Nach zwei für mich außergewöhnlich starken Jahren 2023 und 2024 stand das Jahr 2025 ganz im Zeichen des Generationenumbruchs bei Nintendo. Die Nintendo Switch 2 schließt an Nintendos langlebigste Konsole an und ist erstaunlich konservativ. Meinem bisherigen Eindruck nach wurde die Nintendo Switch 2 an vielen entscheidenden Stellen gegenüber der Nintendo Switch verbessert und insbesondere die neuen Joycons sind bedeutend angenehmer zu verwenden. Das tut für mich derzeit auch Not, denn Metroid Prime 4 bietet nur die Wahl aus drei Steuerungsoptionen – Dual Analog, Bewegungssteuerung und Maussteuerung. Da ich Dual Analog generell nicht mag, sind die griffigeren Joyons für die Bewegungssteuerung eine klasse Sache.
Leider bedeutet der Generationenwechsel aber auch Schwierigkeiten im Hinblick auf eine nebenberufliche Tätigkeit als Spieleentwickler. Bislang ist es nämlich als gewöhnlicher Indie-Entwickler nicht möglich, sich auf Zugang zur Nintendo Switch 2-Entwicklungsumgebung zu bewerben, viele Spieler haben aber – vermutlich befördert durch eine Reihe schlecht angepasster Switch-Ports – eine tiefsitzende Skepsis gegenüber Switch-Ports entwickelt. Mein wichtigstes Projekt in diesem Jahr war der Port von Toree Saturn, dem Spiel von Marcus, das mich vermutlich am meisten begeistert hat.

Obwohl der Port mit einigen Mühen mit stabilen 60 Bildern in der Sekunde läuft, habe ich wiederholt Anfragen bekommen, wann denn eine Switch 2-Version kommt und ob die Switch 1-Version überhaupt 30 Bilder in der Sekunde stabil halten könne. Viele Spieler haben Toree Saturn auch aus diesem Grunde – hoffentlich nur vorerst – ausgelassen. In Anbetracht dessen, dass die Switch 2 nunmehr ein halbes Jahr erhältlich ist, bleibt für mich nur zu hoffen, dass Nintendo sich in der Hinsicht zeitnah öffnet – und dass es mir auch gelingt, eine Entwicklerlizenz für die Switch 2 zu erhalten.
Spielerisch sind meine Highlights in diesem Jahr klar durch die Switch 2 geprägt. Auch wenn Metroid Prime 4 nicht ganz die hohen Erwartungen an ein Retro Studios Spiel erfüllen kann, werde ich bis jetzt – ich bin derzeit im vorletzten Hauptgebiet – super unterhalten. Die offene Oberwelt ist meines Erachtens eine unnötige und unpassende Ergänzung zum Spielkonzept, da ich aber bei Zelda mit Breath of the Wild und Tears of the Kingdom erlebt habe, wie mir ein Open World-Konzept eine Reihe regelrecht verhageln kann, bin ich froh, dass die Open World-Ansätze von Metroid Prime 4 nur zu einem kleinen Stolperstein und nicht zu einem fundamentalen Problem wurde.

Donkey Kong Bananza wurde ebenfalls von einem meiner Lieblingsstudios, EPD Tokyo, entwickelt und hat mir gleichfalls viel Spaß bereitet, ohne aber in Gänze an die Toptitel des Teams anschließen zu können. Leider kann das durchaus kreative Spielkonzept das Spiel streckenweise nicht ganz zuverlässig tragen und auch bei Donkey Kong Bananza ist die Betonung der spielerischen Freiheit an einigen Stellen ein Weg in die Beliebigkeit, den ich nicht reizvoll finde. Yooka-Replaylee hingegen hat mich, obwohl ich das Original sehr schätze, positiv überrascht, denn ich bin für gewöhnlich kein Freund von Remakes, aber bei Yooka-Replaylee wurden genug neue Ideen und Verbesserungen eingefügt, dass es sich wie ein Halbschritt zwischen Remake und Nachfolger anfühlt. Die allermeisten Änderungen sind klare Verbesserungen und so ist Yooka-Replaylee ein klares Highlight für mich.
An der Rennspielfront haben sich Sonic Racing CrossWorlds und Mario Kart World duelliert und obwohl beide Spiele mich gut unterhalten haben, hat mich die hohe Intensität von CrossWorlds, gerade in der höchsten Geschwindigkeits- und Schwierigkeitsstufe etwas mehr begeistert als Mario Kart World. Dessen Oberwelt bietet im Grunde genommen mehr Einzelspielerinhalte als CrossWorlds, das leider den umfangreichen Missionsmodus der Vorgänger fallen gelassen hat, das geht aber mit einigem Leerlauf einher, der mir in einem Rennspiel schlicht nicht gefällt. Die klassischen Cups sind hingegen gut gelungen, aber weniger rasant als der eigene Vorgänger und eben auch CrossWorlds.

2025 war insgesamt ein gutes Übergangsjahr mit einem soliden Start für die Nintendo Switch 2, aber einigen persönlichen Enttäuschungen auf allerdings hohem Niveau. Für 2026 sieht meine Einkaufsliste noch recht mager aus – Yoshi and the Mysterious Book und Fire Emblem: Fortune’s Weave sind die beiden einzigen gesetzten Spiele – aber für gewöhnlich kommt im Verlaufe des Jahres ja noch einiges hinzu. Hoffentlich dann auch irgendwann im Verlauf des Jahres mein erster Nintendo Switch 2-Release.