Console Archives TOUKI DENSHOU ANGEL EYES (Review)

Bei Fighting Games von Koei Tecmo denkt man vermutlich schnell an Dead or Alive. Dieser Serie wird gerne ein Fokus auf weibliche Charaktere nachgesagt. Aber noch vor Dead or Alive erschien vom damaligen Tecmo das Fighting Game TOUKI DENSHOU ANGEL EYES, in dem nur weibliche Charaktere vorkommen. Dieses wurde nach der Arcade-Version auch auf eine 32-Bit-Konsole gebracht. Diese Version bringt uns nun HAMSTER Corporation mit Console Archives TOUKI DENSHOU ANGEL EYES. Lohnt sich der kleine Geschichtsausflug?

Wer wird neuer Erzengel?

In Console Archives TOUKI DENSHOU ANGEL EYES sucht der Erzengel eine geeignete Kandidatin, ebenfalls Erzengel zu werden. Acht Engel sind dabei in ihren Blick geraten. Als körperlose Engel ist ihre Fähigkeit, sich zu messen, begrenzt. Schließlich wird die Idee angenommen, Menschen Kraft zu geben und diese kämpfen zu lassen.

Das Handbuch der „Console Archives“-Version zeigt die Grundstory. Aber etwas seltsam übersetzt.

Zum großen Teil stehen diese acht Menschen in Bezug zu einer bestimmten Schule, auch wenn es keine Kampfkunstschule ist. Im Storymodus wählen wir dann eine von ihnen aus. Allerdings wird der ganze Vorgang der Begegnung und der Weg zur Kooperation schlicht ausgelassen. Teilweise wird auch schon von erfolgreichen Kämpfen berichtet. Und in manchen Geschichten gerät der Kampf um die Stellung des Erzengels gar in den Hintergrund. Dabei ist die Geeschichte jeder Kämpferin nur vielleicht zwanzig, dreißig Minuten lang inklusive vier bis fünf Kämpfen. Das Ende sieht man dabei nur, wenn man es ohne Nutzung von Continue erreicht. Aber die „Console Archives“-Version ermöglicht jederzeit zu Speichern und zu Laden.

Die Geschichte ist übrigens nur auf Japanisch. Während die „Console Archives“-Version ein übersetztes eigenes Handbuch hat und die Grundgeschichte erzählt, ist das Spiel selbst nicht übersetzt.

Kiriko Kasumi hat eine Schwester namens Akane. Klingt fast wie Ayane.

Neben der Story stehen noch ein VS-Modus mit einstellbarem Handicap, ein begrenzter Trainingsmodus und ein Arcadenmodus zur Verfügung. Im Trainingsmodus werden benutzte Eingaben eingezeigt und man kann das Verhalten des CPU-Gegners nur zwischen stehen, springen und kämpfen wechseln.

In den Kampf

Auch das erste Fighting Game von Tecmo dürfte Spieler mit Genre-Erfahrung wenig überraschen. Schläge und Tritte gibt es je in leichter und schwerer Variante. Dabei sind auch niedrige Angriffe möglich. Werfen kann man am Boden und in der Luft. Blocken kann man stehend und geduckt. Bei ersterem passiert es leicht, dass der Charakter nach hinten geht.

Durch die Kraft der Engel kann man ganze viermal springen, was schnell chaotisch wird. Einmal bis zum Landen kann man zudem kurz unverwundbar gegen Angriffe, nicht aber Würfe werden.

Chibiko in Sportkleidung greift auch mal mit Sportutensilien an.

Neben simplen Kombos durch Aneinanderreihen gibt es auch jeweils wenige charakterabhängige Spezialangriffe. Diese nutzen gerne Viertel- und Halbkreise, teils auch Folgen wie vorwärts > runter > runter und vowärts plus entsprechendem Angriffsknopf. Bei manchen ist ein bestimmter Angriffsknopf nötig, manche Spezialangriffe lassen sich aber durch verschiedene Knopfeingaben variieren. So kann zum Beispiel ein Elektrogeschoss von Raiya vorwärts, schräg hoch oder schräg runter geschossen werden.

Schleudert man einen Gegner weg, wird „Attack Chance“ eingeblendet. Dann kann man mit simpler Eingabe folgen und weitere Treffer landen. Bei Würfen passiert das nicht, unter Umständen kann man aber auf normalem Weg folgen.

Zu guter Letzt gibt es eine Emotionsleiste, die laut Anleitung durch „verschiedenes“ gefüllt wird. Zumindest wenn man nur noch wenig Lebenspunkte übrig hat, ist sie in der Regel voll. Dann kann man mit speziellen, in der Regel komplexeren Eingaben einen besonders starken Angriff einsetzen. Der kann natürlich daneben gehen.

Die Runden starten übrigens damit, dass beide Charaktere zueinander springen. Dann kann man beim Aufeinandertreffen auch schon angreifen.

Die Komplexität ist nicht allzu hoch ist, immerhin sind die anfänglichen Charaktere unterschiedlich genug. Andererseits ist das bei der geringen Zahl auch nicht so schwer. Durch den Storymodus freigeschaltete Varianten dagegen unterscheiden sich wenig von ihren Originalen.

Mögt ihr es auch, wenn die Lebensleiste leer aussieht, der Gegner aber noch nicht besiegt ist?

Für jeden Startcharakter sowie den nicht spielbaren Boss des Arcademodus gibt es eine Stage, insgesamt also neun. Allerdings bieten diese nur optische Unterschiede mit teils animierten Hintergründen wie jubelnde Zuschauer.

Fazit

Es war interessant zu sehen, dass Tecmo vor Dead or Alive ein Fighting Game gebracht hat, das tatsächlich nur weibliche Charaktere beinhaltet. Spielerisch im Bezug auf Balance, Gegnerverhalten und Modi konnte es aber weniger überzeugen. Die lediglich im Handbuch der „Console Archives“-Version aufgeführte Movevielfalt ist stark begrenzt. Neben den nur acht Charakteren zu Beginn kann man zwar noch elf weitere freischalten, die aber nur kleinere Variationen der Charaktere sind. Zudem kann man sie auch nicht in allen Modi verwenden.

Auch auf dem niedrigsten von vier Schwierigkeitsgrad werden Gegner im Arcademodus schnell spürbar schwerer, Blocken und Kontern gerne. Außerdem sind ihre vielen Sprünge desorientierend. Ohne die Möglichkeit jederzeit zu speichern und zu laden wäre es für mich auch mit unendlich Continues also schon auf „Easy“ schwer.

Hatten eure Teddies auch so lange Beine? Und so viele?

Der Storymodus ist wenig umfangreich und zudem nur auf Japanisch, was den Unterhaltungswert für viele stark einschränken dürfte. Und auch mit Sprachkenntnissen ist er nicht sonderlich der Rede wert. Das Ende sieht man jeweils wohl nur, wenn man die vier bis fünf Kämpfe ohne Continue schafft, was mit Speichern und Laden natürlich wenig problematisch ist.

Der Mix aus Sprites und auf 3D-Modellen basierten Charakteren ist ein bisschen ungewohnt. Für Letztere gibt es in der vorliegenden Konsolenversion freischaltbare herkömmliche Sprites. Musik und Sprachausgabe sind meist in Ordnung, die Tonqualität gerade bei Marie ist aber teils etwas unangenehm.

Um sich das Spiel mal anzusehen, ist Console Archives TOUKI DENSHOU ANGEL EYES mit seiner Speicher- und Ladefunktion eine gute Gelegenheit. Zumal es bei mir vorkam, dass von einem Tag auf den anderen der normale Speicherstand der simulierten Memory Card abhanden kam. Die fehlende Übersetzung im Spiel ist ein Manko, wenn auch hauptsächlich im relativ knappen Storymodus nachteilig.

Vielen Dank an HAMSTER Corporation für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf PlayStation 5.