Star Wars: Galactic Racer, eines meiner drei großen Hype-Spiele von 2026. Nun ist es endlich soweit und ihr könnt euch vermutlich vorstellen, wie sehr ich mich über den Testmuster-Code zum Spiel gefreut habe. Ob dieses Star Wars Rennspiel von Fuse Games und Secret Mode wirklich meine Hoffnungen erfüllt, musste sich dennoch erst beweisen.

Große Fußstapfen waren zu füllen
Star Wars: Galactic Racer ist nicht das erste Rennspiel innerhalb George Lucas Weltraum-Epos. Star Wars: Episode I Racer, Star Wars: Racer Revenge und Star Wars: Super Bombad Racing – diese drei gab es um die Jahrtausendwende. Im rein audiovisuellem Faktor kommen da natürlich noch immens viele große Star Wars Videospiele hinzu, aus allerlei Ecken und verschiedener Genres.
Selbst ohne die Star Wars IP dahinter, wirkt ein Blick auf die Burnout Reihe sehr passend, da hier ja mehrere ehemalige Burnout Entwickler dran beteiligt waren. Auch kann ich nicht anders, als MotorStorm in den Vergleich einzubeziehen, einfach weil mich viel Gameplay an dessen Offroad-Streckendesign erinnert hat.

Die Galaktische Liga von Star Wars: Galactic Racer
Doch erst mal zum Spiel an sich: Das Erste was einem nach Spielstart ins Auge fällt (nach diverser netter Einstellungen), ist die Einzelspieler-Kampagne namens „Galaktische Liga“.
Hier wählen wir direkt eine der drei Fahrzeug-Klassen und können unseren Main-Charakter ein klein wenig optisch anpassen. Dieser nennt sich Shade, unabhängig ob man diesen Fahrer mit männlicher oder weiblicher Statur sowie Stimme gestaltet (alles frei mischbar). Danach geht die Liga mit einem Intro los.
Die Geschichte startet für den Spieler recht flott: Kurze Einleitung, danach Tutorial-Rennen, alles mit kleinen Cutscenes und dann befinden wir uns auch schon im ersten Hub-Raum der Story, über den das volle Gameplay-Geschehen los geht.
Dabei lernen wir schonmal wichtige Story-Charaktere kennen, wie den Liga-Veranstalter Pax, die Mechanikerin Hibi und den primären Antagonisten Kestar Bool. Daneben gibt es viele weitere Charaktere, gegen die wir sowohl Rennen fahren, als auch direkt in der Story interagieren.

Keine Angst! Die Story ist toll, aber das Spiel steht im Fokus
Mir gefiel die Story unerwartet gut, sowohl der Hauptplot als auch die kleinen Gespräche zwischen den ganzen Charakteren. Es hat einen absolut tollen Star Wars Charme, die meisten Charaktere sind neu für dieses Spiel gemacht und dennoch gibt es viele Elemente, die nostalgische Gefühle erwecken.
Doch hier sei sehr positiv anzumerken: Nicht nur sind die meisten Gespräche schön auf den Punkt, sondern viele Gespräche laufen einfach im Hub so nebenbei. Euch interessiert ein Gespräch zwischen zwei anderen Piloten nicht? Lauft einfach dran vorbei.
Selbst die Pflicht-Dialoge sind kaum ein Problem, da man diese flott durch spammen kann, um direkt zum Geschehen zu kommen. Wobei ich betonen möchte, dass diese Gespräche wirklich Qualität haben und es schon schade wäre, ihnen nicht zumindest eine Chance zu geben.

Das Rogue-like Konzept von Star Wars: Galactic Racer
Das besondere an der Kampagne ist eindeutig, dass wir hier doch tatsächlich einen Rogue-like Aufbau haben. Wobei, eher ein „Rogue-lite“, da wir nach und nach permanente Verbesserungen freischalten können, die uns zukünftige „Runs“ vereinfachen („Run“ im folgenden als Tour bezeichnet).
Wie soll man sich das nun bei einem Rennspiel vorstellen? Die Karte der Liga erinnert direkt an Rogue-likes wie Slay the Spire: Mehrere Wege mit verschiedenen Veranstaltungen als Auswahl. Darunter primär Rennen, aber auch ?-Felder oder anderes Besonders.
Wie verliert man? Auf Schwierigkeitsgrad Pilot (Mittel) hat man innerhalb eines Rennens drei Leben. Crashen wir also drei mal, verlieren wir einen Liga-Token und sind somit aus der Liga raus. Sprich, wir müssen eine neue Tour beginnen.
Der Liga-Token ist hierbei im Prinzip das eine Leben, welches man über die Tour hat. Im Verlauf der Tour hat man hier und da mal die Chance einen weiteren Token zu bekommen. Doch aufgepasst! Einige Veranstaltungen sind unbarmherziger und nehmen einem sofort den Token weg. Allen voran das wiederkehrende Eliminator-Rennen, bei dem man einen Token verliert, wenn man nicht unter den Top 3 landet.
Im Laufe des Spiels fiel mir irgendwann wieder ein typisches Problem von Rogue-likes auf: Man spielt die ersten Gebiete deutlich öfter als die letzten Gebiete. Doch gerade als ich einen Anflug dieses Gefühls bekam, schaffte ich es in den nächsten Akt und Schwupp – die Planeten wurden darin neu gemischt. So einfach kann man diesem Problem entgegen kommen!

Upgrades, Gefallen und Rivalen
Im Verlauf der Tour haben wir immer wieder die Chance unseren Speeder zu verbessern. Entweder über den Shop im Hub oder als direkte Belohnungen nach Rennen. Riskantere Rennen (wie Eliminator) geben dabei auch bessere Belohnungen.
Vor den Rennen können wir eine Wette abschließen, ob wir einen bestimmten Fahrer schlagen. Dies kann zu einem Ereignis führen, welches irgendwann mitten in der Tour ein Rivalen-Rennen auslöst. Gewinnt man dieses, bekommt man einen weiteren Token und vielleicht einen Gefallen.
Gefallen sowie der Piloten-Stil sind Verbesserungen, die sich vor der Tour auswählen lassen. Durch bestimmte Bedingungen können wir diese freischalten und auch mit weiterem Spielen von Touren verbessern.

Gameplay – Schnell und brutal
Am einfachsten lässt sich das Gameplay von Star Wars: Galactic Racer wie folgt zusammen fassen: Hohe Geschwindigkeit mit Boost und Takedown Mechaniken, die an Burnout erinnern. Offroad Strecken, gepflanzt in eine bestehende Szenerie, ohne Erbarmen bei Terrain-Kollisionen, was hingegen an MotorStorm erinnert.
Diese Seiten, gepaart mit nutzbaren Werkzeugen und einer Drift/Kurven-Funktion (je nach Speeder-Typ), machen das hauptsächliche Gameplay aus. An Werkzeugen gibt es z.B. ein Schild, eine Kühlung für den Ramjet, ein Projektil und einen Autopilot. Dazu gibt es allerlei Detail-Elemente wie z.B. einen verwundbaren Status, wenn man mit jemand/etwas kollidiert, was wiederum zur Gefahr eines Crashs führt.
Ebenso besonders sind die Gameplay-Auswirkungen der Verbesserungen. Viel zu viel um das alles aufzulisten, aber z.B. kann eine Ausrüstung den Nachbrenner (1. Boost) bei perfekter Landung auf Null setzen oder eine andere Ausrüstung lässt den Ramjet (2. Boost) im Windschatten abkühlen.
Der Ramjet ist übrigens ein zweiter Boost, welcher wiederum auch an MotorStorm erinnert. Denn dieser heizt sich bei Nutzung auf und passt man nicht auf, kann der Speeder am Ende explodieren. Dies kann durch einige Faktoren beeinflusst werden, wie z.B. …

Die variationsreichen Strecken
In Star Wars: Galactic Racer gibt es insgesamt sechs Planeten mit grob vier Strecken je Planet. Diese Zahl ist recht vage, weil ich sie zum einen nicht perfekt durchzählen konnte (dazu unten mehr) und zum anderen hat der letzte Planet weniger, dafür gibt es aber gesonderte Podracer-Strecken.
Vor allem die Vielfalt ist wirklich fantastisch: Von Schnee, über Wüste, zu Dschungel. Viele tolle unterschiedliche Szenerie. Doch da geht es nicht nur um die Optik! Denn z.B. muss man auf Ando Prime konstant mit Frost kämpfen, in der Sonne auf Jakku mit Hitze und besonders mit der Säure auf Sentinel I.
Die Streckengestaltung fällt hier super interessant aus. Manche dachten sich vielleicht schon „die Strecken sind ja viel zu offen“. NEIN! Also ja, sie sind teils sehr offen, aber dann wieder auch nicht. In Star Wars: Galactic Racer fährt man in einem Moment über ein riesiges Feld und dann plötzlich im nächsten Moment durch einen Gang, durch den der Speeder nur gerade so durch passt.
Dies wird verstärkt durch mehrere Abzweigungen, Sprünge und sehr viele, recht gefährliche, Abkürzungen. Ich kann nicht anders, als die Streckengestaltung genial zu nennen! Nicht ganz so genial wie in den MotorStorm Spielen, aber nah dran.
Eigentlich ist nur etwas schade, dass auf den Planeten die Abschnitte teils mehrfach verwertet wurden. Beispielsweise fährt man in der 2 Runden Strecke von Jakku teils auch über die Abschnitte der kurzen 6 Runden Strecke. Ist nur halb so wild, weil wirklich gekonnt umgesetzt, aber ich denke durchaus eine Erwähnung wert.

Die drei Speeder von Star Wars: Galactic Racer
Wie bereits erwähnt, gibt es drei Speeder im Spiel: Der klassische Landspeeder gleicht grob einem schwebendem Auto und kann mit Viereck normal driften. Das Speeder Bike ist klein und kann einen Driftboost nutzen. Der Skim Speeder erinnert an ein Flugzeug und kann eng um Kurven fahren.
Alle Speeder lassen sich äußert toll gestalten. Man kann sich mehreren Modelle erspielen und mit diesen auf sechs Bereichen die Teile komplett frei mischen. Vor allem witzig, dass hier Links und Rechts getrennt behandelt werden. Sprich, man hat die Möglichkeit einen asymmetrischen Speeder zu gestalten.
Auch die Farbgestaltung gefällt mir richtig gut. Zwar hat man feste Farb-Sets, doch kann man dies mit Mustern mischen und dazu unter einer Farbe eine Art Metall oder Rost einbinden. Die Resultate können sich wirklich oft sehen lassen.

Das ist genau wie Podrennen!
Sehr verwirrend am Spiel fand ich den Umgang mit den Pod-Racern. Denn Pod-Racer kann man nicht zusammen mit den drei Speedern fahren, sondern nur separat in einem extra Rennen. Auch mit größtenteils komplett anderen Strecken.
An sich finde ich das eher schade, da Pod-Racer wohl meine Lieblings-Klasse wären, könnte man diese zusammen nutzen. Aber andererseits haben die Entwickler damit auch andere stilistische Faktoren eingebaut. Denn bei den Podrennen fährt man nicht die üblichen Piloten, sondern sechs der klassischen Piloten aus Star Wars Episode I, wie z.B. Sebulba und Gasgano – super witzig.
Die Podrennen sind generell viel schneller als die Speeder und in der Kampagne nehmen die einen speziellen Stellenwert ein. Dazu möchte ich nix direktes spoilern, aber es ist spannend gemacht.

Mehrspieler und andere Modi?
Etwas überrascht war ich von dem fehlenden Freien Spiel in Star Wars: Galactic Racer. Man hat wirklich keine Möglichkeit, frei eine Strecke und Fahrer auszuwählen und einfach so zu fahren. Es gibt zwar neben der Kampagne, mehrere Szenarien von anderen Charakteren (zu je 5 Rennen als Tour) und einen Arcade Modus mit Zeitrennen, aber da fährt man generell immer nur feste Kombinationen.
Im Arcade erscheint es bei den Podrennen etwas, als wären hier auch normale Rennen dabei. Aber letzten Endes spielt auch dort nur eine Bestzeit eher die Rolle. Dennoch muss man aber sagen: Es gibt super viel zu tun und alles macht Spaß. Für einen Einzelspieler, der sich ein Haufen Aufgaben wünscht, ist das durchaus ein Fest.
Einen lokalen Mehrspieler-Modus gibt es leider nicht, dafür aber Online. Hier können wir mit je den Speedern oder den Pod-Racern eine Mehrspieler-Tour oder Schnelle Rennen fahren. Die Mehrspieler-Tour gefiel mir richtig gut, da sie das System der Kampagne in Kleinformat gegen andere Spieler darstellt (jedoch ohne Eliminierung).
Egal welchen Modus man Online spielt, man steigt dadurch im Online Rang und schaltet neue Charaktere innerhalb Online frei. Simpel, aber gefiel mir ziemlich gut. Vor allem, dass die Fahrer hierbei feste Piloten-Stile haben und somit es durchaus eine Rolle spielt, wen man wählt.

Audiovisuell – Bombastisch wie Star Wars sein sollte
Schon seit den ersten Rennen im Spiel, bin ich einfach nur begeistert von der optischen Darstellung des Spiels. Es sieht richtig gut aus, die Welten stecken voller Detail mit vielen Wesen, alles ist rustikal gemacht, die Charaktere sind toll designt und Effekte sind bombastisch.
Dies merkt man natürlich auch bei den besagten Takedowns, die genau wie in Burnout einen Kameraschwenk drauf ziehen. Was aber auch nerven kann, doch glücklicherweise in den Einstellungen man abschalten kann.
Der Sound? genial! Es rummst, die Speeder machen diese tollen Hovercraft-Sounds, Boosts sind sehr wuchtig, alles wirkt nach schwerem Gerät und die Soundeffekte der Umgebungen sind ebenso stimmig.
Und wer hätte es gedacht? Die Star Wars Musik ist dramatisch wie eh und je. Tatsächlich läuft hier die Musik nicht konstant, sondern setzt manchmal erst in der Mitte des Rennens ein. Doch der restliche Sound ist einfach so gut, dass es hier mich ausnahmsweise mal nicht stört.

Fazit – Star Wars: Galactic Racer ist anders als erwartet, aber dennoch fantastisch!
Zu Beginn des Spiels war ich doch wieder ziemlich skeptisch, ob der Rogue-like Ansatz mir nicht doch irgendwann auf den Zeiger gehen könnte. Doch nun nach knapp 40 Stunden Spielzeit, ist meine Lust bei weitem noch nicht vergangen. Obwohl ich die Story durch habe! Wahrscheinlich liegt es einfach daran, weil ich dieses Spiel im Gameplay so klasse finde, dass ich das Konzept eher sogar mehr Genießen kann, als bei anderen Rogue-likes.
Denn auch wenn mir ein lokaler Mehrspieler und freier Modus fehlen, Star Wars: Galactic Racer hat so geniales Gameplay, wirklich tolle Strecken, eine fantastische Präsentation und sogar eine klasse Story – da kann ich einfach nur den Stempel zücken!

Mag ich
– Richtige fordernde Offroad-Strecken mit abwechslungsreichen Settings
– Tolles Gameplay mit vielen unterschiedlichen Kniffen
– Fantastische Präsentation
– Spannende Story
– Rogue-like Konzept unerwartet gut
– Verschiedene Speeder und dazu Pod-Racer
– Generell viel zu tun für Einzelspieler
– Tour im Online-Modus
Mag ich nicht
– Kein lokaler Mehrspieler (Splitscreen)
– Kein freies Spiel
– Pod-Racer getrennt vom Rest und nicht auf jeder Strecke spielbar
– Trotz toller Umsetzung: Rogue-like kann bei schlechten Runs nervig werden
Vielen Dank an Fuse Games und Secret Mode für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf PlayStation 5.