The Merry Fairy (Review)

Schreibtisch in The Merry Fairy mit Schmetterling auf einem Regalbrett.

Scrapbooking ist eines dieser Hobbys, bei denen es einfach ist, sich eine Menge Materialien anzuschaffen und dann doch nicht länger als ein paar Tage dranzubleiben. Mittlerweile gibt es aber auch immer mehr digitale Alternativen. Darunter auch The Merry Fairy, das Scrapbooking und Journaling in einer virtuellen Feenhütte im Wald ermöglicht.

Der Scrapbook-Journal-Simulator ist vor einem Jahr erschienen, hat seitdem aber auch einige Updates mit neuen Dekorationen oder neuen Funktionen erhalten.

Sticker, Washi-Tape und Zitate

Nachdem ich mich für das passende Wetter entschieden habe, setze ich mich an den Schreibtisch in der Hütte. Dort gibt es allerlei interagierbare Kleinigkeiten. Kerzen und eine Öllampe entzünde oder lösche ich, wie es zu meiner Stimmung passt. Ein Fenster gibt den Blick auf den Wald und das jederzeit änderbare Wetter frei. Das Radio bietet mehrere Sender mit Feenmusik, alternativ lässt sich auch die Waldatmosphäre ohne Musik genießen. Weiter lässt sich der Schreibtisch nicht anpassen, da er der geliehene Schreibtisch der Fee ist. Allerdings vermisse ich auch nichts.

In Büchern, Briefen und Blumen finde ich Rahmen, Sticker, Fotos und Zitate für das Notizbuch. So sammle ich eine ganze Menge Dekorationen fürs Scrapbooking, für farbenfrohe Hintergründe, sogar Vorlagenelemente für To-Do-Listen. Auch ein Blick in die Credits (mit sehr persönlichen Texten) oder die Einstellungen lohnt sich.

Dabei habe ich die Wahl, ob ich Sticker so oft verwenden kann, wie ich sie eingesammelt habe, oder unbegrenzt. (Also lasse ich mich anders als in Little Corners natürlich nicht daran hindern, Seiten mit Stickern des schwarzen Katers vollzupflastern.)

Viele Sticker sind Pflanzenmotive im Aquarellstil, es gibt aber auch ein paar Tiere (nicht nur Katzen) und Zeichnungen, um die Seiten zu füllen. Die Fotos zeigen alle Natur, den Wald und einzelne Nahaufnahmen. Daneben habe ich auch die Möglichkeit, Bilder zu importieren und anschließend auf die Seiten des Buches zu bringen. Die Sammlung von Stickern und Co. liegt als Blättersammlung im Notizbuch, sobald ich das entsprechende Menü öffne, und passt sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Zudem lassen sich Dekorationen auch größenabhängig durchsuchen.

Was ich in eine Seite einfüge, kann ich frei bewegen, wobei die äußeren Ränder allerdings eingeschränkt nutzbar sind. Ich drehe oder spiegle nach Bedarf oder ändere die Größe. Zudem kann ich jedes einzelne Objekt komplett von der Seite entfernen und Änderungen rückgängig machen oder wiederherstellen.

Geöffnetes Scrapbook. Links ein bild von einem Lowpoly-Pilz mit Katzenohren, der leuchtet. Rechts die Dekorationen geöffnet mit einem hellblauen Wasserfarbenhintergrund.
Texte schreiben

Doch ein wichtiger Anteil des Scrapbookings oder besonders des Journalings sind eigene Texte. Dafür stehen mir in The Merry Fairy unterschiedliche Schriftarten zur Verfügung, die nach verschiedenen Figuren benannt sind. Auch eine kleine Farbauswahl steht zur Verfügung, wobei die drei schwarzen Farbtöne sich sehr ähneln.

Je nach Hintergrund sind manche Farben einfacher zu lesen als andere. Dabei kann ich den geschriebenen Text sowie Größe und Ausrichtung ändern, nicht aber die ausgewählte Schriftart und Farbe. Daher sollte ich also früh genug sicherstellen, dass die Texte hinterher leserlich sind (wenn der Text nicht absichtlich unauffällig sein soll). Da mir digital die Seiten nicht so schnell ausgehen, habe ich eine dazu genutzt, die Schriftarten und Farben mit verschiedenen Hintergründen auszuprobieren.

Geschriebene Wörter kopieren oder einfügen kann ich nicht. Mit einem klassischen Texteditor kann das reine Schreiben also nicht ganz mithalten. Allerdings bieten die einfachen Gestaltungsmöglichkeiten und die integrierte atmosphärische Umgebung für mich einen Mehrwert für kurze Texte und bildliche Gestaltung.

Sollte mir nichts zum Schreiben einfallen, helfen verschiedenste Elemente aus. Ich kann mich etwa von einigen Zitaten inspirieren lassen, von den Fotos oder von kurzen Botschaften aus dem Soul Candy-Glas.

Fertige Seiten exportiere ich bei Bedarf und drucke sie anschließend aus, möchte ich handschriftliche Notizen hinzufügen. Denn direkt im digitalen Notizbuch ist freies Zeichnen nicht möglich.

Links ein Gedicht vor einem Regenbogenhintergrund, rechts ein Zitat und ein Katzensticker mit Schleife.
… eigene Texte können sehr persönlich sein, also habe ich mich von den Textbausteinen zu einem Gedicht inspirieren lassen.
Pomodoro-Technik

Während ein Fenster in The Merry Fairy den Blick in den Wald freigibt, ist das andere mit buntem Glas verziert und verschlossen. Jede halbe Stunde klopft jemand an, um zu einer kurzen Pause einzuladen, angelegt an die Pomodoro-Technik. 

Beim ersten Besuch erzählen alle kurz von sich selbst, anschließend geben sie unterschiedliche Denkanreize. Oder schlagen einfach nur vor, eine kurze Pause einzulegen und aufzustehen. Das geschieht alles sehr unaufdringlich und zusätzlich lässt sich der Besuch auch problemlos komplett ignorieren.

Als ich meine erste Seite gebastelt habe, war ich sogar so darin vertieft, dass ich das Klopfen gar nicht bemerkt habe. Aber wenn Besuch da ist, wird das Fenster hervorgehoben, sobald ich mit dem Mauszeiger darüberfahre.

Skuggan: "I noticed that most creatures who do not identify as cats have quite a challenging time sometimes to be in their own company."
Fazit

The Merry Fairy bietet eine entspannte Waldhüttenumgebung für digitales Scrapbooking. Der Schreibtisch bietet einige Interaktionsmöglichkeiten, um sich heimisch anzufühlen und nicht wie eine bloße Kulisse. Es gibt viele Sticker, Hintergründe und Zitate sowie die Möglichkeit, eigene Bilder zu importieren, um das Scrapbook persönlich zu gestalten. Optionale Denkanstöße sind vielzählig. Ein wenig schade ist, dass sich selbstgetippte Texte nur eingeschränkt bearbeiten lassen, allerdings fällt das im Gesamtpaket kaum ins Gewicht.

Herzlichen Dank an Pronoia AB für die Bereitstellung des Testmusters. Seiten gestaltet auf PC via Steam.