Puzzling Places: 3D Jigsaw Sim (Review)

Artwork zu Puzzling Places

Wenn ich den Kopf einfach ein bisschen abschalten möchte, dann kram ich gern etwas zum Zusammenbauen heraus. Gerne LEGO, von dem ich auch einfach nicht genug bekomme, aber ich hab hier in einem Schrank im Wohnzimmer noch ein halbes Dutzend Puzzles mit mindestens 1000 Teilen, die ich noch nie zusammengesetzt habe. Eigentlich logisch, dass ich auch mal in die digitale Ebene eintauche und stattdessen einfach mal in Puzzling Places auf dem Bildschirm Schritt für Schritt eine ganze belebte Landschaft zusammenpuzzle.

Dabei ist Puzzling Places eigentlich besonders schnell erklärt. Wir bauen Puzzle! In 3D! Es sind zwar gerade einmal 18 Motive im Spiel, bei denen wir die Teileanzahl stufenweise anpassen können – zwischen mindestens 25 und bis zu 400 Teilen sollte eigentlich für jeden eine passende Schwierigkeitsstufe dabei sein. Und das ganze in zwei verschiedenen Spielmodi: Classic und Journey.

Klassisches Puzzle-Feeling…

Der Classic-Modus stellt dabei ziemlich das bekannte Puzzle-Feeling dar, wenn man einfach alle Teile total durcheinander auf dem Tisch ausgekippt hat und sich durch alle gleichzeitig wühlt, um ein ganz bestimmtes zu finden.

Und das gestaltet sich im dreidimensionalen Raum als gar nicht so simpel. Mir ist es öfters passiert, dass ich, während ich die Kamera rotiert hab, um mein aktuelles Teil perfekt zu meinem angefangenen Bauobjekt auszurichten, dann plötzlich komplett die Übersicht verloren hab. Klar lässt sich diese mit einem kurzen Tastendruck wieder zurücksetzen, aber bei mir hat es oft nur wenige Sekunden gedauert, bis ich wieder irgendetwas gesucht habe, was dadurch nicht mehr in meinem Sichtfeld war. Das liegt aber auch daran, dass wir sämtliche Teile in einem virtuellen Raum ablegen, in der gleichen Ebene in der auch das Diorama aufgebaut wird. Bei mehr als 100 Teilen musste ich diese also ständig nachjustieren und alles wieder recht nahe zusammenschieben. Wirkte auf mich schon etwas überkompliziert. Aber gut möglich, dass da einfach nur meine Technik zu kompliziert war, vielleicht ist ein wesentlich offensichtlicherer Weg einfach an mir vorbei gegangen.

… oder doch lieber geführt?

Im Journey-Modus hatte ich das Problem so nicht. Denn in diesem bekommt man auch gar nicht sämtliche Teile auf einmal präsentiert, sondern nur eine Hand voll. Auch muss man sich hier nicht um die korrekte Rotation kümmern. Denn klickt man eines dieser Teile an und zieht es in den Baubereich, dann passt es direkt seine korrekte Ausrichtung an und wir müssen „nur“ noch die passende Stelle finden. Dadurch, dass es gerade einmal 6 Teile gibt, die auf jeden Fall passen, ist mir dieser Modus aber auch wieder ein bisschen zu geführt. Aber für ein entspanntes Zwischendurch-Puzzlen, ist der Modus schon ziemlich gut geeignet.

So ein Tempel baut sich ja auch nicht von allein

Was mir besonders gut gefallen hat, ist dass die Dioramen nicht statisch sind. So habe ich beispielsweise eine Winterszene in der Stadt gebaut, in der mehrere Figuren durch den Schnee spazierten. Verließen sie ein Puzzleteil, dann tauchten sie direkt bei dem nächsten wieder auf. Eine große Hilfe beim Zusammensetzen – aber allen voran einfach wunderbar charmant, wie diese kleinen Details den Dioramen so viel leben einhauchen.

Ein bisschen mehr Umfang hätte ich mir gewünscht muss ich zugeben, die 18 Puzzles waren recht schnell gebaut, und auch hat mir das Übersichtsproblem schon mehrfach ein Bein gestellt. Alles in allem bietet Puzzling Places aber ein gutes Paket für Puzzlefreunde – sogar auch in VR, auch wenn ich das an dieser Stelle nicht austesten konnte.

Auf dem PC ein ganzes Stadion errichtet. Vielen Dank an Realities.io Inc für die Bereitstellung des Testmusters!