Nachdem die Arcade Archives mit verschiedenen Titeln wie Ridge Racer und Rave Racer begonnen hat, 3D-Racer aus den Arcade-Hallen auf heimische Geräte zu portieren, ist nun ein weiterer Titel dieses Schemas dran. Ace Driver aus dem Jahr 1994 ist dabei ebenso ein Rennspiel aus dem damaligen Hause von Namco (heute Bandai Namco Entertainment Inc.).

Ace Driver – inspiriert von Formel 1
Im Gegensatz zu Ridge Racer, welches einfache sportliche Autos nutzt, fällt bei Ace Driver sofort ins Auge, dass man hier typische, Formel-1-inspirierte Rennwagen fährt. Selbst fährt man einen roten und daneben gibt es noch grüne, blaue und gelbe Wagen. Ace Driver bietet außerdem eine Cockpit-Ansicht, welche auch die typischen Lenkräder eines Formel-1-Wagens zeigt. Die Karosserieform und Innenansicht sind leicht unterschiedlich je Gefährt.
Der restliche Stil passt sich dem an: Man fährt auf einer passenden, traditionellen Rennstrecke, die aber dennoch hübsche Abwechslung in der Szenerie bietet. Musik hält sich in Grenzen, denn es läuft nur ein kleiner Jingle bei Start und Rundenwechsel. Die prominenteste Soundkulisse ist der Motorensound der Rennwagen. Wer mich kennt, weiß damit schon, dass diese magere Musik mir eher ein Dorn im Auge ist – sehr schade.

Präzision anstatt Driften
Passend zur Formel-1-Ästhetik ist ebenso Driften kein Augenmerk von Ace Driver. Hier geht es allein um den präzisen Umgang mit Gas, Bremsen und Lenkung. Unter den drei Schwierigkeitsgraden wird dies vor allem in der Expert Pro Class sehr extrem. Darin nicht mit dem Wagen auszubrechen, ist ein wahres Kunststück.
Geboten wird außerdem eine optionale manuelle Gangschaltung. Gepaart mit der besagten präzisen Steuerung und der Cockpit-Ansicht haben wir hierbei natürlich einen super Kandidaten für Lenkräder.
Typisch wie bei anderen Arcade-Racern aus der Zeit läuft ein Timer während des Rennens, und wenn man die Checkpoints nicht schnell genug abfährt, fliegt man aus dem Rennen raus. Dies macht vor allem die dritte Stufe besonders schwierig. Auch ist die KI sehr schnell und ich konnte tatsächlich bisher kein Rennen auf dem 1. Platz beenden. Dies spielt jedoch für den Fortschritt keine wirkliche Rolle, da es eigentlich immer nur um Zeiten geht.

Eine Strecke …
Ich hatte schon beim Review von Arcade Archives 2 Rave Racer den sehr mageren Umfang kritisiert mit seinen 3,5 Strecken. Ace Driver hingegen bietet wirklich nur eine einzige Strecke. Auch hier sei wieder gesagt: Für die damalige Zeit und das Arcade-Konzept war das vollkommen verständlich, aber für ein 16,99€-Spiel ist dies einfach viel zu wenig.
Seien jedoch wieder die ganzen Funktionen der Arcade Archives 2 Portierung positiv erwähnt: Es gibt auch hier neben dem originalen Modus einen Highscore-, Caravan- und Time-Attack-Modus. Dazu natürlich zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten wie Bildschirmfilter oder die Wahl des Fahrzeuges (was in Arcade-Hallen die Betreiber einstellen mussten).
Das Wichtigste bleibt natürlich wieder die Möglichkeit, das Spiel im Splitscreen zu spielen, als würde man mit 2–4 Arcade-Automaten nebeneinander spielen. Diese Funktion ist definitiv ein Highlight dieser Emulationen.

Fazit – Es bleibt einfach zu wenig
An sich hat mir das Rennen in Ace Driver durchaus Spaß gemacht. Doch nach zehnmal Fahren auf der immer wieder selben Strecke würde ich mich schon fragen: „Ist das wirklich alles?“. Auch hier bin ich wieder der Meinung, dieses Spiel müsste in einem Bundle oder günstiger angeboten werden. Daher gibt es leider wieder nur Gelb von mir.
Wer also Interesse daran hat, jedoch mein Gefühl dazu teilt, kann sich Arcade Archives 2 Ace Driver sowie die anderen Racer aus der Reihe getrost bei einem Angebot schnappen.

Mag ich
– Netter, Formel-1-inspirierter Artstyle
– Recht präzises Gameplay, was Feingefühl erfordert
– 4-Spieler-Splitscreen und weitere Modi über den Emulator verfügbar
Mag ich nicht
– Nur 1 Strecke
– Musik nur ein Jingle bei Rundenwechsel
– Expert Pro Class übertrieben schwer
– KI spielt für Ziele keine wirkliche Rolle
Vielen Dank an HAMSTER Corporation für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf PlayStation 5.