Kioku: Last Summer (Review)

Artwork Kioku: Last Summer

Die Hitze der letzten Tage lässt vermutlich schon auf baldige Sommerferien hoffen. Im kleinen Adventure Kioku: Last Summer beginnen sie auf jeden Fall gerade. Daher habe ich in einem dreistündigen Urlaub eine Woche auf der skandinavisch-japanisch inspirierten Insel Anfang der 2000er verbracht.

Nostalgische Sommerferien

Asti zieht mit ihrem Vater gerade frisch auf die Insel Kioku. Dort stellt sie sich gerade noch in der kleinen Schulklasse vor, ehe die Sommerferien beginnen. An Ferienjobs muss sie nicht denken, stattdessen genießt sie kindliche Freiheit. Allerdings nicht ganz so eigenständig wie Satoru in Natsu-Mon!, sondern mit einer Gruppe neugewonnener Freund:innen. Gemeinsam mit Ton, Lyra und Bo erkundet sie die Insel und erlebt viele kleine Abenteuer und eine kurze tagesübergreifende Handlung.

Auf so einer Insel gibt es in den Sommerferien viel zu entdecken. Sei es eine Schnitzeljagd mit Rätseln, die die Inselkenntnis testen, Krabbenfischen oder auch das Stibitzen von Äpfeln. Jeden Tag gibt es etwas anderes zu tun. 

Das ist alles sehr abwechslungsreich und weitgehend simpel. Einzig für das Radrennen habe ich mehrere Anläufe gebraucht, wenn auch vor allem, weil ich die Strecke nicht kannte und noch nicht an die Fahrsteuerung gewöhnt war. Und das, obwohl ich das Rad schon benutzen konnte, ehe Asti es von ihrem Vater bekommt.

Die Charaktere und ihre Dynamiken sind liebevoll und glaubwürdig gestaltet. Die Clique nimmt Asti bei sich auf, obwohl nicht alle damit sofort damit einverstanden sind. Zwischen Asti und Bo kommt es zu kleineren Reibereien, nachdem Asti ihn versehentlich bei der Lehrerin verpetzt hat, wodurch sich ihre Freundschaft umso stärker entwickeln kann. Lyra und Ton geraten dadurch in den Hintergrund, erhalten aber auch Gelegenheit, in eigenen Quests größere Rollen zu spielen. Mit den anderen Kindern haben sie weniger zu tun, aber sie sind doch immer wieder präsent.

Kioku: Last Summer bringt das Sommerferiengefühl überzeugend herüber (na gut, es wird sich wenig gelangweilt, aber das wäre auch kein sehr unterhaltsames Spiel. Außerdem fangen die Ferien gerade erst an, da sind Energie und Ideen noch in Massen vorhanden). Den Kindern fällt immer wieder etwas Neues ein und thematisch passt alles.

Asti beim Krabbenfischen am Hafen von Kioku.
Minispiele

Das Krabbenfischen ist ein einfaches Reaktionsspiel an vorgegebenen Stellen. Abhängig vom Standort ändert sich die Auswahl an Krabben, die ich aus dem Wasser holen kann. Auch Krabbenkörbe finde ich beim Fischen. Die kann ich bei einem Verkäufer am Hafen umtauschen, allerdings funktioniert das noch nicht ganz rund. Zuerst hat sich die Kamera festgestellt, nach einem Update ließ sich das Dialogfenster nur mit einigen Mühen schließen, auch wenn zumindest der Kamera-Glitch behoben war.

Von großer lokaler Bedeutung ist Marubi, eine Mischung aus Monsterkartenspiel und Murmelspiel. Dabei nutzen zwei Spielende jeweils drei Murmeln, in denen sich die Monster befinden, und stoßen sie gegen die gegnerischen Marubi. Schadenswerte und Lebenspunkte entscheiden darüber, wie lange die getroffene Murmel überlebt. An einzelnen Stellen während der Handlung spielt Asti Marubi, aber sie kann auch jederzeit vor dem Kiosk jemanden herausfordern. Allerdings ist Marubi so einfach, dass dazu kaum Anreiz besteht. Die Runden fühlen sich auch etwas langsam an.

Die meisten anderen Minispiele und Aufgaben sind besser gelungen. Nicht unbedingt schwieriger, aber unterhaltsamer. Und bis auf einen Notizzettel, der erst aufgetaucht ist, als ich das Spiel erneut geladen habe und Gespräche, bei denen Asti auf einmal mit Leuten ganz woanders auf der Insel spricht, auch deutlich bugfreier.

Als Bonus sind überall auf der Insel auch Sticker versteckt, die auf dem Boden glitzern. Diese dienen als gute Motivation, um noch ein wenig mehr zu erkunden, auch wenn die Quests selbst mich schon viel über die Insel schicken. So konnte ich mich schon nach wenigen Spieltagen gut auf der Insel zurechtfinden.

Asti beim Radrennen gegen Bo, am Wegrand feuern die anderen Kinder an.
Steuerung

Kioku: Last Summer lässt sich weitgehend mit Controller spielen. Allerdings gibt es insbesondere im Notizbuch Probleme, da ich zwar zwischen Kategorien wechseln kann, aber nicht zwischen den Seiten im Freundebuch oder den Marubi-Karten. Zudem sind die Einträge im Freundebuch neben der Info, dass ein neues Foto geschossen wurde, im Deutschen teilweise kaum zu lesen. Erstere, weil sich Texte überlappen und Geburtstage teilweise unnötige Uhrzeitangaben enthalten. Letztere, weil die Schrift zwar angenehm groß ist, aber dadurch auch umso mehr Platz verbraucht und über den Bildschirmrand hinausragt.

Außerhalb des Notizbuches spielt sich Kioku angenehm mit Controller.

Was ich mit dem Controller auch nicht kann, aber mit der Tastatur, ist das Öffnen von Dev-Tools. Das sollte ich aber vermutlich auch nicht mit einem einfachen Tastendruck können. 

Erzählstimme: "Papa furcht nachdenklich die Stirn. Du kannst fast hören, wie es in seinem Kopf arbeitet." Antwortvorschläge: "Marubi, Papa!", "Na? Du kommst darauf, ich weiß es!"
Fazit

Kioku: Last Summer ist ein entspanntes Sommerferienabenteuer, das leider noch mit einigen Bugs zu kämpfen hat. Die Woche im Spiel bietet viel Abwechslung mit allerlei Ferienaktivitäten. Auch wenn die Grundstimmung sehr fröhlich ist, gibt es auch ein paar ernstere Momente, beispielsweise bei den Streitigkeiten. Allerdings läuft das Abenteuer technisch noch nicht ganz rund und einzelne der Bugs fallen doch deutlich störend auf. Daher kann ich den Titel im jetzigen Zustand nur vorsichtig empfehlen.

Herzlichen Dank an Lugn Games für die Bereitstellung des Testmusters. Eine Woche Sommerferien genossen auf PC via Steam.