R-Type ist eine Reihe die mich sporadisch seit meiner Kindheit begleitet, seitdem ich den ersten Teil damals auf dem Game Boy gespielt und lieben gelernt habe. Die Musik des ersten Levels habe ich tatsächlich immer noch manchmal als Ohrwurm und es reiht sich damit neben Gargoyles Quest und Fortress of Fear in meine Allzeitfavoriten der guten alten Zeit des Game Boys ein. Den dritten Teil habe ich aber tatsächlich noch nie gespielt, was ich hier mit dem Test gerne nachgeholt habe.

Storytechnisch erwartet man bei einem Shmup natürlich nicht viel, das Bydo Empire will wieder die Menschheit auslöschen und wir sind auserkoren, die Welt zu retten. Soweit so gut, im Endeffekt bedeutet das: Ballert auf alles was Euch entgegen kommt! Grafisch wurde das Spiel im Remaster sehr gut in 3D umgesetzt und der Clou, per Knopfdruck auf die alte Pixelgrafik umzustellen hat mir sehr gut gefallen, da man somit den direkten Vergleich hat. Es ruckelt nichts und auch die Musik hat eine Frischzellenkur erfahren, lässt sich aber wie auch die Grafik umstellen falls man den totalen Nostalgieflash will.

Bei Beginn des Spiels kann man sich glücklicherweise zwischen dem normalen Modus und dem Infinitemodus entscheiden. Warum glücklicherweise? Weil der Test ansonsten nur auf dem ersten Level basieren würde, denn das Spiel ist tatsächlich bockschwer. Ich habe nicht viele Vergleiche, aber ich würde es als das schwerste Shmup bezeichnen das ich jemals gespielt habe. Im normalen Modus gibt es beim Ableben rar gesäte Checkpoints und keine unendlichen Leben, man ist also gezwungen tief in die Materie einzutauchen und sich die Muster zu merken . Denn nur ein einziger Gegnerschuss oder eine kleine Berührung mit Gegnern oder Umwelt bringt euch sofort um. Eine Gesundheitsleiste existiert nicht und die Endgegner machen ihrem Namen alle Ehre. Da ich zum Glück keine Ehre zu verteidigen habe wurde R-Type III im Infinitemodus durchgespielt und selbst auf dem hatte ich teilweise Probleme, die Endgegner zu besiegen, nicht auszudenken wenn ich das hätte mit begrenzten Leben schaffen müssen. Das Gute vorweg: Im Infinitemodus beginnt man direkt an der Stelle an der man gestorben ist, ansonsten hätten mir die unendlichen Leben auch nicht viel gebracht.

Das Aushängeschild der R-Type Reihe, der Satellit, spielt natürlich auch im dritten Teil eine große Rolle. Zu Beginn sucht man sich einen von drei Satelliten aus und dieser bleibt bis zum Ende des Spiels der stetige Begleiter. Man kann ihn vorne oder hinten am Raumschiff andocken, man kann ihn gezielt verschiessen und der schiesst synchron mit dem Spieler weiter und er schützt vor kleinen Schüssen, sofern er angedockt ist. Im Laufe des Spiels kann man immer wieder neue Spielschüsse aufsammeln und seinen eigenen Standardschuss aufladen, mit dem man dann weitaus mehr Schaden macht.

Die große Frage bleibt natürlich: Macht das Spiel unter den Umständen Spaß? Ich bin ehrlich, ohne den Infinitemodus würde ich hier mit gelb bewerten, da mir einige Formationen zu unfair wirken und ich am laufenden Band gestorben bin. Zum Glück gibt es keine Todesstatistik am Ende, diese sähe nicht gut für mich aus. Wer sich in das Spielprinzip reinfuchsen möchte und sich auch nicht zu schade ist, es immer wieder zu probieren, die Formationen zu lernen und weiß wie er sich zu positionieren hat, wird hier viel Spaß (und Frust) haben. Für Gelegenheits-Shmup-Spieler wie mich wäre das nichts, aber dafür wurde ja Abhilfe geschaffen. Grafisch und musikalisch hat mir R-Type III gut gefallen und ich bin froh, mit dem Durchspielen eine weitere persönliche Spielelücke geschlossen zu haben. Shmup-Veteranen greifen hier zu und alle anderen sollten sich nicht von der Schwierigkeit abschrecken lassen.

Vielen Dank an ININ Games für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet wurde auf PlayStation 5.