Der Oktober bringt Jahr für Jahr neue Gruselspiele auf den Markt. In manchen jagt man Geister, in anderen verringert man die Zombiepopulation und wieder andere sind einfach gruselig schlecht. Dieses Jahr habe ich neben Alchemist: The Potion Monger und dem aktuellen Sims 4 Erweiterungspack Leben & Tod (mein Review könnt dazu könnt ihr bald lesen) auch noch meine Erziehungsfähigkeiten in Cute Bite testen können.
Cute Bite ist eine schöne kleine Visual Novel die es darauf anlegt wieder und wieder gespielt zu werden. Ähnlich zu Long Live the Queen geht es auch in diesem Titel darum die Herrschaft eines jungen Mädchens zu sichern und damit auch ihr Leben zu retten, indem man sie möglichst geschickt in den richtigen Skills trainiert.

Der Plot ist dabei recht simpel. Der Vampirmeister des Landes wird durch den teilweisen Zerfall seines Anwesens dem Sonnenlicht ausgesetzt und scheidet dahin. Mit Lichtschutzfaktor 5000 wäre das vermutlich nicht passiert. Die Bedienstete – nennen wir sie aus Gründen des Leseflusses Layla. Sie kann in jedem Durchgang neu benannt werden – hat jedenfalls nun keinen Meister mehr der sie weiterhin am Leben erhalten kann. Bis ihr einfällt, dass ihr Meister vor vielen vielen Jahren seine Tochter in einen Sarg irgendwo auf dem Gelände des Anwesens verbannt hat. Kann man ja mal vergessen. Passiert den besten Eltern.
Die junge Vampirin hat ausgelöst durch eine schreckliche Anämie auch gleichzeitig jede Erinnerung an ihr bisheriges…na ja…”Leben” verloren. Wieder mal ein Beweis dafür, dass eine Nulldiät auch neurologische Risiken birgt. Layla hat nun alle Hände voll zu tun, um ihren Schützling auf den Weg zu bringen die nächste Großmeisterin zu werden. Dafür haben die beiden ein Jahr Zeit.

Damit nicht auch ihr ein Missgeschick wie ihrem spitzzähnigen Vater widerfährt, findet der Unterricht nur in der Nacht statt. Mit einem zunächst noch angenehm hohen Budget werden spezielle Fähigkeiten gelehrt. Relativ schnell gerät man aber an die Grenzen der Erschwinglichkeit und die junge Vampirin muss sich eine Arbeit suchen. Auch diese Jobs schulen die Fähigkeiten, wirken sich aber auch negativ auf spezielle andere Fähigkeiten aus.
Eine gute Balance zu finden ist gar nicht so einfach, was mir sehr gefällt. Generell bin ich kein Fan von Sicherheitsnetzen in Form von zu vielen Speicherständen, aber ich musste zumindest für das Review doch darauf zurückgreifen, um nicht meine harte Arbeit komplett zu verlieren nur weil ich eine schlechte Entscheidung getroffen habe.

Als wäre das nicht schon abwechslungsreich genug, muss man auch das Energielevel der blutarmen Schülerin im Auge behalten. So manche Nacht ist alleine für die Regeneration draufgegangen, was mit der Deadline im Nacken keine angenehme Entscheidung war. Man könnte die Nacht besser nutzen, indem man sich über ahnungslose nachtaktive Bürger:innen der Stadt hermacht, um ein wenig Blut abzubekommen. Hier bietet das Spiel eine kleine Abwechslung in Form eines Minispiels im RPG-Stil. Aber Vorsicht! Diese zweifellos unfreiwilligen Blutspenden lassen auch den ein oder anderen Vampirjäger hellhörig werden.
FAZIT
Wie man sieht gibt es in Cute Bite definitiv einiges zu beachten und damit auch eine große Anzahl an verschiedenen Enden (>20!) freizuschalten. Tatsächlich hatte ich viel Spaß mit dem Spiel und ich fand es spannend nicht nur der jungen Vampirin wieder zu Glanz und Gloria zu verhelfen, sondern auch ihre Beziehung zu Layla auf verschiedenste Weise zu beeinflussen. Jede Entscheidung nimmt Einfluss auf den Charakter, ihre Ziele und ihre Werte und damit auch auf das Level an Macht und Einfluss am Ende eines jeden Durchganges. Verglichen mit anderen Titeln dieser Art zählt Cute Bite eher zu den leichteren Vertretern, weiß aber dennoch auch strategisch fähigeren Spieler:innen zu gefallen.

Ein herzliches Dankeschön geht an Ratalaika Games für die Bereitstellung des Mustercodes. Getestet auf Nintendo Switch.