Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy (Review)

Die „Mado Monogatari“-Reihe hat zwar eine lange Geschichte, so mancher kennt aber womöglich eher die daraus stammenden Puyos. Denn diese haben eigene Spinoffs bekannt als Puyo Puyo erhalten. In Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy spielen sie dagegen wieder eine untergeordnete Rolle, hauptsächlich als Gegner. Als junge magiebegeisterte Fia habe ich auf der Akademie die Schulbank gedrückt. Weitere Eindrücke der Redaktion findet ihr auch in einem vorigen Test.

Glück gehört zu den magischen Künsten

Die titelgebende Fia hat von ihrer Großmutter viel über einen großen Magier gehört, der auch Dämonen bekämpft habe. Schon seit ihrer Kindheit träumt sie davon, selbst eine große Magierin zu werden. Nun ergibt sich die Chance, da sie von einer renommierten Akademie eingeladen wurde. Mit ihrem mysteriösen gelben Begleiter Carbuncle hat sie die weite Reise zu Fuß bewältigt. Allerdings wird ihr dort mitgeteilt, dass die Aufnahmeprüfungen schon seit Tagen beendet sind.

Der Weg war das Ziel…das Examen.

Eigentlich möchte Fia es dann eben im nächsten Jahr versuchen, doch zum Glück trifft der Schulleiter sie noch. Aufgrund der Einladung den Weg zur Akademie gefunden zu haben, sei ihre Prüfung gewesen. Und so kann sie bei der Eröffnungszeremonie teilnehmen.

Dabei kommt es zu einer ungeschicklichen Verkettung von Ereignissen, aufgrund dessen sie in eine Klasse mit anderen dabei betroffenen „Problemschülern“ kommt. Davon lässt sie sich nicht entmutigen. Allerdings müssen Aufgaben auch gemeinsam bewältigt werden, weshalb sie sich mit den anderen einlässt. Können die frischen Schüler den schlechten Ersteindruck wiedergutmachen?

Die Geschichte ist nicht tiefgründig und die Erzählung und Szenen gehen oft in eine lockere, lustigere Richtung. Ich fand sie insgesamt unterhaltsam, mag aber eben auch lockerere humorvollere RPGs.

Ich möchte meinen Schulaustritt beantragen.

Unterricht, Dungeons und mehr

Fortan ist man in mehreren Kapiteln auf der Akademie und in der Umgebung zugange. Der Unterricht ist knapp gehalten und wir müssen uns als Spieler auch nichts für Tests merken. Neben verpflichtenden Einheiten können wir für diverse Belohnungen auch weitere Einheiten und Aufgaben erhalten.

In aller Regel geht es für die Geschichte dann in einen Dungeon. Deren Stockwerke sind zufallsgeneriert. Gegner, Fallen, aber auch Materialien und Items gibt es dort zu finden. Magische Teleporter bringen uns zum nächsten Stockwerk, wobei wir auch speichern können. Der Aufbau der Dungeons an sich ist durch kleinere Räume und enge Gänge geprägt, Fallen und Mechanismen bringen etwas Abwechslung.

Allerdings empfand ich die Dungeonausflüge gerade später als zu lang, auch wenn ich hauptsächlich den Weg weiter gesucht hatte. Immerhin gibt es vor Bosskämpfen Ausgänge, die beim nächsten Mal einen Einstieg bieten. Somit kann man zur Not noch einmal Vorbereitungen treffen. Schließlich kann man nicht nur Items gebrauchen, sondern womöglich auch Ausrüstung verbessern.

Ein Klassiker.

Während man in Dungeons unterwegs ist, verbrauchen allerlei Tätigkeiten oder Treffer durch Fallen eine Leiste. Ist diese leer, sinken stattdessen unsere maximalen Lebenspunkte, was in Kämpfen fatal sein kann. Helfen kann dabei Curry, das die maximalen HP und einen Teil der Leiste wiederherstellt.

Hauptsächlich kochen wir Curry in der Akademie, auch wenn man teilweise in Dungeons kochen kann. Schließlich müssten wir sonst Zutaten mitnehmen, obwohl unser Inventar begrenzt ist. In Dungeons verkauft uns allerdings ein Händler einfaches Curry, das anfangs noch teuer scheint, später durch größere Einnahmen aber billig ist.

Bewegte Kämpfe

Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy benutzt ein Echtzeitkampfsystem. Wir können schwächere Standardangriffe einsetzen, wobei die Einheit am Zeitstrahl nicht vorrückt. Deshalb sollten wir auch abwarten, um dann Skills einsetzen zu können. Diese kosten MP, aber da ich kaum teure Fertigkeiten eingesetzt habe, waren die selten Mangelware. Fertigkeiten haben eine feste Reichweite und feste Angriffsbereiche, für die wir unseren Charakter positionieren sollten. Außerdem hinterlassen sie elementare Orbs, die nach etwas Zeit eingesammelt werden können.

Der Zauber wird in fixer Entfernung gewirkt.

Mit der passenden Kombination können wir einen starken Zauber auf alle Gegner auslösen. Die Zauber können wir nur in begrenzte Slots ausrüsten. Etwas in die Quere kommen kann uns das System, dass mehrere Zauber an der gleichen Stelle kombinierte Orbs erzeugen. Wenn computergesteuerte Charaktere unpassende Zauber einsetzen, können wir mit den Orbs wenig anfangen.

Mit der passenden Teamzusammenstellung oder passend ausgerüsteten Fertigkeiten lässt sich das minimieren. Denn auch computergesteuerte Charaktere können nur Fertigkeiten nutzen, die sie ausgerüstet haben. Die Elemente sind freilich für ein einfaches System von Stärken und Schwächen wichtig, weshalb man vielleicht dennoch eine gewisse Auswahl möchte.

In den Grundlagen mag das Kampfsystem solide wirken, aber für mich hat es sich nicht über die Spielzeit getragen. In der Regel habe ich durch Bewegung versucht einerseits nicht in den Trefferbereich mehrerer Gegner zu kommen, andererseits Orbs rechtzeitig einzusammeln und Zauber auf alle Gegner zu wirken. Das Abwarten bis Orbs eingesammelt werden können gepaart mit der Möglichkeit, dass sie durch „falsche“ Zauber unbrauchbar werden hinterließ gemischte Gefühle. Außerdem sind auf dem normalen Schwierigkeitsgrad Gegner zwar oft relativ schnell besiegt, aber die eigenen Einheiten fragil.

Da war nur ein Gegner übrig, sonst wären alle gemeinsam zu sehen.

Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy gehört übrigens zu den RPGs, in denen der Hauptcharakter nicht besiegt werden darf. Sonst geht es direkt zurück in die Akademie und die Hälfte unseres Geldes geht verloren. Da wir aber bei jedem Stockwerkwechsel speichern können, habe ich stattdessen neu geladen. Etwas geholfen hat natürlich, dass ich etwas geschickter in der Positionierung war als die Mitstreiter. Bei einzelnen Bossen habe ich dann zugegebenermaßen die Schwierigkeit von Normal auf Einfach heruntergestellt.

Sonstiges Akademieleben

Wenn wir nicht mit der Hauptgeschichte beschäftigt sind, können wir optionale Quests bestreiten. Mal geht es dafür in Dungeons, mal haben wir nötige Items schon. Oder es gibt gar nur eine kurze Szene. Einige Quests hängen voneinander ab, oft muss man die selbstverursachten Probleme beseitigen. Das und die Szenen fand ich amüsant.

Sie haben Post.

Mit Saatgut können wir Gemüse für Curry anbauen, auch einen Obstbaum können wir mit Items düngen. Auch Angeln können wir. Dabei müssen wir den Knopf drücken, während der Fisch im richtigen Bereich ist, um ihn schließlich Fangen zu können. Mit der Zeit und bei Drücken im Falschen Bereich sinkt nämlich eine Leiste und der Fisch kann entwischen. Meist fand ich das Angeln in Ordung, manche Bewegungsmuster sind aber etwas schwieriger.

Einen Angelwettbewerb gibt es auch, aber dabei habe ich die zweite Stufe nicht geschafft. Auch andere Minispiele gibt es, wie zum Beispiel auf Zeit in einem speziellen Dungeon genug zu zerstören.

Manchmal kann man auch in Dungeons angeln.

Fazit

Mado Monogatari: Fia and the Wondrous Academy ist ein buntes, lockeres RPG, das im Vergleich zu manchen heutigen Genrevertretern kompakt daherkommt. Ich habe für die Geschichte und einige Nebenaufgaben etwa 20 Stunden in der Akademie und Umgebung verbracht. Story und Charaktere empfinde ich unterhaltsam. Etwas schade fand ich das Fehlen von Mundbewegungen bei den Chibi-Modellen, die Illustrationen dagegen haben Charme.

Die Dungeonausflüge und das Kampfsystem dagegen haben für mich aber nicht über die Zeit getragen. Insgesamt reicht es also nur für eine currygelbe Wertung.

Vielen Dank an Idea Factory International für die Bereitstellung des Testmusters. PS5-Version getestet auf PlayStation 5.