The Rogue Prince of Persia (Review)

Die Reihe Prince of Persia startete im letzten Jahrtausend in 2D und wurde unter anderem für die Animationen gelobt. Später ging es in die dritte Dimension und die Spiele gefielen mit gutem Kampfsystem und Akrobatik. Dann wurde es still um die Reihe. In den letzten Jahren kamen dann jedoch mit Prince of Persia: The Lost Crown und The Rogue Prince of Persia gleich zwei neue 2D-Ableger auf den Markt. Zum digitalen Release des Spiels gab es im Village schon einen Test.

Anlässlich der jetzt erhältlichen physischen Version habe ich mir nun The Rogue Prince of Persia in der Switch-Version angeschaut.

Paachi kommuniziert mit Geistern. Deren Worte sind teils seltsam.

Stirb für Persien, wieder und wieder

Reisen zurück durch die Zeit sind nichts neues für die Reihe. Auch in The Rogue Prince of Persia trägt der Prinz solch ein Geheimnis. Dank seines Anhängers erwacht er nach dem Tod an Ort und Zeit seines letzten Schlafes. Als die Hunnen mit dunkler Magie Persien überrennen, ist diese Fähigkeit wohl die einzige Hoffnung. Die mysteriöse maskierte Paachi weiß davon und unterstützt ihn. Eine Oase wird vom normalen Lauf der Zeit abgetrennt und dient als Basis.

Der Prinz versucht nun, seine Familie wiederzufinden und den Hunnenanführer Nogai zu stoppen. Auf dem Weg dahin wird er so einige Male sterben.

Die Geschichte ist knapp gehalten und wird in der Regel mit Textboxen erzählt. Ausgewählte Szenen zu Beginn und Ende haben Illustrationen mit leichten Animationen.

Anfangs zeigen auch Fußabdrücke, dass man an der Wand laufen kann.

Rogue-Lite

Der schurkische Prinz gehört zur leichteren Variante. Zwar hat jeder Run Zufallselemente und eine gewisse Schwierigkeit, aber man verliert beim Ableben nicht alles. Mit gesammelten Soul Cinder kann man zum Beispiel Ausrüstung freischalten, die dann in Runs auftauchen kann. Oder alternative Skins, um…anders auszusehen. Mit Skillpunkten kann man diverse hilfreiche Skills erlernen. So zum Beispiel sogar eine Wiederbelebung mit halben Lebenspunkten.

Der Prinz hat ein schön akrobatisches Moveset. So kann er etwa Wände etwas hinauf rennen und auch Wandsprünge vollführen, sich an Pfosten festhalten und auch schnell weiterspringen. Aber auch an Wänden im Hintergrund kann er seitlich, vertikal oder schräg rennen. Das Moveset macht Spaß. Wenn man diverse Bewegungen mit gutem Timing ausführt, kann man sogar einen kurzzeitigen Geschwindigkeitsboost erhalten. Allzu gut war ich darin aber nicht.

Die Gegner haben keine gesunde Farbe.

Die Beweglichkeit kann natürlich auch für Kämpfe genutzt werden, um schnell zu Gegnern zu gelangen oder auszuweichen. Man kann zudem per Vault auch über Gegner springen. Gekämpft wird mit einfachen Standardangriffen und waffenabhängigen Spezialangriffen, für die der Knopf gedrückt gehalten wird. Durch Angriffe erhält man Energie, die man für ein ausgerüstetes „Tool“ wie zum Beispiel einen Bogen nutzen kann. Das Kampfsystem ist unkompliziert, schnell, und macht Spaß.

Bosse haben natürlich etwas komplexere Movesets als normale Gegner und erfordern teils auch die Akrobatikfertigkeiten, um Schaden zu verhindern. Zwar kann man sich per Heiltrank mit etwas Zeiteinsatz heilen, hat davon aber nur einen oder später durch Skills zwar mehrere, aber nie viele. Etwas zusätzliche Heilung kann man bei Beginn eines neuen Bioms per Brunnen erhalten, was auch einen einzelnen Trank auffüllt.

Die kleinen Steinwellen treffen den Prinzen doch nicht.

Innerhalb eines Runs kann man zufallsabhängig allerlei Waffen und Tools zum Wechseln finden und Waffen auch verstärken. Zudem gibt es Medaillons als Ausrüstung, die diverse Boni mit sich bringen. Manche davon kommen als Zweierset und verstärken den Effekt nochmal, wenn man beide hat. Ein Teil der Medaillons hat auch einen zusätzlichen negativen Nebeneffekt.

Ich hatte schnell Favoriten, auch wenn man diese natürlich nicht zwangsläufig in einem Run erhält. Ein Medaillon bewirkt zum Beispiel, dass nach einem Spezialangriff Tools kurzzeitig keine Energie verbrauchen. Mit Waffen, die einen schnellen Spezialangriff haben, ist das gut zu nutzen. Je nach Vorliebe lassen sich bestimmt diverse passende Kombinationen finden.

Zusätzlich gibt es Erweiterungen für Medaillonplätze und Erhöhung der Lebenspunkte für diesen Run zu finden oder kaufen. Das Geld kann man nicht aus dem Run mitnehmen, weshalb man es ruhig ausgeben kann.

Vielleicht mag man gut genug sein, beim ersten Versuch den Endgegner zu besiegen. Aber The Rogue Prince of Persia ist auf Wiederholung ausgelegt, was zum narrativen Ansatz passt. Weitere Biome als Auswahl werden erst mit passender Info freigeschaltet, und die Familienmitglieder lassen sich jeweils auch nicht in einem einzelnen Durchgang finden. Wenigstens kann man bei der teils erzwungenen Wiederholung noch das ein oder andere bleibende freischalten.

Eine ungewöhnliche Wahl.

Fazit

Ich bin nicht der größte Roguelitefan, aber 2D-Action mag ich oft. The Rogue Prince of Persia überzeugt vor allem mit seiner geschwinden Akrobatik, die auch in den schnellen Kämpfen zum tragen kommt. Auch wenn man teilweise schnell stirbt, ist es insgesamt ein eher leichter Vertreter. So manche Wiederholung war durch den Spielaufbau nötig, und lag nicht am Scheitern meinerseits.

Wer es etwas schwerer möchte, kann das Awakening-System nutzen, sobald man den Endgegner einmal besiegt hat. Dort kann man erschwerte Bedingungen wählen, weitere kann man durch zusätzliche Siege über den Endgegner erhalten. Das geht für mich dann aber schnell in die zu anspruchsvolle Richtung, ist für das Durchspielen der Story aber nicht nötig.

Hier kann man Kleidung/ Skins freischalten.

Der Stil des Spiels gefällt und die Musik hat leichte „arabische“ Vibes, aber mit modernen Klängen. Die Nintendo Switch-Version braucht zwischen Biomen leider einige Sekunden für Ladezeiten, die auf der Switch 2 zwar verkürzt werden, aber trotzdem noch spürbar sind.

Insgesamt ist The Rogue Prince of Persia aber locker eine Empfehlung wert und jetzt auch für Liebhaber physischer Medien verfügbar.

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf Nintendo Switch und Nintendo Switch 2.