Unsere Häuser – Arm aber glücklich (Animal Crossing)

Artwork Happy Home Paradise

Als ich heute wieder am Strand vor der Ferienhausagentur war, um nach neuer Kundschaft zu suchen, wollte jemand eine von Japan inspirierte Hütte. Das war mir nach gerade einmal einer Woche noch ein wenig zu früh, also habe ich mich weiter umgesehen. Da fiel mir Ilona ins Auge, die auf einem Plastikstuhl ein Eis am Stiel genoss. Sie dachte an die Vergangenheit, als sie mit anderen irgendwo ihre Zeit verbracht hatte, wo nix war. Sofort hatte ich keine Ideen, also wusste ich, dass ich ihr unbedingt helfen musste. Als ich sie dann einlud, spezifizierte sie ihren Wunsch als Arm aber glücklich.

Nicht ganz, was ich erwartet hatte. Ihre gewünschten Artikel waren ein Leitungsmast, ein Damenfahrrad und ein Zaun. Um die drei Nichtnichtsgegenstände auszugleichen, habe ich Ilonas Ferienhütte auf einen einsamen Felsen verfrachtet. Und schon war Ilona sehr gespannt, ob ich es schaffen würde, den Ort ihrer Vergangenheit wieder aufleben zu lassen.

Ilona: "Früher hben wir immer rumgehangen, wo nix war..."
Baustellenlärm

Die vorgeschlagenen Möbelstücke erzählten eine ganz eigene Geschichte. Also wurde mir schnell klar, dass Ilona damals ja nichts hatte. Nicht einmal Ruhe. Daher entstand neben der Hütte eine Baustelle, abgetrennt durch mehrere Exemplare des gewünschten Zauns. Der stand schon länger herum und war daher braun und abgenutzt.

Wie der Bagger sich durch den harten Felsen graben sollte, weiß ich nicht. Aber dafür war wahrscheinlich der Presslufthammer da. Wer auch immer für die Baustelle verantwortlich war, machte gerade Pause, vergaß allerdings die Bio-Traubenlimonade auf dem Baustellenregal. Wenigstens waren die abgenutzten, schmutzigen Reifen daneben ordentlich aufeinander gestapelt.

Blick auf das Äußere von "Arm aber glücklich" von oben. Links die Baustelle, durch Zaun abgetrennt, mit Bagger, Stahlträger, Toilettenhäuschen sowie einem alten Fass. Rechts die Hütte. Vor dem Zaun ein Mülleimer, mehrere Müllsäcke und zwei einzelne Reifen. Zwei Pylonen stehen vor dem Haus.

Was Ilona auch nicht hatte, war eine wohlduftende Umgebung. Irgendjemand hat eine ganze Menge Müll hier abgestellt, vermutlich inspiriert durch das Infoschild zur Mülltrennung am Zaun. Ob der Leitungsmast daneben seinen Zweck erfüllte, wage ich zu bezweifeln.

Fehlte also nur noch ein gewünschter Gegenstand. 

Nahaufnahme Baustellenregal mit einer Dose, auf der organic steht, darunter das Symbol von Trauben. Daneben drei schmutzige Reifen, aufeinandergestapelt.
Ort zum Rumhängen

Auch drinnen hatte Ilona nichts. Keinen festen Boden, nur einen Sandplatz. Keine hohen Wände, nur graue Betonmauern mit Gitterzaun vor der Großstadtkulisse.

Aber zumindest noch ein wenig mehr Zaun, um eine optische Raumtrennung zu erzeugen. Und einen löchrigen Schilfteppich auf dem Boden. 

Ilonas Fahrrad steht außen am Zaun. Außerdem ist jemand mit einem alten Skatebord vorbeigekommen. Aber ein wenig scheu, also weiß ich nicht, wer das ist. Auf jeden Fall bemühen sich die beiden darum, ihren Müll nicht an ihrem Ort zum Rumhängen liegen zu lassen, sondern in Säcke zu verpacken, um ihn später mitzunehmen.

Der Treffpunkt selbst war so gut ausgestattet, wie es mit nichts ging. Ilona hatte irgendwo eine ÖPNV-Sitzbank aufgetrieben. Dort saß es sich etwas angenehmer als auf dem Schilfteppich. Eine Plastik-Kleiderbox diente als Ablage für Getränke. Auf einem Stapel Getränkekisten dagegen befand sich immer die neueste Zeitschrift, die sie mitbringen konnte. Also keine besonders aktuelle.

Obwohl sie nichts hatten, hatten sie doch ein wenig Luxus. Auf der Hängematte schlief es sich außerhalb der eigenen Wände fast wie auf Wolken. Eine Trockenblumen-Girlande sorgte für ein wenig Deko und war dabei sogar haltbar.

Ilona schaut sich das Fahrrad an. Die vordere Lampe ist eingeschaltet und beleuchtet die Wand. Neben ihr der Zaun, hinter dem sich der Rückzugsort befindet.

Als ich schließlich alles fertig eingerichtet hatte, überprüfte Ilona als allererstes die Beleuchtung ihres Fahrrads. Glücklicherweise funktionierte diese. Damit war Ilona vollends zufrieden und fühlte sich in ihre Vergangenheit versetzt, als sie arm, aber glücklich gewesen war. Sie mochte zwar nichts gehabt haben, aber doch hatte sie Freundschaft und einen gemeinsamen Rückzugsort gehabt. Und genau dort sollte ich sie jetzt wohl besser in Ruhe lassen.