Magic Exposure 2 (Review)

Artwork Magic Exposure 2

Fast drei Jahre ist es jetzt her, seitdem ich Magic Exposure getestet habe. Überraschend habe ich neulich von einem Nachfolger erfahren, an dem ich natürlich sofort interessiert war. Die Visual Novel Magic Exposure 2 spielt nach einer plötzlichen Trennung von Häschen Bianca und Dämonin Erika. Der Epilog des Vorgängers wird dabei ignoriert.

Diesmal bietet die in rund einer Stunde gelesene Visual Novel eine Handvoll Entscheidungen und zwei verschiedene Enden.

Noch eine Kamera

Die magische Kamera, die Geistwesen zeigt, hat Bianca zerstört. Doch nun taucht eine neue in ihrem Spind auf, gemeinsam mit einer Nachricht des mysteriösen Himmelsrates. Als Erika von der neuen Kamera erfährt, wird sie wütend, was Bianca die Wahl lässt, ob sie einen Erklärungsversuch wagt. Schließlich kennt Bianca nicht einmal den Grund für die Trennung, also hat es vielleicht keinen Zweck, überhaupt etwas zu sagen. 

Allerdings macht das für das Ende von Magic Exposure 2 keinen Unterschied, denn beide Enden sind glücklich.

Daneben bringt die Fortsetzung jedoch auch einen neuen Charakter ein. Schulsprecherin Lucia, die von der Trennung weiß. Sie unterstützt Bianca, egal, wofür sie sich entscheidet. Und doch scheint sie unter ihrer tadellosen Fassade etwas zu verbergen.

So ist die Kamera nicht das einzige Mysterium im Verlauf der Geschichte. Bianca benutzt sie zwar kaum aktiv, schon weil ihr ein wenig unheimlich ist, dass sie eine neue erhalten hat. Doch insgesamt wird die Rolle der Kamera etwas mehr ausgebaut und Bianca lernt mehr über sie und den Himmelsrat. In einem der beiden Pfade wird sie sogar besonders wichtig.

Dafür tritt allerdings die Romantik etwas in den Hintergrund.

CGI von Erica, die Bianca gegen die Wand drängt. Erika: "Don't lie to me! You think you can blackmail me again? Use my secret against me?"
Eines von insgesamt 4 CGIs.
Erika oder Lucia?

Bianca erhält in Magic Exposure 2 die Wahl, ihre Beziehung mit Erika zu kitten oder sich mit Lucia auf eine völlig neue Person einzulassen. Erikas Pfad baut dabei deutlich auf der gemeinsamen Vergangenheit auf und auch auf charakterlichen Entwicklungen Biancas. Dadurch fühlt sich die Beziehung zu Erika abseits der für den Plot erzwungenen Trennung deutlich organischer an als die zu Lucia. 

Denn Lucia leidet ein wenig darunter, dass sich innerhalb des begrenzten Rahmens auch nur ein Teil der Visual Novel auf eine Beziehung mit ihr fokussiert. Zwar wird angedeutet, dass Bianca ein Interesse an Lucia entwickelt, umgekehrt vielleicht sogar etwas stärker. Doch insgesamt ist die Entwicklung der Beziehung etwas zu verknappt. Gerade auch deshalb, weil Bianca sich sehr abrupt emotional von ihrer vergangenen Beziehung mit Erika abkoppelt. Zudem sind die Momente, in denen sie gemeinsam Zeit verbringen, weniger aufeinander konzentriert als beispielsweise das gemeinsame Spielen von Bianca und Erika im Vorgänger.

Insbesondere finde ich schade, dass verschiedene Entscheidungen kaum einen Einfluss haben. Dadurch, dass es nur zwei Enden gibt, kann Bianca sich Erika gegenüber sehr abweisend verhalten und bis auf den unmittelbar folgenden Text spielt das keinerlei Rolle.

CGI von Lucia durch die Kamera mit Blick von hinten auf ihr Seitprofil.
Schauplätze und Charaktere

Bianca und Erika sehen aus wie in Magic Exposure, was auch bedeutet, dass Bianca ihre Schuluniform weiterhin dauerhaft trägt. Diesmal erwähnt die Erzählung allerdings nicht mehr so auffällig andere Kleidung. 

Auch verschiedene Schauplätze treten erneut auf. Biancas Zimmer ist eingerichtet wie zuvor, die Schulfassade hat sich auch nicht verändert. Schließlich ist auch kaum Zeit vergangen. 

Aber auch neue Schauplätze kommen hinzu und zeigen die Welt in Magic Exposure 2 aus einem etwas anderen Winkel. Die Stadt bietet mit düsteren Gassen nun weitere Einblicke als das Einkaufszentrum. Andere Orte besucht Bianca im Verlauf mehrfach, teils auch zu unterschiedlichen Tageszeiten, wodurch sie stimmungsaufgeladen die Handlung unterstützen.

Das UI wurde überarbeitet und neue Textboxen passen thematisch zum Spiel mit Kamera und Fotos. Die Texte selbst sind nur noch sehr vereinzelt schwierig zu verstehen.

Auswahl zwischen "Maybe it's better this way ..." und "Yes, I miss being able to talk to her ...", nachdem Lucia Bianca danach fragt, ob sie wieder besser mit Erika sprechen können möchte. Vier angedeutete Kanten und eine Batterieanzeige imitieren den Blick durch eine Kamera.
Auch der Auswahlbildschirm imitiert eine Kamera.
Fazit

Magic Exposure 2 führt die Handlung aus dem Vorgänger durchwachsen fort. Die Trennungsgründe sind nicht ganz überzeugend, doch abseits davon entwickelt sich Erikas Pfad glaubhaft. Lucias Pfad dagegen fühlt sich zu knapp an, um Entwicklungen einen Raum zu geben. Für Fans des Vorgängers jedoch bietet Magic Exposure 2 tiefere Einblicke in die magische Kamera und ihre Zwecke.

Herzlichen Dank an eastasiasoft für die Bereitstellung des Testmusters. Nintendo-Switch-Version gespielt auf Nintendo Switch 2.