Nicht nur Katzen oder Frösche, sondern auch Ratten können Blöcke verschieben. Oder zumindest kann die Laborratte im Puzzlespiel Rat Protocol von Pufferfish Digital das.
Säure, Laser, Eis
Rat Protocol führt durch 50 Level, die ich innerhalb von rund 70 Minuten abgeschlossen habe. Jedes Level ist ein kompakter Raum, in dem Schlüsselkarten verteilt sind, mit denen ich die Tür zum nächsten Level öffne. Dafür verschiebe ich Kisten auf Schalter und in Säure, setze aber auch Stromkreise in Gang oder unterbreche sie. Die Schlüsselkarten verbergen sich dabei zumeist hinter Türen, die ich mit den Schaltern öffne.
Alle paar Level führt Rat Protocol neue Levelelemente ein. Laser laufen mit Strom und lassen sich durch auf die Anschlüsse auf dem Boden geschobene Batterien einschalten. Entfernte Batterien schalten den Laser aus. Standardkisten blockieren den Laserstrahl, während Holzkisten nach kurzer Zeit verbrennen. Hinzu kommen weitere Elemente wie Säurebäder im Boden, Eis, explosive Kisten oder Teleporter.
Nachdem jedes neue Element in einem simplen Level eingeführt wurde, werden immer mehr Elemente miteinander verknüpft. So entsteht eine zunehmende Komplexität der Level, die sich trotz optischer Ähnlichkeiten aufgrund des Labordesigns abwechslungsreich anfühlen. Außerdem sind zwar die Mechaniken an sich wenig überraschend, aber frisch miteinander kombiniert.
Mehr als ein paar Minuten habe ich zwar für kein Level benötigt, aber sie erreichen insgesamt eine angenehme Schwierigkeit. Hin und wieder hat mich auch ein neuer Rätselansatz mit den vorhandenen Levelelementen überrascht. (Besonders dann, wenn meine wohlüberlegte Lösung doch nicht die richtige war.)
Stelle ich frühzeitig fest, dass ich einen Fehler gemacht habe, kann ich diesen noch rückgängig machen. Dafür kann ich die letzte Bewegung der Ratte rückgängig machen und bewegte Kisten oder Batterien so wieder an den vorigen Platz befördern. Wenn gerade keine Säure in der Nähe ist, empfinde ich den Neustart eines Levels allerdings als etwas aufwändig.

Laborratten
Angenehm überrascht war ich von der Erzählungweise in Rat Protocol. Das Intro beginnt mit kurzen Sätzen unter Bildern, dann sprechen eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler über ihre Experimente und die spielbare Ratte.
Jedes Mal, wenn eine neue Mechanik eingeführt wird, sprechen die beiden darüber, stellen Überlegungen an und kommentieren ihre Beobachtungen. Und auch wenn ein wenig Story innerhalb eines kleinen Rätselspiels nicht zwingend notwendig ist, entsteht dadurch mehr Kohärenz.
Auf der einen Seite schafft die Erzählung Kontext für neue Levelelemente. Auf der anderen Seite schaffen die Szenen einen Bogen, der die Story von der Grundsituation zu einem tatsächlichen Ende führt. So spiele ich nicht einfach nur fünfzig Level, sondern habe anschließend einen Abschluss.

Fazit
Rat Protocol ist ein gelungenes kleines Schieberätselspiel mit gut kombinierten Mechaniken. Alle paar Level kommt ein neues Element hinzu, wodurch viel Abwechslung zwischen den einzelnen Levels besteht. Hinzu kommt die Erzählung in kurzen Szenen, die die Level und neue Mechaniken organisch miteinander verknüpft. Somit bietet Rat Protocol kurzweiligen Rätselspaß.

Herzlichen Dank an eastasiasoft für die Bereitstellung des Testmusters. Kisten verschoben in Nintendo-Switch-Version auf Nintendo Switch 2.