Bluey ist eine der Kinderserien, die bei Kindern und Eltern gleichermaßen beliebt ist. Die Vorschulserie folgt der namensgebenden Hündin Bluey und ihrer Familie, die beim gemeinsamen Spielen viele Abenteuer erleben. Das Adventure Bluey’s Quest for the Gold Pen verwickelt die Familie in ein weiteres neues Abenteuer aus der Feder des Serienschöpfers Joe Brumm, entwickelt von Halfbrick Studios.
Ein Loch im Dach
Bluey verfolgt einen spielerischen Umgang mit echten Problemen. So sitzt die Familie an einem Regentag gemeinsam am Tisch und malt. Blueys gezeichnetes Haus hat ein kaputtes Dach, und um dafür genügend Geld zu bekommen, braucht sie die Hilfe ihrer kleinen Schwester Bingo. Die ist als Zeichenversion eine Gans, und als solche kann sie natürlich goldene Eier legen.
Das heißt, sie könnte es, wenn Bluey den goldenen Stift hätte. Als sie ihn suchen, stellt sich heraus, dass ihr Vater ihn hat und nicht so einfach herausrücken möchte. Und so beginnt Bluey’s Quest for the Gold Pen, ein Abenteuer, das Bluey und Bingo-Gans durch neun Welten jagt.
Zwischensequenzen sind animiert wie die Serie und komplett vertont. Hier beginnt allerdings schon das erste Problem: Es sind zwar die originalen Stimmen, allerdings sind die auf Englisch. Wenn die Kinder also nicht gerade mit Bluey Englisch lernen, muss irgendjemand die Untertitel lesen. (In Bluey – Das Videospiel dagegen kommen die deutschen Stimmen vor.) Zudem sind die Texte innerhalb der Level nicht vertont. Prinzipiell lässt sich das Spiel spielen, ohne lesen zu können, aber es ist doch ein wenig schade.
Zudem ist die deutsche Übersetzung teilweise sehr holprig. Ohne Kontext klingen die Sätze zwar zumeist in Ordnung, allerdings werden Bonbons Lutscher genannt oder Pommes Chips.
Positiv hervorheben möchte ich allerdings, dass die vorhandenen Untertitel bereits eine angenehme Standardgröße haben. Außerdem lassen sie sich sehr stark vergrößern und der Zeilenumbruch funktioniert dabei einwandfrei.
Grafisch verknüpft Bluey’s Quest for the Gold Pen drei verschiedene handgezeichnete Stile, die auch aus der Serie bekannt sind. Bluey und Bingo-Gans sind Kinderzeichnungen und die Farben gehen leicht über die Randlinien hinaus. Die von Mutter Chilli gemalten Umgebungen sind deutlich ordentlicher und zeugen von Übung. Vater Bandit dagegen zeichnet sehr simpel, schwarzweiß mit goldenen Details. So lässt sich alles deutlich unterscheiden.

Die Quest
Die Level sind offen gestaltet und zumeist so groß, dass es mehrere hilfreiche Schnellreisepunkte gibt. (Wäre Blueys Laufgeschwindigkeit etwas höher, hätte ich sie vermutlich weniger genutzt.) Überall verteilt gibt es Blumen und Stellen zum Graben, in denen sich Perlen verbergen. Verschiedene Kleintiere verstecken sich im ganzen Level, die Bluey immer für jemanden suchen kann. Außerdem gibt es verschiedene Rätsel und Herausforderungen, die mit größeren Gegenständen belohnt werden. Nach dem Tutoriallevel handelt es sich dabei um Gänsefutter, mit dem Bingo-Gans silberne Eier legt.
Während Perlen und Kleingetier optional sind, aber mit einem oder mehr Portionen Gänsefutter belohnen, ist das Futter wichtig, um die Level abzuschließen. Pro Level muss Bluey rund zehn Portionen Gänsefutter finden, die genaue Anzahl ist dabei levelabhängig. Versteckt ist immer deutlich mehr Futter, so dass schwierige Aufgaben auch ausgelassen werden können. Umgekehrt ist das Sammeln der im Levelauswahlbildschirm angegebenen Mengen an Futter, Perlen und Kleintieren der Hauptanreiz dafür, alles zu machen und auch die größeren Herausforderungen anzugehen. Das wird zwar nie übermäßig schwierig, bietet aber auch für geübtere Spielende eine leichte Herausforderung.
Innerhalb der Level wird die Gesamtanzahl an vorhandenen Perlen und Insekten erst dann angezeigt, wenn Bluey mit der Person gesprochen hat, die nach dem entsprechenden Sammelobjekt sucht. Interessanterweise fängt das Spiel beim Einsammeln neuer Perlen an, kurz zu ruckeln, sobald die Gesamtanzahl oben auf dem Bildschirm angezeigt wird. Ansonsten läuft Bluey’s Quest for the Gold Pen jederzeit flüssig. Nach ein paar Levels habe ich deshalb darauf geachtet, nicht mit dem Gnom zu sprechen, der nach Perlen sucht, während ich noch erkunden wollte.

Gänsefutter sammeln
Das Sammeln besteht damit aus drei Bestandteilen. Einmal erkundet Bluey mit ihrer Schwester das gesamte Level, um Perlen, Kleingetier und weitere Quellen für Gänsefutter zu finden. Diese bestehen in verteilten Abschnitten mit kleinen Rätseln oder Platforming-Herausforderungen.
Beim Platforming gibt es einige zeitbegrenzte Herausforderungen. In der Regel ist der Zeitdruck nicht groß, aber es gibt doch ein oder zwei Stellen, an denen ich eine Herausforderung wiederholen musste, weil ich beim Heranziehen an kleine Sternchen mit Blueys Zauberstab daneben gezielt habe und von Plattformen gefallen bin. Außerdem gibt es viele bewegliche Plattformen, bei denen Bluey sehr gezielt agieren muss. Bluey’s Quest for the Gold Pen scheut also nicht davor zurück, von Kindern auch ein bisschen zu fordern, selbst wenn die Schwierigkeit auf einem schaffbaren Level bleibt. Zudem dauert es nach Fehltritten zumeist nicht lang, bis ein neuer Versuch möglich ist.
Je nach Level erhält Bluey unterschiedliche zusätzliche Fähigkeiten. So läuft sie auf Eis Schlittschuh und kann dabei springend kleinere Lücken überbrücken. Ähnlich lässt sie ein Gleitvogel kurzzeitig schweben.
Bei den Rätseln gibt es ein paar Schieberätsel mit Blueys Zauberstab, wobei auch schnell einige dabei sind, bei denen die gelbe Plattform an eine bestimmte Stelle befördert werden muss, um anschließend mit dem Gleiter zwischenlanden zu können. Richtig schwierig werden die Rätsel dabei nie, aber sie sind gerade so anspruchsvoll, dass sie Spaß machen und nicht nur langsam abgelaufen werden.
Jedes der Level ist optisch wie spielerisch abwechslungsreich gestaltet. Rätseltypen, die levelübergreifend auftauchen, werden dabei immer komplexer, ohne zu überfordern.
Mit dem silbernen Ei gelingt es Bluey und Bingo-Gans am Ende eines Levels immer, einem goldenen Boss bei einem Problem zu helfen. So erhalten sie Zugang zum Portal ins nächste Level. Anschließend unterhält sich die Familie sehr amüsant über das nächste Ziel und streuen auch Diskussionen ein, ob und wie viel Herausforderung nötig ist.

Physische Edition
Ich durfte die physische Ausgabe von Bluey’s Quest for the Gold Pen auf PlayStation 5 testen. Diese ist eher schlicht gestaltet und enthält lediglich Hülle und Spiel. Als nettes Detail befindet sich auf der linken Seite in der aufgeklappten Hülle ein Bild von Bluey und Bingo-Gans auf einer Wartebank im Stil der Schnellreisepunkte des Spiels. Dabei handelt es sich zwar technisch gesehen nicht um ein Wendecover, da auf der rechten Seite, die hinter der Disc verborgen ist, die üblichen Warnhinweise stehen.
Gewendet stehen diese dann in kleiner Schrift auf der Vorderseite der Hülle. Allerdings habe ich mich dazu entschieden, einfach die Rückseite in meinem PlayStation-5-Regal zu präsentieren. Weil ich das Bild einfach so niedlich finde.
Das Spiel ist komplett auf Disc enthalten. Es gibt bereits ein Update, allerdings handelt es sich dabei noch nicht um das angekündigte Update, das weitere Texte im Spiel vertont.
Abseits der kleinen Ruckler, die durch das Update nicht behoben sind, läuft die Disc-Version einwandfrei. Anfangs hing ich in einem schwarzen Bildschirm fest, statt die Datenschutzrichtlinien lesen zu dürfen, doch das Problem ließ sich einfach beheben, indem ich offline gespielt habe.
Mit einer UVP von 39,99€ liegt der Preis der physischen Version auch auf demselben Niveau wie bei der digitalen Version.

Fazit
Das Adventure Bluey’s Quest for the Gold Pen ist ein kompetentes Abenteuerspiel, das sich zwar an Kinder richtet, aber dabei nicht auf ein wenig Herausforderung verzichtet. Die Level sind abwechslungsreich gestaltet und einzelne wiederkehrende Rätsel und Platformingherausforderungen nehmen spürbar an Komplexität zu. Zudem sind die Level erstaunlich groß. Die Cutscenes zwischen den Levels sind unterhaltsam. Die physische Version bietet zwar keinerlei Boni, funktioniert aber auch ohne zusätzliche Updates. Einzig die Ruckler beim Einsammeln von Perlen fallen störend auf. Zwar richtet sich Bluey’s Quest for the Gold Pen vorrangig an Serienfans und Kinder, doch auch Personen außerhalb der Zielgruppe werden gut unterhalten.

Herzlichen Dank an U&I Entertainment und Flashpoint für die Bereitstellung des Testmusters. Stift gesucht auf PlayStation 5 Pro.