Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights (Review)

Artwork Temirana

Es gab eine Zeit, da habe ich mich alle paar Wochen beim Lesen von Fantasyroman-Rückseiten geärgert. Jedes Mal, wenn im letzten Satz ein Junge erwähnt wurde, wusste ich, ich konnte all das spannend klingende Worldbuilding gleich wieder vergessen. Heute sehe ich das wesentlich entspannter. Nicht nur, weil ich mich erst langsam wieder an ein Buch in meiner Hand gewöhne, oder weil ich zwischenzeitlich nur noch schlechter darin wurde, interessante Bücher auszuwählen. Vielleicht habe ich mich schlicht damit abgefunden, weil alle Alternativen nur auf andere Weise noch schlimmer waren. Irgendwann habe ich aber auch eine gewisse Freude an Romantik im Fantasymantel gefunden. Die Otome-Visual-Novel Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights stellt dabei das Worldbuilding nicht hinter die Beziehungsentwicklung. Dafür spielen romantische Momente je nach Route eine untergeordnete, aber mit der übrigen Handlung verwobene Rolle.

Temirana

Und Temirana wartet mit sehr viel Worldbuilding auf. Etrudia, die Welt, in der die Visual Novel spielt, ist aufgeteilt in verschiedene Kontinente, deren Bewohner:innen zu verschiedenen Gottheiten beten. Titelgebend ist das Reich, in dem die Protagonistin lebt. Die Menschen in Temirana beten Vornthal an, Gott der Weisheit. Da mag es im ersten Moment irritierend wirken, dass auch Glück eine große Rolle bei ihnen spielt. Aber gemeinsam mit durch den Geburtsmonat vorgegebenen Berufen und einer starren gesellschaftlichen Hierarchie funktioniert das erstaunlich glaubwürdig. Im Detail hin und wieder auch, weil viele Chancen, die überhaupt ermöglichen, Glück zu haben, aus dem gesellschaftlichen Umfeld entstehen.

Bei den vielen Feinheiten im Worldbuilding ist das vorhandene Wörterbuch sehr praktisch. Die insgesamt 191 Begriffe beinhalten zwar auch alle Hauptcharaktere, aber darüber hinaus auch viele Begrifflichkeiten, die ich nicht immer nach dem ersten Mal komplett verinnerlicht hatte. Zwischen Monaten, Ortschaften, Gottheiten und historischen Figuren finden sich auch viele Lebensmittel und Gerichte. Zwar lässt sich darüber streiten, ob die dritte Frucht, die ein echtweltliches Pendant hat, tatsächlich einen eigenen Namen benötigt. Allerdings sorgt das umgekehrt dafür, dass spezielle Eigenschaften, die sich in anderen Fällen von unserem Gegenstück unterscheiden, organisch klingen. 

Aktiv nachgeschaut habe ich aber tatsächlich nur wenige Begriffe, bei denen ich wusste, ich hatte sie schon gelesen, erinnerte aber nicht an den Kontext. Zudem werden die wichtigsten Begriffe auch in jeder Route erklärt, tauchen sie dort zum ersten Mal auf. Gleichzeitig gibt es auch vereinzelte Aspekte wie das Namenssystem, die nicht explizit erklärt werden.

In Temirana geht es gegenwärtig weitgehend friedlich zu. Allerdings sucht das Reich alle 500 Jahre eine verheerende Katastrophe ein. So soll es auch in diesem Jahr geschehen. Auch wenn sie nur die dritte Prinzessin ist, möchte die Protagonistin auch darauf bestmöglich vorbereitet sein.

Burkitt: "Royalty leads the knights. Therefore, you must wield a beautiful sword inside your heart to lead those who carry real swords."
Cecilia hat auch selbst Schwertkampf erlernt, aber in ihrer Prinzessinnenrolle kann sie das kaum nutzen.
Prinzessin Cecilia

Der Standardname der Protagonistin in Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights ist Cecilia, ihr Standardspitzname Cecily.

Prinzessin Cecilia gilt als verflucht. Sie trägt ein Mal auf ihrer Stirn, das sie sorgfältig versteckt. Ihr Leben war schon mehrfach in Gefahr. Nun steht sie kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag, ab dem sie als erwachsen gilt und ihren eigenen Ritterorden zu ihrem Schutz ernennen soll. 

Vor jeder Bedrohung warnt sie ein Leuchten, das nur sie sieht. Doch als das Light of Good Fortune zum ersten Mal fünf Menschen anzeigt, sieht sie das nicht als Warnung vor einer zu vermeidenden Gefahr. 

Stattdessen beschließt sie, diese fünf Männer zu ihren Rittern zu ernennen.

… Vielleicht ist sie die glückliche Prinzessin, weil das trotz all der Gefahren, die im Zusammenhang mit ihren Rittern entstehen, letztlich glimpflich ausgeht. (Außer in den vorzeitigen Enden.)

Aufgrund ihres Fluches lebt Cecilia abgeschieden im eigenen Anwesen. Weitgehend abgeschottet von der Außenwelt, kämpft sie nicht nur mit familiärer Einsamkeit, sondern auch fehlenden Kenntnissen im Umgang mit anderen. Klassenunterschiede verschwimmen trotz ihres Adelsstandes. Bisweilen agiert sie sehr naiv, weil sie schlicht nicht weiß, was sie bedenken soll.

Gleichzeitig ist sie sehr bedacht, ihr Bild von einer perfekten Prinzessin aufrechtzuerhalten. Schließlich muss sie ausgleichen, dass sie die verfluchte Prinzessin ist. So entstehen oft Kontraste zwischen ihrem Innenleben und dem, was sie sagt. (Leider unvertont, aber das bin ich gewohnt.) Ich mag auch ihre Gedanken zu den Love Interests, insbesondere, wenn sie langsam ihre eigenen Gefühle erkennt.

Das bietet viel Raum für Charakterentwicklung, die sie immer wieder in unterschiedlichen Nuancen durchmacht. Selbst wenn die eine oder andere Entscheidung haarsträubend ist, habe ich mich nie über Cecilia aufgeregt. Für sie sind die meisten Entscheidungen, die sie trifft, sehr logisch überlegt. Erhalte ich die Wahlmöglichkeit, sind einzelne Optionen merkwürdig, zumeist aber sinnvoll.

Kennenlernen

Die Common Route in Temirana ist sehr ausführlich. Nicht nur erhalte ich die Möglichkeit, Cecilias Beziehung zu den fünf Love Interests zu verbessern, deren Routen organisch anschließen. Auch die Welt lerne ich gut kennen, wobei in den Charakterrouten auf den Grundlagen aufgebaut wird. Und die Charaktere lernen sich untereinander kennen.

Zudem erhalten alle potenziellen Partner ausführlichen Raum, um sich zu präsentieren. Warum sie (nicht) Ritter werden wollen, woher sie stammen. Eigenheiten, die tiefer als die grundsätzlichen Charaktereigenschaften reichen. Das schafft eine sehr breite Basis, um sich für eine erste Route zu entscheiden.

Insbesondere erhalten Cecilia und ich auch Einblicke in die Ziele und Motivationen der Love Interests (oder den Mangel daran). Während viele Entwicklungen und Erkenntnisse auch knapper gehalten außerhalb ihrer Routen stattfinden, zeigen sich so schon Wege auf, auf die sich Cecilia begeben kann.

Nicht zuletzt führt die gemeinsame Route sehr viele wichtige weitere Charaktere ein. Maskottchen Benetti und Bodyguard Eric bringen sehr spezielle Sprechweisen und Herzchen und Sternchen in den Dialogboxen mit. Ein wenig ernster, aber mir nicht weniger lieb ist beispielsweise Karim, Ehemann von Cecilias älterer Schwester und Mitglied der komplizierten Order of Lux. Manch antagonistische Gestalt mag ein wenig überzogen wirken, unter den fast cartoonhaften Bösewichten verbergen sich aber ausgearbeitete Beweggründe.

Auch wenn Cecilia durchaus in Gefahr gerät und der Weg zum eigenen Ritterorden steinig ist, bietet die gemeinsame Route viel Humor. Etwa durch Benettis überzogene Art oder Cecilias Versuche, einer Standpauke zu entgehen. Auch die Interaktionen zwischen den künftigen Rittern und mit Cecilia machen viel Spaß.

Zwischen Humor und locker-flockigen beziehungsbildenden Szenen kommen auch die ernsten Momente nicht zu kurz. Aber verglichen mit den Charakterrouten liegen zu Beginn die Comedy-Momente mehr im Fokus.

Als ich eigentlich schon mit allen Routen fertig war, hat mich zudem ein kleiner Bonus in der gemeinsamen Route angenehm überrascht.

Benetti: "Don't you ever want to do normal things, like have fancy tea at a café? ♥ Or fall in love with a handsome guy? ♥♥"
Die Ritter

Mit Prinzessin Cecilia allein ist es natürlich nicht getan, ihre Partner sind mindestens ebenso wichtig. Am Ende der Common Route zweigen die Charakterrouten automatisch ab, abhängig von jederzeit überprüfbaren Beziehungswerten. Aus Spaß habe ich ausprobiert, was passiert, wenn Cecilia jedes Mal die schlechteste Wahl trifft (die sie nicht tötet). Was ich als Notfallabsicherung vermutet hatte, griff helfend ein, ist ansonsten aber unwichtig.

Optionen, die die Beziehung verbessern, werden nach der Wahl optisch markiert. Dadurch, dass ich jederzeit im gelesenen Text zurückspringen kann, kann ich so bei einem Fehler die Auswahl schnell korrigieren. Ausgenutzt habe ich das, wenn ich dafür sorgen musste, in einer neuen Route zu landen, und beim Verfolgen der schlechten Enden. Gerade in den Charakterrouten ist oft schnell klar, welche Antwort die Beziehung verstärkt. 

Neben den vorzeitigen Enden bietet jede der fünf Routen ein schlechtes und ein normales Ende sowie ein etwas verlängertes wahres Ende. Die wahren Enden habe ich dabei fast jedes Mal auf Anhieb erreicht. 

Anschließend schalte ich eine geheime sechste Route frei, die deutlich länger ist. Obendrein finden darin die emotional aufwühlendsten Momente statt.

Beziehungswerte mit den Love Interests in Temirana, alle in der unteren Hälfte, da während der Common Route.

Einige Ereignisse finden in allen Routen statt. Die Wege dorthin unterscheiden sich und die Ereignisse selbst kontrastieren dadurch. So sind es immer nur vereinzelte Textstellen, die sich repetitiv anfühlen.

In einzelnen Routen gibt es Stellen, an denen Cecilia über spezifische Geschehnisse auffällig schnell hinwegsieht. Ich kann verstehen, dass nicht noch ein Fass aufgemacht werden soll, um nichts zu sehr zu verkomplizieren. Und zumindest verzeihen die Love Interests das nicht so schnell.

Weitgehend gelungen ist auch das Aufgreifen des entwickelten Ensembles in den einzelnen Routen. Auch die anderen Ritter treten weiterhin auf oder werden erwähnt, selbst wenn sie manchmal aus nachvollziehbaren Gründen sehr stark in den Hintergrund treten. Die Common Route bietet zudem eine solide Grundlage für Entwicklungen, bei denen Cecilia nicht zwingend dabei sein kann.

Josephy

Josephy ist ein Prinz aus dem untergegangenen Königreich Zondarig. Seine Flucht hat ihn ins weit entfernte Temirana gebracht, wo er bei der Marveil-Truppe untergekommen ist. Cecilia glaubt ihm nicht auf Anhieb und kann wiederholt seinen Status infrage stellen. Sie hält ihn für arrogant, lernt allmählich aber auch andere Seiten an ihm kennen. 

Beispielsweise, dass er sich schnell provozieren lässt. Die beiden reiben sich aneinander auf und Josephys direkte Art macht es Cecilia schwer, die Fassade als perfekte Prinzessin aufrechtzuerhalten. 

Er nimmt auch seine Rolle als Ritter ernst und wächst daran, auch wenn er eigentlich ein völlig anderes Ziel verfolgt. Dass er seine Heimat wieder aufbauen will, spielt in seiner Route eine tragende Rolle.

Die Beziehung zwischen den beiden entfaltet sich gemächlich und natürlich. Der Balanceakt zwischen Josephys Beweggründen und der Romanze ist überzeugend umgesetzt.

Josephys Geschichte ist eine der Routen, die am wenigsten mit den übergreifenden Mysterien zu tun haben. In der Hinsicht deutet sie ein wenig an, wirft aber mehr Fragen auf, als sie beantwortet, ähnlich wie die gemeinsame Route. Für eine langsame Einführung würde sich die Route wahrscheinlich gut eignen.

Cecilia zu Josephy: "Forgive me, but for someone claiming to be a prince, youre attire and attitude are a bit... lacking."
Adel

Er mag zwar Adel heißen, aber eigentlich ist er Bauer. Teil einer großen Familie, die ihm wichtig ist, auch wenn sie ihm viele Sorgen bereitet. Als Angehöriger des niedrigsten Standes sind ihm viele Grenzen gesetzt und bisweilen mangelt es ihm daher an Selbstbewusstsein. Dennoch hat ihn das eine Buch über einen Helden, das er lesen konnte, nachhaltig beeindruckt.

Adel wird ein wenig zu sehr von seinem Plot gefangen genommen, als dass seine Liebesgeschichte wirklich glänzen könnte. Er hat seine niedlichen Momente und ich mag, dass er sich nicht nur herkunftsbedingt mit Pflanzen auskennt. Als Ritter kann er seine Wissbegierde nun stillen und wartet daher mit viel Wissen und Ideen auf. Doch leider kann er auch das in seiner Route vergleichsweise wenig zeigen.

Es ist ein wenig schade, aber in der Common Route gefällt mir Adel zumeist besser. In seiner Route finden sich viele Enthüllung zu den übergreifenden Mysterien, die nicht immer elegant geschehen. Manche Ereignisse werden einfach nicht nachdrücklich genug hinterfragt. Da ich die Route spät gespielt habe, mochte ich aber, wie ich frühere Spekulationen bestätigen oder mich an vorher offene Fragen zurückerinnern konnte.

Tobias

Tobias ist Adliger und möchte tatsächlich von Anfang an Ritter werden. Sein Problem ist allerdings, dass er mehr als schwächlich ist. Zu Beginn kann er kaum sein Haus verlassen und keinen Satz sagen, ohne zu husten. Er ist großer Fan eines bestimmten Ritters und ich bin großer Fan seiner Stimme. Besonders in der Common Route ist die Vertonung durch Yusuke Kobayashi (auch bekannt als Fire Emblems Byleth) grandios.

Im Verlauf wird er deutlich stärker und sein gesundheitlicher Zustand bessert sich, so dass sich die schwächliche Stimme und das Husten allmählich verlieren. Aber auch weiterhin macht er Spaß.

Der Verlauf der Handlung hat mich bei ihm am meisten überrascht, gerade zu Beginn seiner Route. Während Tobias’ Plot für die übergreifende Handlung eine große Enthüllung bringt, bleiben romantische Szenen eng damit verbunden. Da Tobias weitgehend positiv und fluffig-amüsant ist (wenn er nicht gerade das Gefühl hat, zu sterben), ist seine Route erstaunlich ernst. Manchmal arbeiten Cecilia und Tobias etwas wenig zusammen und könnten etwas mehr miteinander kommunizieren, aber insgesamt ist auch seine Route überzeugend umgesetzt.

Milan

Als Schwertschmied ist Milan eher ungeeignet, aber für ornamentale Details und Nutzgegenstände hat er ein Händchen. Seine Route leidet unter einer Häufung von unsauberen Texten. Überall in Temirana fehlen manchmal Wörter oder Buchstaben, einzelne Sätze sind holprig oder Satzteile wiederholen sich. Aber in Milans Route ballen sich solche Fehler.

Daneben bietet seine Route aber auch eine Menge Foreshadowing für einige große Enthüllungen. Entsprechend war ich nicht ganz so sehr überrascht wie bei Tobias, aber ich mag sehr, dass nichts aus dem Nichts geschieht.

Auch Milan hat eine sehr persönliche Motivation, Cecilias Ritter zu werden. Das sorgt dafür, dass nicht ganz davon überzeugt ist, seine Rolle auszufüllen, zumal er eher einzelgängerisch und wortkarg ist. Ehe seine Route umso ernster wird, kommt es dadurch aber auch zu einigen amüsanten Szenen mit den anderen Rittern.

Sein Romantik-Anteil hat in der Mitte ein paar Tiefpunkte, die allerdings eher aus Cecilias Umgang entstammen als aus Milans inneren Kämpfen. Sein wahres Ende ist eher bittersüß, aber dabei sehr passend umgesetzt.

Kiya

Der jüngste der Gruppe ist Kiya, im Waisenhaus aufgewachsen und mit heftigen Erinnerungsproblemen. Die wichtigsten Rahmendaten trägt er auf einem Stück Holz um seinen Hals, da er das jeden Morgen neu erlernen muss. Ohne Vergangenheit blickt er auch nicht in die Zukunft. Mit sehr viel Geschick unterstützt er Tobias, was Cecilia als Vorwand nimmt, ihn auch auf ihr Anwesen einzuladen. Für die anderen Ritter und weitere wichtige Personen hat er eigene Spitznamen, was seinen Dialogen eine besondere persönliche Note verleiht.

Kiya wächst schon in der Common Route deutlich, in der sich auch sein Gedächtnis langsam verbessert, die Ursachen ergründen sich erst später. Optisch macht Kiya die deutlichste Veränderung durch, da seine Haare zu Beginn die Augen verdecken. Auch wenn ich den gewohnten Anblick anfangs vermisst habe, mag ich das Detail.

Kiyas Route enthüllt sehr viele Geheimnisse. Da ich mir seine Route für den Schluss aufgehoben habe, konnte ich bis dahin viele eigene Überlegungen anstellen. Ein paar der Rahmenhandlungen überzeugen hier nicht so ganz, tun dem übrigen Geschehen jedoch keinen Abbruch. 

Allerdings stört mich ein wenig, dass der Unterschied zwischen dem schlechten und dem wahren Ende nicht ganz überzeugt.

Tag und Nacht

Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights zeigt viele verschiedene Orte als Hintergründe. Besonders gefällt mir dabei, dass viele von ihnen dezent animiert sind. Mal flackert ein Lagerfeuer, mal ziehen Sternschnuppen über den Himmel. Diese kleinen Details tragen sehr zur Atmosphäre bei.

Gleiches gilt für die Farbgestaltung der Sprites. Charaktere werden orts- und tageszeitenabhängig unterschiedlich beleuchtet, was die Charaktere besonders bei Sonnenuntergang sehr in der Umgebung verankert. Charaktere blinzeln und bewegen die Münder.

Auch Cecilia hat ein kleines, ausschaltbares Bild neben der Dialogbox. Manche ihrer Emotionen sind allerdings sehr dezent dargestellt. Daneben lässt sich auch die Dialogbox mit verschiedenen Designs und Transparenzwerten einstellen.

Als kleinen Bonus schaltet Temirana an verschiedenen Punkten in den Routen Mini-Dramen frei. Für jeden Love Interest gibt es davon zwei und sie sind nicht besonders tiefgründig, aber dafür umso amüsanter.

CGI von Adel, der über dem Tisch lehnt, betrübter Gesichtsausdruck, Cecilia neben ihm. Cecilia: "There are some people who have books and never read them! Some who can't remember what they've read, and some who make no effort at all!"

Bei den CGIs fällt auf, dass in sehr vielen von ihnen die Love Interests einzeln zu sehen sind oder Cecilia von hinten. Das ist manchmal ein wenig schade, gerade auf gemeinsamen Bildern, aber dafür sind gerade actionreiche CGIs besonders gelungen. An einer oder zwei Stellen wechselt die Szene ein wenig zu früh zur Illustration, abseits davon sind sie aber sehr gelungen eingesetzt. Auch schon in der Common Route sind viele von ihnen vertreten und in den Charakterrouten sind sie auch großzügig verteilt. Jeder Love Interest hat dabei 15 Illustrationen, deren Motive weitgehend auch gut voneinander abgegrenzt sind. Nur bei einer Route häufen sich ähnliche Bilder auffällig.

Fazit

Die Visual Novel Temirana: The Lucky Princess and the Tragic Knights entwickelt sich organisch von einer humorvollen Common Route zu teilweise sehr ernsten Charakterrouten. Viele Mysterien und Charaktermotivationen werden frühzeitig eingestreut und auch das Worldbuilding ist ausgereift. Manchmal ein wenig übertrieben, aber in einem überzeugenden Rahmen. Selbst die schwächeren Routen machen mich nicht unglücklich und optisch tragen viele Details zur Atmosphäre bei. Die englischen Texte sind an einzelnen Stellen unsauber, während viele Übersetzungen sehr amüsant sind. Neben den Hauptcharakteren gefallen mir auch die vielen Nebencharaktere sehr und ich habe mich immer gefreut, wenn in einer neuen Route ein Nebencharakter eine größere Rolle erhält. Einzelne Routen sind etwas schwächer als andere und manchmal fällt die Romantik sehr hinter dem Plot zurück, doch insgesamt sind Plot, Charaktere und Romantik gut verwoben.

Herzlichen Dank an Idea Factory International für die Bereitstellung des Testmusters. Nintendo-Switch-Spiel getestet auf Nintendo Switch 2.