In Gecko Gods stranden wir als Gecko auf einem großen Inselkomplex. Eine mysteriöse Stimme spricht zu uns: tausende Jahre haben die Gecko Götter geschlummert. Nun ist es an uns sie zu wecken und das Geheimnis der Inseln zu lösen. Und wie? Indem wir als Gecko das tun, was Geckos eben so tun. Also kommt, erlebt mit mir den üblichen Gecko-Alltag!
Kopfüber voraus!
Und dann werden wir direkt auf das Archipel losgelassen. Mein kleiner tierischer Begleiter und ich! Und dieser lässt sich als waschechter Gecko erst einmal die Sonne auf die Haut scheinen… ach, das tut gut. Aber genug in der Sonne gelegen – wir müssen ja schließlich weiter. Also schnappen wir uns die ersten Schalter, öffnen Türen und schauen uns erst einmal genauer an, wo wir denn eigentlich gelandet sind. Und wie macht man das denn am besten? Natürlich müssen wir hoch hinaus! Also die kleinen Klebefüßchen ausgepackt und direkt… patsch, patsch… auf die nächstbeste Säule hinauf. Hoch gehts!

Ach, insbesondere der Anfang war wirklich klasse. Da sitze ich da und habe eigentlich überhaupt keine Ahnung vom Spiel… und viel wird auch nicht erklärt. Aber Gecko. Und klettern. Und plötzlich hingen wir gemeinsam kopfüber an der Decke, ich drückte nach vorne und der Gecko lief nach hinten. Das ist mir über die knapp vier Stunden (Na gut, eher fünf. Aber dass ich von vorne anfangen musste, weil Herr Sohn meinen Spielstand gelöscht hat, das hat mit dem Spiel nicht viel zu tun) auch noch einige Male passiert. Aber irgendwann hatte ich die Steuerung auch in den verrücktesten Situationen zumindest etwas mehr im Griff. So tragisch war die Ungenauigkeit hier aber nicht – denn Gecko Gods will uns vor allem in die Haut des Reptils schlüpfen lassen, nicht ein super hartes Dark Souls der Gecko-Spiele sein.
Gecko Gods eignet sich hervorragend einfach nur drauflos zu erkunden und sich dabei zu entspannen, an Mauerwerk herumzurennen und in seltsame Spalten hineinzugucken. Manchmal ist es allerdings erstaunlich schwierig, dann wieder herauszukommen. Unschöne Clipping-Probleme sind das eine, die sehr störrische Kamera, wenn man mitten zwischen Wand und Decke gefangen ist, das andere. Bei dem Gefrickel uns wieder zu befreien, war die Entspannung dann auch schnell wieder vorbei. Aber ich habe natürlich nach dem ersten Mal daraus gelernt nicht mehr in wirklich jede Ritze zu klettern. Oder? ODER??
Wohin die Klebefüßchen tragen
Irgendwann folge ich aber auch dem tatsächlichen Pfad. Mehrere kleinere Schreine sollen aktiviert werden, dazu müssen wir Türme erklimmen, an Schaltern ziehen und uns den Weg durch die Architektur bahnen. Später geht es sogar aufs offene Meer und wir müssen noch mehr Schreine aktivieren! Leider finde ich, dass das tatsächliche Aufgabendesign der absolute Schwachpunkt des Abenteuers ist. Bei den meisten Rätseln geht es mehr darum den entsprechenden Schalter zu finden, anstatt irgendetwas ausklügeln zu müssen. Und selbst da reicht es zu oft einfach der offensichtlichen Verbindung zu folgen, statt den Raum selbst in Ruhe unter die Lupe zu nehmen. Zumindest, wenn man es erst einmal in die passenden Abschnitte geschafft hat.

Denn mit der Freiheit der Inseln kommt auch die Schattenseite, dass sich viele Bereiche sehr ähneln. Zu Beginn wollte ich alles sehen und entdecken, aber schon recht bald klebten wir irritiert an der Wand, blickten uns um und wussten beide nicht mehr so recht, wo es eigentlich hingehen sollte. Meine eigene Orientierungslosigkeit hat dabei sicherlich ihren Teil beigetragen, aber auch die Inseln selbst machten es mir nicht immer leicht, mich zurechtzufinden. Überhaupt ist die Welt nach dem ersten Awe and Wonder erstaunlich… leer. Klar, hier und da gibt es ein paar Insekten, die wir fressen können und so im Gecko-Magen ein möglichst vollständiges Insektenlexikon erstellen, – aber abseits davon ist sehr viel Fläche des Archipels einfach nur das. Leere Fläche ohne interessante Fleckchen Erde, für die es sich lohnt auf Erkundungstour zu gehen.
Patsch, Patsch, Patsch…
Den Großteil des Abenteuers hatte ich wirklich viel Spaß daran in die Haut des kleinen Geckos zu schlüpfen, über Säulen, Wände und Decken zu klettern, und natürlich die gesamte Welt zu erkunden und ein paar Rätselchen zu lösen. Doch gleichzeitig hat mir einfach etwas gefehlt, und ich meine dabei nicht meinen Orientierungssinn. Denn auch sonst mangelte es mir ein bisschen an Abwechslung und vor allem Substanz. Und am Ende sorgen auch die technischen Unsauberheiten, insbesondere die Clipping-Probleme für einen getrübten Eindruck. Nur ein niedlicher Gecko zu sein, reicht am Ende dann doch nicht aus. Aber für ein paar Stunden wird man mit entspanntem Inselentdecken und simplen Knobeleien mit Gecko Gods ja doch unterhalten.

Auf der Switch 2 kopfüber Ruinen erkunden. Vielen Dank an Super Rare Games für die Bereitstellung des Testmusters.