Eine der wohl berühmtesten Spieleserien überhaupt feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: The Legend of Zelda wird 40 Jahre alt. Grund genug, auf die verdiente Spielserie zurückzublicken und die Entwicklung der Reihe zu besprechen. Spiele, die nach dem Start von Gaming-Village erschienen sind, werden dabei nicht noch einmal besprochen, das betrifft aber nur die Switch-Zeldas. Den Anfang macht natürlich der NES-Klassiker The Legend of Zelda.
The Legend of Zelda wirft den Spieler gleich zu Beginn in eine weitgehend frei begehbare, unwirtliche Welt. Idealerweise betritt man im Startbildschirm gleich die Höhle, um das wichtigste Utensil, das Schwert zu erhalten, doch The Legend of Zelda unternimmt keine Anstalten, den Spieler daran zu hindern, sich ohne Ausrüstung ins Verderben zu stürzen. The Legen dof Zelda hat zwar eine klare intendierte Ablaufreihenfolge – die Dungeons sind sogar nummeriert – aber da das Spiel nur mit äußerst rudimentärem Text auskommt, ist es durchaus plausibel und beim ersten Spielen gar nicht unwahrscheinlich, dass man sich ein wenig verläuft.

Den westlichen Versionen des Spiels war daher auch eine Karte beigelegt, die dazu beigetragen hat, einen flüssigen Durchlauf durch das Spiel zu ermöglichen, aber wer das Spiel heute spielt, muss in aller Regel ohne diese Unterstützung auskommen. Die Karte am Bildschirmrand im Spiel selbst, ist jedenfalls komplett ohne Details und dient allenfalls als grobe Orientierungshilfe.
Das Spielkonzept von The Legend of Zelda bildet bereits das Grundgerüst der später in A Link to the Past voll ausgebildeten Formel, die über zwei Jahrzehnte hinweg die Reihe prägen sollte. In einer weitgehend frei begehbaren, kompakten Oberwelt sucht man die Zugänge zu den Dungeons, in denen eine Kombination aus Kämpfen und Rätseln den Weg zu den Hauptzielen des Spiels – in diesem Fall Teilen des Triforce – erschweren.

Die Dungeons sind in drei Phasen unterteilt, einer ersten Kennenlernphase, in der man etwa die Hälfte des Dungeons absuchen kann, aber immer wieder an Interaktionspunkte gerät, an denen eine ein Gegenstand fehlt, um ihn zu nutzen. In der Mitte des Dungeons findet man dann ein neues Item, das Link mit einer neuen Fähigkeit versieht und mit dessen Hilfe man den Rest des Dungeons voll erschließen kann. Am Ende des Dungeons steht dann ein Endgegnerkampf, der neben einem Test der Fingerfertigkeit auch insbesondere eine Suche nach einer geeigneten Siegstrategie bietet.
Im Vergleich zu späteren Zelda-Spielen ist allerdings der Rätsel-Aspekt im ersten Zelda noch äußerst rudimentär ausgeprägt. Viele Dungeonräume sind nicht mehr als eine kleine Kampfarena, in der man alle Gegner besiegen muss. Die Navigation des Dungeons und der Schlüsseleinsatz dominieren die Spielerfahrung im Vergleich zu vereinzelten Rätseln. Die Interaktionsformen, die sich später zu unterhaltsamen Logikrätseln verfeinern sollten, sind hier in ihrer Grundform schon zu erkennen, aber jedenfalls aus heutiger Perspektive sind die Rätsel kaum der Rede wert.

Nichtsdestotrotz kann die gute Grundidee für die Spielstruktur dieses erste Zelda-Abenteuer durchaus tragen und es ist auf jeden Fall löblich, dass die Entwickler die Oberwelt sehr durchdacht gestaltet haben, so dass jeder einzelne Bildschirm ein Alleinstellungsmerkmal bietet und eine sinnvolle Interaktion ermöglicht. Die in der Oberwelt versteckten Herzcontainer – Herzteile wurden erst im dritten Teil eingeführt – sorgen dafür, dass man immer mit einem offenen Auge durch die Spielwelt zieht.
Das simplere Dungeon-Design hat allerdings zur Folge, dass die Entwickler mit vertretbarem Aufwand Variationen des Spiels anbieten konnten. Hat man The Legend of Zelda erstmals durchgespielt, kann man einen zweiten Durchgang machen, in dem nicht nur die Zugänge zu den Dungeons an anderen Orten der Karte zu finden sind, sondern zudem das Design aller Dungeons komplett verschieden ist. Die Items und Endgegner bleiben die selben, das Layout ist aber grundverschieden. Wem das noch nicht reicht, für den hat Nintendo noch ein weiteres Layout der Dungeons in BS The Legend of Zelda gestaltet. Dieses Remake ist aber leider ausschließlich für das Satellaview erschienen und Nintendo hat bis heute dieses alternative Dungeondesign aus BS The Legend of Zelda (Map 2) nicht auf anderem Wege veröffentlicht.

The Legend of Zelda ist ein vor allem aus historischer Perspektive interessanter Startpunkt für die Zelda-Reihe, der zwar noch wesentliche Elemente der späteren Teile missen lässt, aber durchaus bis heute gut spielbar ist. Es ist zwar besonders im Rückblick leicht zu erkennen, wo eine Menge Potenzial liegen gelassen wurde, Serienfans sollten den Erstling aber zumindest einmal gespielt haben.

Getestet auf NES, GameCube und Nintendo 3DS.