten beim Abschluss eines oder mehrere weitere frei, nicht alle sind notwendig. Alle paar Level kommt ein Raubzug mit drei Ebenen, die jeweils ein Zeitlimit haben. Schnell genug müssen wir dann Gegner besiegen und Eier sammeln. Die benötigt der Robo für seinen Bogrer. Daneben gibt es auch eine kleine Zahl besonderer Bossgegner, die etwas komplexer sind. Gerne hätte ich mehr davon gehabt.
Hat man Probleme mit Levels und spielt nicht von vornerein mit anderen, kann man ein Hilfssystem bei der Levelanwahl nutzen. Dann können bis zu zwei Spieler dazukommen. Allerdings erhält man dann im Falle des Scheiterns keine Beute. Im Erfolgsfall wird das Hilfssystem kurzzeitig blockiert. Ich habe es aber nicht selbst ausprobiert, weder als Hilferufender noch als Helfer.

Da Splatoon Raiders gewisse RPG-Systeme hat, kann man aber auch den Charakter aufleveln oder an der Ausrüstung schrauben. Allerlei Beute hilft dabei. Außerdem stehen drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung.
Diverse Waffen
In der Hauptreihe gibt es allerlei Waffenarten, und viele haben es auf die Spiralit-Inseln geschafft. Optisch sehen sie übrigens etwas zusammengeschustert aus und nutzen scheinbar gerne Abfall wie leere Flaschen. Eine simple Pistole ist für viele Situationen geeignet. Ein Gewehr, das erst mit geladenen Schüssen richtig stark ist, mag bei anstürmenden Gegnermassen oft nicht ganz ideal wirken. Eine Art Granatwerfer eher. Der schießt praktischerweise auch geradlinig, die Geschosse explodieren nach kurzer Entfernung oder bei Aufprall. Die Farbrolle hat es ebenfalls in Splatoon Raiders geschafft. Und das sind nicht alle Waffenarten, die sich hier finden.
Man hat in Splatoon Raiders aber nicht die freie Wahl, wir sind ja gestrandet. Also muss man nehmen, was man findet. Außerdem kann man nur eine Waffe in die Level mitnehmen, man kann also nicht situationsbedingt schnell wechseln. Prinzipiell sind die Waffen aber nicht allzu kompliziert. Nur teilweise ist es wichtig Schüsse aufzuladen, einzelne Waffen haben starke ballistische Wurfbahnen. Viele Waffen schießen aber simpel dorthin, wo man hinzielt. Zumindest im Rahmen ihrer Reichweite. Gezielt wird wahlweise mit dem rechten Stick allein oder mit Stick und Bewegungssteuerung. Die Maus kommt nicht zur Anwendung, ich war mit der Kombination aber völlig zufrieden.

Im Spielverlauf kann man zudem das Verstärken von Waffen freischalten, was etwas Abhilfe schafft um nicht so schnell auf andere, stärkere wechseln zu müssen. Allerdings kann man die meisten Waffen nur um fünf Level verstärken. 5-Sterne-Waffen, die nicht darauf begrenzt sind, finden sich erst spät. Dann werden eher die nötigen Scherben und andere Materialien der begrenzende Faktor, zumal sie auch andere Nutzen haben.
Ein bisschen unterstützt uns im Kampf auch der Erkundungs-Robo. Abhängig des gewählten Bandmitglieds steht zudem ein starker Angriff zur Verfügung, wenn wir mit genug Eiern die Leiste gefüllt haben. Diese erhalten wir durch besiegte Gegner, wobei wir große per Kontakt sammeln müssen.
Man kann den Robo auch herbeirufen und sich zudem in die Luft katapultieren lassen. In hektischen Situationen funktioniert das nicht immer gut.
Tanks, Gimmicks und Relikte
Schon bald haben wir die Wahl aus drei gefundenen Tanks. Tempotank, Power-Tank und Tricktank ermöglichen die Nutzung eigener Gimmicks, von denen wir im Verlauf weitere freischalten können. Der Fokus der Gimmicks unterscheidet sich entsprechend den Tanks. Gimmicks des Tempotanks bewegen unseren Mechaniker in der Regel. Der Power-Tank hat mehr direkte Angriffe zu bieten. Der Tricktank kann zum Beispiel Geschütze platzieren.

Sammeln wir bei Nutzung eines Tanks genug Eier, können wir eine Spezialfähigkeit freischalten, die nach längerem Schwimmen in Tinte verfügbar wird. Danach muss man zudem genug Eier mit einem vorgegebenen anderen Tank sammeln, um drei statt zwei Gimmicks ausrüsten zu können. Eines davon kann dann von dem anderen Tank sein. Die Tanks ermöglichen eine stärkere Individualisierung des eigenen Kampfstils als Waffen allein.
Gimmicks können wir weiter verbessern, indem wir Teile in Slots einfügen. Jede Art von Bonus kann dabei einmal genutzt werden, insgesamt bis zu neun verschiedene. Unser Mechaniker ist fähig, später können wir auch Teile selbst herstellen oder verbessern. Mit den richtigen Materialien, versteht sich. Das kann Motivation sein, extra auf Sammeltour zu gehen.
Außerdem können wir mit Skillpunkten die Tanks verbessern, wobei das übergreifend wirkt und nicht auf eine Art beschränkt wird. Skillpunkte erhalten wir durch Levelups und Herausforderungslevel. Dann können wir Lebenspunkte, Waffenschaden und Gimmickschaden erhöhen, zudem die Slots der Gimmicks erweitern.

Zu guter Letzt finden wir auf der Schatzjagd diverse Relikte, deren Kräfte wir in vorhandene Slots einfügen können. Somit können wir uns zum Beispiel etwas schneller heilen. Oder erleiden beim Schwimmen in Tinte weniger Schaden, wenn uns Gegner treffen. Manche Relikte lassen sich nur mit einem bestimmten Tank einsetzen.
Besondere Herausforderungen
Die in vielen Leveln auffindbaren Kompasse schalten besondere Level frei. Aber man muss die Position erst mithilfe des Kompasses finden. Klassische Kompasse mit Nadel sind am einfachsten. Dann gibt es eine Art, die sich mit zunehmender Nähe orange füllt, das geht noch. Mehr Probleme hatte ich mit der letzten Art, bei der scheinbar ein Kreis mit seiner Größe anzeigen soll, ob man sich in die richtige Richtung bewegt. Immerhin erscheint der Button-Prompt, wenn wir die richtige Stelle erreicht haben.
In diesen Levels ist die Ausrüstung vorgegeben, meist sind sie eher rätsel- oder geschicklichkeitsbasiert. Dann geht es in der Regel um die Nutzung bestimmter Gimmicks.

Diese Level bieten eine gute Abwechslung. In der Regel sind sie nicht zu fordernd, aber nicht trivial.
Manche davon hatten als Aufgabe, das Ziel zu erreichen, ohne jedoch ein Zeitlimit zu haben. Darüber hatte ich mich etwas gewundert. Dann kam allerdings eines, das ein knappes Zeitlimit hat. Zu knapp für mich. Bis ich zufällig gemerkt habe, dass man auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade ein paar Sekunden mehr Zeit hat.
Fazit
Splatoon Raiders ist ein gutes rein PvE-basiertes Spiel der Franchise. Das Shootergameplay geht auch hier gut von der Hand, Stick- und Bewegungssteuerung sind möglich. Die Mausfunktion der Switch 2 wird nicht genutzt, ich habe sie aber nicht vermisst. Die Gegner sind vielfältig und die Level bieten Abwechslung. Außerdem sind die einzelnen Level auch kompakt und ziehen sich nicht. Die Waffen, Gimmicks und Teile bieten diverse Anpassungsmöglichkeiten. Freilich wird man extra Materialien sammeln müssen, um das richtig auszukosten.

Die Geschichte ist kein Pluspunkt, hält sich aber knapp. Die Musik ist mir größtenteils nicht besonders aufgefallen, störte aber auch nie. Technisch habe ich nichts auszusetzen.
Die mittlere Schwierigkeit hat mir in der Story keine Probleme bereitet und ich hatte nicht das Gefühl, extra Level oder Materialien grinden zu müssen. Ich habe aber gerne auch optionale Level bestritten, gerade die durch Kompasse freischaltbaren speziellen Level. Für mehr Herausforderung gibt es zum einen einen weiteren Schwierigkeitsgrad, es werden aber auch schwerere Versionen der Level freigeschaltet. Bis zum Abspann habe ich laut Nintendo Switch 2 dann 15 Stunden oder mehr benötigt.
Wer nach der Geschichte noch nicht genug hat, kann dann noch zusätzliche Herausforderungen angehen. Diese sind automatisch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Die Gegnerlevel übersteigen das eigene Maximallevel zudem teils deutlich, 5-Sterne-Waffen aufzubessern ist angesagt. Ich habe noch so einige Raubzüge in Splatoon Raiders bestritten. In der Spitze wurde es mir dann aber leider doch zu schwer.

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf Nintendo Switch 2.