Disgaea Mayhem (Review)

Die Disgaea-Franchise hat eine Reihe von Strategie-RPGs hervorgebracht. Diese stechen unter anderem mit absurd hohen erreichbaren Schadenszahlen hervor, die schnell in die Millionen gehen können. Für motivierte Spieler bieten sie viel Raum, Charaktere und Ausrüstung weiter und weiter zu stärken. Disgaea Mayhem ist nun ein Action-Ableger, der einige Systeme übernommen hat.

Furchtbarer Mundraub

Der Protagonist des Spiels ist der Söldner N.A., der von Overlord Tichelle engagiert wird. Ihr Vater hatte dem Reich Frieden gebracht, aber nach seinem Tod haben sich manche seiner Untergebenen abgewendet und rebelliert. Schlimmer noch, sie haben den Pudding aus dem Kühlschrank gegessen. Overlord Tichelle möchte den Pudding zurück, was unsere Aufgabe ist. Ja, den schon gegessenen Pudding. Glücklicherweise(?) sei dieser besonders und nicht schnell verdaut. Dann müssen wir uns ja keine weiteren Gedanken machen.

Das darf nicht ungestraft bleiben.

Und so bekämpft N.A. nach und nach die Übeltäter. Diese haben teils seltsame Beweggründe, was auch N.A. selbst so sieht. Aber er hat den Job angenommen, er wird ihn beenden. Söldner-Ehre. Die Geschichte ist also nicht gerade ernst und bietet Humor, hält sich dabei auch knapp.

Mundgerechte Missionen

Die Missionen selbst halten sich ebenfalls knapp. Diese finden in recht übersichtlichen Gebieten statt, die meist auch nicht vollständig zugänglich sind. In seltenen Fällen müssen wir auch mal einen Abgrund überspringen oder sollten nicht zu lange in Lava stehen bleiben, aber kompliziert wird es nicht.

Hauptaufgabe ist es, Gegner zu bekämpfen. Genug Gegner einer Gruppe zu besiegen lässt die nächste erscheinen, zum Abschluss kommt ein etwas stärkerer Boss. Das ganze dauert meiner Erfahrung nach eher selten mehr als fünf Minuten. Komplexere Missionsziele sollte man nicht erwarten.

Prinnies treffen wir hier auch.

Normale Gegner sind in Disgaea Mayhem selten aggressiv und trotz ihrer gewissen Überzahl gut zu bekämpfen. Teilweise wird man auch mal von Fernangriffen überrascht, was aber in der Regel nicht problematisch ist. Die Bossgegner sind auch nicht allzu komplex und fordern uns nicht auf, sie zu lernen.

Die Werkzeuge des Söldners

N.A. kann verschiedene Waffenarten nutzen, die sich durchaus auch unterschiedlich spielen. Ich bevorzuge den Speer, da er eine gute Reichweite und auch Flächenangriffe hat. Mit dem Bogen kann man gefächerte Angriffe aufladen und mit gutem Timing einen weiteren starken Schuss danach einsetzen.

Ein Schwert ist natürlich ebenso mit von der Partie. Die Axt ermöglicht aufgeladene Hiebe. Magische Stäbe fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, da sie mit der Zeit Kugeln ansammeln, die für Angriffe verwendet werden. Daneben kann man noch mit Faustwaffen auf Tuchfühlung gehen oder mit zwei Pistolen geschwind schießen.

Besser schnell zur Seite ausweichen.

Abhängig von der ausgerüsteten Waffe hat man dann noch bis zu vier Fähigkeiten zur Verfügung, die nach Benutzung einen Cooldown haben. Manche davon haben eine längere spezielle Animation.

Ebenfalls einen (kurzen) Cooldown hat die Itemnutzung. Bis zu vier Items zum Heilen oder für Buffs lassen sich außerhalb der Missionen ausrüsten. Ihre jeweilige Anzahl ist begrenzt. Aber auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hatte ich keine Probleme damit.

Defensiv kann man ausweichen und blocken. Außerdem können die Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt als Konter ebenfalls vor Schaden schützen.

Zu guter letzt kann N.A. auch ein Monster als Buddy mitführen. Diese kämpfen etwas mit. Man kann sie aber auch zeitweise in eine Waffe verwandeln und einen starken Finisher einsetzen.

Ruinen.

Das Kampfsystem ist nicht kompliziert und geht gut von der Hand. Die verschiedenen Waffen bieten etwas Abwechslung im Kampfstil. Es ist meiner Meinung nach insgesamt eher darauf ausgerichtet, sich locker durch die Gegner zu kämpfen, als ernsthaft zu fordern.

Vorbereitung in der Basis

Das Schloss von Overlord Tichelle bietet N.A. Gelegenheit, sich auf die Kämpfe vorzubereiten. Ein Laden für Items und Ausrüstung findet sich darin auch vor.

Ausserdem können wir in der Dark Assembly mit gesammeltem Mana Vorschläge einbringen und weitere Features freischalten. Allerdings werden sie dann nicht automatisch angenommen, die Erfolgsaussicht wird angezeigt. Vor der Abstimmung können wir einzelne Leute bestechen, wenn wir passende Items haben. Oder betrunkene ausnüchtern. Und auch wenn der Vorschlag abgelehnt ist, gibt es noch Möglichkeiten. Wir können Geld zahlen oder die Opposition gewaltsam niederschlagen. Ersteres kann unter Umständen sehr teuer sein, zweiteres durchaus in unserer Niederlage enden.

Es scheinen nicht alle anwesend zu sein. Das kennt man ja.

Ein „Cheat Shop“ lässt sich auch freischalten, aber er dient eher dazu, verschiedene Werte wie erhaltene Erfahrungspunkte und Geld etwas anzupassen. Die Gesamterhöhung ist ebenso begrenzt wie einzelne Erhöhungen, steigt aber mit dem Fortschritt in der Geschichte. Schwerer machen kann man es sich auch, indem man Gegner stärkt oder die Lebenspunkte und Mobilität von N.A. verringert.

Hinein in Items… und N.A.

Unter anderem können wir auch in Disgaea Mayhem die Item World freischalten. Jedes Ausrüstungsstück hat eine Welt in sich. Durch Bekämpfen von Gegnern darin können wir das Item stärken. Ausserdem fallen dabei auch eine Menge Erfahrungspunkte, Mana und Geld an, Beute gibt es ebenfalls. Die Welten sind übrigens sehr kompakt, sie sind eher eine kleine Kampfarena. Je stärker das Itemexemplar ist, umso mehr Wellen von Gegnern treten uns entgegen. Nach jeder Welle können wir aus drei Boni wählen. Die meisten verstärken Statuswerte oder erhaltene Erfahrung, aber es gibt auch den Mystery Room. Da kann allerlei hilfreiches passieren, oder auch mal nichts.

Bitte eines, in dem wir unsere Mitspieler hintergehen um allein zu gewinnen. Wie, das ist ein eigenes anderes Spiel, das noch kommt?

In den Itemwelten kann man viel Zeit verbringen und Items sowie N.A. und seine Monster Buddies stärken. In der Hauptgeschichte sollte man sich zurückhalten, wenn man die Kämpfe dort nicht trivialisieren möchte.

Mit der Chara World geht es in N.A. hinein. Das kann er nicht selbst, stattdessen liegt es an Tichelle und bis zu vier Buddies. Tichelle fehlt es für einen Overlord aber an Stärke, weshalb sie nur Unterstützungsfertigkeiten hat.

Die Chara World ist eine Art Brettspiel mit allerlei Feldern mit positiven und negativen Effekten. Dadurch kann N.A. stärker werden. Gegner treten hier auch auf, weshalb die Buddies nicht zu schwach sein sollten. Ziel ist es, das Ende des Bretts zu erreichen und einen weiteren Bonus für N.A. zu wählen, zum Beispiel mehr Slots für passive Fähigkeiten. Wenn man vier Buddies genug aufgelevelt und ausgerüstet hat, sollte es kein Problem sein, das Ende zu erreichen.

Keine Würfel.

Reinkarnation, wieder und wieder

Ebenfalls durch die Dark Assembly kann man Reinkarnation nutzen. Dabei wird N.A. auf Level 1 zurückgesetzt, erhält aber Bonuswerte abhängig der vorigen Stärke. Mit genug Mana kann man noch ein paar Bonuspunkte auf Lebenspunkte, Angriff und Verteidigung verteilen. Der Bonus mag erst mal gering klingen, aber die Werte bestimmen auch ihr Wachstum. Der Vorteil wächst also mit den Leveln. Und mit guter Ausrüstung nur mal kurz in die Itemwelt kann schon viele Level bringen. Auch für die Buddies lässt sich Reinkarnation freischalten.

Wer möchte, kann also auch in Disgaea Mayhem wieder und wieder Reinkarnation nutzen und damit N.A. und seine Buddies noch viel stärker machen.

Die Speicherstände sind Ebenen der Etagere. Süß.

Fazit

Disgaea Mayhem ist ein kurzweiliger Actiontitel, der sich nicht ernst nimmt. Das Kampfsystem ist simpel und zugänglich, die Dauer der Missionen und das Durchspielen der Geschichte kurz genug um dabei nicht zu ermüden. Die Geschichte punktet eher durch ihren Humor und wird nie zu breit getreten. Wer durch die Storymissionen nicht genug hat, kann mit der Item-Welt stärker und stärker werden, solange es ihn motiviert. Die Grafik ist eher zweckmäßig, die Designs haben aber Charme.

Für mich hätte das Missionsdesign aber etwas komplexer sein können. Außerdem werden die Stärkungssysteme sehr schnell zum reinen Selbstzweck und bieten dafür doch eher wenig Abwechslung.

Vielen Dank an NIS America für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf PlayStation 5.