Horrorspiele mit Action-Elementen haben oft ein schwieriges Balance-Problem zu lösen. Einerseits sollten die Kämpfe im Spiel nicht allzu frustrierend sein, andererseits kann ein zu müheloser Kampf schnell dafür sorgen, dass von der Horroratmosphäre nicht mehr viel übrigbleibt. In Kora: Neural Gridlock hat das junge Indie-Studio von erfahrenen italienischen Entwicklern einen anderen Weg gewählt: Man hat überhaupt keine Kampffähigkeiten, sondern muss einem bedrohlichen Gegner aus dem Weg gehen. Insofern kann Kora: Neural Gridlock als Stealth-Horror-Spiel verstanden werden, wobei man aber jedenfalls in der Demo nicht auf verbreitete Unterstützungsfunktionen wie Aufmerksamkeitsanzeigen zurückgreifen kann.
Das Gameplay in Kora: Neural Gridlock ist in der Konsequenz relativ langsam und bietet auch keinerlei Platforming-Fähigkeiten. Kora kann weder klettern, noch hopsen. Allerings hat sie eine Drohne mit dabei, die bedeutend mobiler ist. Die Drohne kann recht frei durch den Raum fliegen und lernt mit der Zeit verschiedene Fähigkeiten, die es der Drohne erlauben, mit der Umgebung zu interagieren und dem Spieler so den Weg freizulegen. Allerdings muss man dabei stets Acht auf den Batteriestand der Drohne geben, denn die Batterie kann man nur an wenigen ausgezeichneten Ladestationen im Spiel aufladen.

Das Leveldesign in Kora setzt auf eine Mischung aus stimmungsvoller Erkundung und Rätseln, die in der Demostichprobe von etwa einer halben Stunde Spielzeit an die Welteninteraktion von Resident Evil erinnern. Wichtig ist allerdings, dass man stets Augen und Ohren offenhält, ob die fiese Lichtgestalt im Gang lauert. Nur mit einer vorsichtigen Vorgehensweise hat man dann eine Chance, sein Ziel zu erreichen.
Obwohl Koras Leveldesign ähnlich verzweigt ist wie in einem Metroidvania-Spiel, bietet Kora keine Karte, die man mit sich nehmen könnte. Es gibt in dem Zentralraum des Spiels eine Karte, die man zur Planung seines Weges durch das Spiel nutzen kann, aber nur wer ein solides Gedächtnis mit ins Spiel bringt, hat eine Chance sich ohne gefährliche Umwege durch die Spielwelt zu bewegen.

In der Gamescom-Demo konnte die bedrückende Atmosphäre und die stilisierte Darstellung der Umgebung überzeugen. Für meinen Geschmack ist der Spielablauf etwas zu langsam und ich habe einige Male Schwierigkeiten gehabt, Interaktionspunkte zu erkennen, da die entsprechenden kontextsensitivien Interaktionssymbole nur in einem recht engen Feld sichtbar sind, aber für Horrrorfans, die beispielsweise an Alien Isolation viel Spaß hatten, dürfte Kora ein spannendes Projekt sein.