Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy (Review)

Artwork Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy

Es ist Zeit, wieder die Schulbank zu drücken. Und zwar im Dungeoncrawler-RPG Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy. In der Magieakademie gilt es fortan für Fia nicht nur, ihre magischen Künste zu meistern, sondern auch, neue Freundschaften zu schließen.

Schulalltag

Nach einem Unfall während der Eröffnungszeremonie landet Fia gemeinsam mit ein paar anderen Schülerinnen und Schülern in einer gesonderten Klasse, die nicht bei allen Lehrkräften gern gesehen wird. Das Grüppchen selbst, bestehend aus den künftig spielbaren Charakteren, gewöhnt sich auch nur langsam aneinander. Darunter ist Will, der ein Held werden möchte, aber mangels einer Heldenschule an die Magieakademie geht. Leena ist besonders begabt, zumindest in der Theorie, und sehr wissbegierdig. Sie, der Rest der Gruppe und weitere Charaktere stehen jeweils in einem der sieben Kapitel von Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy im Vordergrund. Während Fia zur Schule geht, lerne ich also ihr Umfeld immer besser kennen. 

Der eine oder andere “Plottwist” ist keiner, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Die lebt von amüsanten Momenten und sehr viel Humor, bei dem erstaunlicherweise das kleine gelbe Monster Carbunkle mit brutzelnden Lichtstrahlkräften kaum zu häufig eingesetzt wird. Gleichzeitig kommen auch ruhigere Momente, in denen die Gruppe ihre Freundschaften vertieft, nicht zu kurz. 

Ein paar Unterrichtsstunden dürfen auch nicht fehlen, teilweise im Rahmen von Hauptquests, daneben aber auch für einige Nebenaufgaben. Belohnt wird dabei mit Credits, die Fia benötigt, um Magielehrling und schließlich waschechte Magierin zu werden. Entsprechend muss ich eine gewisse Anzahl an Nebenaufgaben erledigen, um in der Geschichte voranzuschreiten. Darüber hinaus belohnen Aufgaben oft auch mit neuen Zaubern, Slots oder dergleichen, wobei ich in Fias Zauberbuch nachlesen kann, welche Aufgabe ich erledigen muss, um etwas freizuschalten.

Auch die meisten (vollständig auf Japanisch vertonten) Dialoge finden innerhalb der Akademie statt, und davon gibt es eine ganze Menge. Neben den handlungsbezogenen Dialogen gefallen mir besonders solche im Rahmen einzelner Nebenaufgaben auf dem Schwarzen Brett. Bei einigen davon sprechen Fia und Co. nur miteinander oder es gibt ein paar Auswahlmöglichkeiten, selbst wenn die spezifische Wahl egal ist. Einige Nebenaufgaben bauen auch aufeinander auf, was besonders amüsant ist, weil sich oft herausstellt, dass eine vorige erfüllte Aufgabe ein neues Problem verursacht hat.

Fia: "Aah, Carby, don't provoke her so much ...!"
Einige Szenen sind mit CGIs unterlegt.
Dungeoncrawling

Geht es bei den Aufgaben nicht gerade darum, einen Ort innerhalb der Schule auszuwählen und dort mit einer Person zu sprechen, dann geht es in die Dungeons. Und zwar oft. Zwar sind die Dungeons prozedural generiert, also nicht jedes Mal völlig identisch, aber schematisch ähneln sich jedes Stockwerk und jeder Besuch doch sehr. 

Jedes Kapitel bringt zwar zumeist einen neuen Dungeon, doch leider ähneln sich die Fallen, die bald hinzukommen, in jedem Dungeon sehr. Ebenso wie die Auswahl an vorhandenen Monstern. Zwar kommen hin und wieder neue hinzu, aber nicht allzu viele, und vorwiegend trifft Fia immer auf dieselben Monster. Oftmals auch in identischer Konstellation.

Hinzu kommt der Aufbau von Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy. In jedem Kapitel geht es erst einmal kurz in den neuen Dungeon, ehe die Gruppe zurückkehrt, um noch einmal in den Dungeon zu gehen. Wieder von der ersten Ebene aus, dann aber tiefer hinab. Und dasselbe noch einmal. Das ist leider etwas ermüdend.

Innerhalb der Kämpfe hat das Spiel ein paar spannende Konzepte. Das aktive Kampfgeschehen mit frei beweglicher Fia innerhalb der Kampfarena mit einer Zeitleiste für Kampfaktionen stresst ein wenig (gerade wenn es um das Heilen geht). Standardangriffe mit ihrer ausgerüsteten Waffe kann Fia dauerhaft einsetzen, pausiert aber solange das Voranschreiten ihres Icons auf der Zeitleiste. Kommt das Icon ganz links an, kann sie spezielle und magische Angriffe einsetzen. Diese wirken dabei in einem bestimmten Feld, im Falle der Lanze beispielsweise in einem länglichen Bereich vor dem Charakter. Zauber dagegen wirken in einem Magiekreis unterschiedlicher Größe ein kleines Stück vom Charakter entfernt. Also gilt es, Wirkradien beim Angriff im Blick zu behalten.

Magie hinterlässt dabei Rückstände auf dem Boden und nach kurzer Zeit steigen Kugeln auf, die sich in Elemente für große magische Angriffe umwandeln, die gegen alle Gegner gleichzeitig wirken. Zwei zeitlich nah eingesetzte Zauber an der gleichen Stelle wandeln das Element auf eine höhere Stufe um. Da ich die beiden anderen Teammitglieder nicht aktiv steuern kann, lässt sich das nicht immer genau vorplanen. Meistens funktioniert es aber doch ganz gut, die richtigen Elemente einzusammeln, wenn auch bei manchen Elementen deutlich einfacher.

Kampf in Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy mit Magiekreis auf dem Boden.
Gegner

Nachdem ich gegen Puyo nach Puyo gekämpft habe, erreiche ich am Ende der aktuellen Dungeonrunde oft einen Bosskampf. Dabei sind die Unterschiede zwischen Standardgegnern und Bossen in Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy massiv. Die Standardgegner sind zumeist schnell besiegt, insbesondere in Verbindung mit einem Erstschlag außerhalb der Kämpfe, wodurch die Gruppe mit sofort einsetzbarer Magie startet.

Die Bosse dagegen sind eine ganz andere Hausnummer. Immerhin wird es nach einigen Dungeons auch bei Standardgegnern wichtiger, auf Elemente und deren Wechselspiel zu achten. (Feuer, Wasser, Wind im Dreieck und Licht und Dunkelheit als Gegenspieler, wobei Elemente gegen sich selbst wenig Schaden anrichten.) Trotzdem bleiben die Standardgegner äußerst repetitiv, was nicht dazu ermuntert, nach den ersten paar Spielstunden noch jedes Stockwerk bis in alle Ecken zu erkunden und jeden Gegner zu bekämpfen. Die Bosse dagegen sind merklich stärker, was meiner Gruppe manchmal zum Verhängnis wurde.

Es ist auch nicht sehr eingängig, die Ausrüstung zu verbessern. Einen Laden gibt es dafür nicht, stattdessen muss ich alles aus den richtigen Ressourcen synthetisieren. 

Immerhin gibt es vor (beinahe) jedem Kampf am Ende eines Dungeonbesuchs die Möglichkeit, den Dungeon kurz zu verlassen, wobei das Team vollständig geheilt wird. (Auch dann, wenn es eigentlich keinen Sinn ergibt, dass die Gruppe wieder auf dem Schulhof steht.) Speichern ist bei jedem Stockwerkwechsel möglich, außerhalb der Dungeons jederzeit.

Fias Zustand

Dadurch lässt sich auch ein wenig ausgleichen, falls neben den Heilmitteln das vorbereitete Curry nicht für den ganzen Weg gereicht hat. Denn wann immer Fia das Stockwerk wechselt, in eine Falle tritt oder Steine, Gräser und Kisten zerstört oder Truhen öffnet, verliert sie VT (Vitalität). Sinkt diese auf Null, verringern sich ihre maximalen HP. Schlechte Voraussetzungen für einen Bosskampf also.

In zerstörbaren Objekten findet Fia neben Ressourcen gern auch mal ein wenig MP oder VT, wodurch sich Verluste teilweise ausgleichen lassen. Allerdings wird damit auf Dauer der Verlust eher verlangsamt als aufgehalten.

Verschiedene Gegner greifen auch außerhalb von Kämpfen an und senken beispielsweise die MP. Andere Gegner werfen mit Zweigen, die anschließend bei Fia im Inventar landen.

Das ist vor allem deshalb bedeutsam, weil der Platz in Fias Taschen sehr begrenzt ist, auch wenn er sich mit dem nötigen Kleingeld erweitern lässt.

Mit den wichtigsten Notfallutensilien (Heilmittel für HP und MP und ganz wenige Wiederbelebungsitems sowie ein Notfallausstieg. Essen nicht vergessen!) ist die Tasche anfangs schon gut gefüllt. Aushilfe schaffen Gegenstände und zufällig verteilte Podeste, mit denen Fia Items ins Schullager schicken kann. In der Theorie gibt es auch umgekehrt die Möglichkeit, innerhalb von Dungeons zu kochen oder zu synthetisieren, dafür müssen jedoch die entsprechenden Gegenstände im Inventar sein. Für mich war das daher zumeist nicht lohnenswert.

Rivan: "I just happen to be feeling a mysteriously moving emption of realizing, 'Oh yes, I am a teacher.'"
Die Arbeit als Professorin ist hart, aber manchmal auch lohnenswert.
Entspannen beim Angeln

Daneben finden sich auf dem Hof der Akademie und an zufälligen Stellen in Dungeons Angelstellen und Felder. Das Angelminispiel ist simpel und intuitiv, jeder Fisch benötigt jedoch auch Platz in der Tasche. Eine bessere Angel zu erhalten, war ein wenig umständlich, damit ist das Angeln dafür aber noch einfacher.

Felder zu bestellen, ist ein wenig umständlicher. Fia kombiniert zwei verschiedene Samen, um daraus ein Gemüse entstehen zu lassen. Beim ersten Mal ist ausprobieren angesagt, später steht bei herausgefundenen Kombinationen das Ergebnis dabei. Anschließend wachsen die Pflanzen, während Fia in einem Dungeon durch die Stockwerke steigt.

Im Falle von Bäumen düngt Fia diese mit beliebigen Gegenständen. Jeder Gegenstand erhöht dabei unterschiedliche Elementwerte in unterschiedlicher Stärke, was die anschließend wachsenden Beeren beeinflusst.

Somit baue ich einen großen Teil der Zutaten, die Fia für gekochte Gerichte benötigt, selbst an. Andere findet sie in den Dungeons. Vereinzelt bietet auch der Laden im Lager Grundzutaten an. Dadurch kann es etwas umständlich werden, bestimmte Rezepte nachzukochen, wenn vereinzelte Zutaten fehlen. Auch wenn es zumeist mehrere mögliche Kombinationen von Zutaten für ein Gericht gibt. Daher habe ich aber auch häufig auf den Händler in den Dungeons zurückgegriffen, der Standard-Curry verkauft, selbst wenn es vor allem anfangs nicht gerade billig ist.

Angelminispiel mit einer Leiste, innerhalb derer sich der Fisch bewegt. Knopfdrücken innerhalb einer bestimmten Zone zum Schwächen des Fisches.
Fazit

Das Dungeoncrawling-RPG Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy ist spielerisch leider etwas zu repetitiv geraten. Die Stärken des Spiels liegen vorwiegend in den amüsanten Dialogen und darin, alle Charaktere nach und nach besser kennenzulernen. Das Kampfsystem ist solide und die Verbindung von verschiedenen Elementen für besonders starke Zauber sorgt für etwas Tiefe. Allerdings treffe ich auf immer dieselben Standardgegner, die im Vergleich zu den Bossen sehr simpel sind, was beides nicht dazu motiviert, Kämpfe freudig anzugehen. Aufgrund der Gleichförmigkeit der Dungeons fällt es mir schwer, den Titel für die unterhaltsame Geschichte zu empfehlen.

Herzlichen Dank an Idea Factory International für die Bereitstellung des Testmusters. Schulbank gedrückt in der PlayStation-4-Version auf PlayStation 5 Pro.