Na, mein letzter Ausflug mit Will ist diesmal noch nicht so lange her. Denn vor nicht einmal drei Monaten habe ich mich in den endlosen Vault gestürzt und direkt die ersten Eindrücke von Moonlighter 2 gesammelt. Und diesmal starten wir dann direkt durch mit mehr Eindrücken, mehr Dungeons, mehr von allem. Schauen wir mal, wie sich der Full Release mir verkauft!
Verfestigte Eindrücke
Beim eigentlichen Kern-Loop hat sich mein Eindruck seit damals bestätigt: Die Dungeons wissen durchaus zu gefallen und überzeugen visuell, die einzelnen Abschnitte sind dabei groß und weitläufig. In meinen Augen sogar etwas zu weitläufig, sodass einzelne Gegnergruppen etwas zu weit auseinander sind – und es auch sonst wenig Relevantes zu entdecken gibt.
Das Kampfsystem wurde ebenso nicht mehr verändert – funktioniert aber weiterhin für sich sehr gut und ist bedeutend tiefgreifender als im Vorgänger, da die Kämpfe wesentlich dynamischer sind und wir in Wills Haut stets in Bewegung bleiben sollten. Auch ist die Wahl der Waffe durch die unterschiedlichen Skills von großer Bedeutung. Aber während sich das grundlegende System seit meiner Preview nicht verändert hat, haben es dafür neue Waffen in den 1.0-Release geschafft. Allerdings sind diese erst im Endgame, nach dem Storyabschluss verfügbar. Denn erst dann schaltet sich der Infinite Endless Dungeon frei, bei dem immer weiter und weiter und weiter nach neuen Schätzen gesucht werden kann. Also stets weiterhin eine Karotte vor der Nase!

Alles rein in den Rucksack!
Auch wenn ich es riskiere, mich zu wiederholen: Das Inventar- und Schatz-System ist weiterhin ein absolutes Highlight, das ich so auch noch nicht in anderen Spielen gesehen habe. Schätze werden schließlich nicht einfach so in die Tasche gestopft. Stattdessen muss gut darauf geachtet werden, wie sie angeordnet werden und welche Nachbarn dort liegen. Oft lösen diese Artefakte auch sofort Effekte aus, die die Qualität von anderen Objekten steigern. Oder zerstören sich selbst und alle weiteren Artefakte in einer bestimmten Richtung. Und als Schatzjäger und König des Einzelhandels ist es die oberste Priorität, einen möglichst hohen Wert nach Hause zu bringen. Wir wollen ja schließlich Gewinn erzielen! Also wird drauflos gepuzzelt und immer wieder alles hin und her geschoben. Bis dann schließlich der größte Ertrag für uns ersichtlich wird.
Direkt danach geht es natürlich weiter in den eigenen Laden! Inzwischen kann dieser noch weiter aufgewertet werden, was sich allerdings mehr um kosmetische Anpassungen handelt. Unsere Schätze stellen wir weiterhin Stück für Stück zum Verkauf. Gleichzeitig versuchen wir mittels Modifikatoren und Boni so viel Profit wie möglich zu erzielen. Der eigentliche akzeptierte Grundpreis bleibt dabei gleich. Den finden wir Stück für Stück anhand der Reaktionen unserer Kunden heraus. Allerdings gibt es keine besonderen Auswirkungen von Angebot und Nachfrage. Das bedeutet also: Wenn ein Preis einmal funktioniert, dann funktioniert er später auch. Das macht die Preissetzung schon wesentlich einfacher, als wir es von Wills erstem Abenteuer kennen – aber gleichzeitig wird das System so stark ausgedünnt, dass es sehr viel von seiner eigenen Persönlichkeit verloren hat.
Die falsche Abzweigung?
In vielerlei Hinsicht kann ich eigentlich nur erneut auf mein Preview von vor zweieinhalb Monaten verweisen, da sich in der Essenz nicht wirklich viel zum Full Release getan hat. Bevor ihr direkt euren Geldbeutel zückt, geht noch einmal kurz in euch: Warum eigentlich mochtet ihr den Vorgänger so gern? Denn Erkundung, Kampfsystem und der gesamte Roguelite-Aspekt wurden deutlich ausgebaut, während das gestraffte Shopsystem an Tiefe verloren hat und sich fast schon automatisieren lässt. Für mich macht das Moonlighter 2 zwar zu einem ganz guten Spiel. Gleichzeitig verliert es aber die Einzigartigkeit, die den Vorgänger so besonders gemacht hat. Und die ich sehr geschätzt habe.

Mich dem endlosen Vault auf dem Steam Deck gestellt. Ein herzlicher Dank geht an Digital Sun und 11 bit studios für die Bereitstellung des Testmusters.