Gal*Gun 2 ist zwar der erste Teil der Reihe, den PQube auf Nintendo Switch gebracht hat. Aber Serien-chronologisch musste dieser Artikel erst die zu Gal*Gun Returns und Gal*Gun Double Peace abwarten. Im Gegensatz zu Double Peace bringt Gal*Gun 2 etwas mehr Veränderung mit sich. Wohl genug, um eine eigene Nummer statt eines Untertitels zu erhalten? Die grundlegende Situation, dass man liebestolle Mädchen und Frauen abwehren muss, bleibt natürlich erhalten.
Story
Der namenlose Protagonist ist Schüler an der Sakurazaki High School, die schon Schauplatz der Vorgänger war. Diesmal gibt es aber keine Überdosis an Liebespfeilen durch ungeeignete Bewaffnung eines Engels. Stattdessen findet der Protagonist auf seinem Smartphone eine unbekannte App vor, die er nicht löschen kann. Am selben Tag taucht ein Karton an seinem Platz auf. Darin findet er Gegenstände, die er als VR-Headset und einen Haartrockner identifiziert. Natürlich setzt er das Headset auf und nimmt den „Haartrockner“. Plötzlich sieht er den weiblichen Engel Risu. Der Protagonist wurde ausgewählt, bei der Bekämpfung von Dämonen zu helfen. Die Ausrüstung ermöglicht den bekannten Pheromone Shot und verursacht auch eine Beliebtheit bei den meisten Mädchen und Frauen der Schule. Ursprünglich sollten nur von Dämonen besessene angezogen werden. Aber was soll’s.

Ziel ist es laut Risu, eine gewisse Quote innerhalb vorgegebener Zeit zu erfüllen. Solange kann das Headset nicht entfernt werden, normale Leute nehmen es aber nicht wahr. Es gibt wieder mehrere Enden zu erreichen.
Spielablauf
An der Schule wählt man aus vorhandenen Requests aus, um Missionen zu bestreiten. Dies lässt die Zeit voranschreiten, nach Schulschluss geht es nach Hause. Für Enden wichtige Requests gibt es unter anderem von Risu direkt. Aber im Leben des Protagonisten gibt es auch zwei Mädchen, denen er näher kommen kann. Nanako, eine Kindheitsfreundin, findet man an der Schule vor. Die Nachbarin Chiru dagegen zuhause am Fenster gegenüber.

Durch Interaktion mit diesen bekommt man von ihnen Requests. Für Interaktionen braucht man manchmal bestimmten Fortschritt, außerdem müssen sie den Protagonisten genug mögen. Daür muss man ihnen Snacks schenken, die man durch Requests und manchmal für gesammelte Punkte als Dämonenjäger erhält. Es gibt zwar Dialogoptionen, aber diese beeinflussen nur die aktuelle Szene. Man kann ihre Routen auch voranschreiten, wenn man die Szenen überspringt und somit keine Dialogoptionen wählt.
Daneben gibt es auch noch einige „freie“ Requests von anderen Schülerinnen und Lehrerinnen, die nicht für Enden wichtig sind.

VR-Shooter ohne VR?
Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern auf Konsolen handelt es sich bei Gal*Gun 2 nicht um einen Railshooter. Hier orientiert man sich wohl am VR-Ableger auf PC. Der Protagonist steht an einer Stelle, man kann die Kamera zum Zielen rundherum bewegen. Drehungen um 90 Grad sind per Knopf möglich. Zusätzlich zur Stick-Steuerung gibt es in diesem Teil auch Bewegungssteuerung per linkem Joy-Con. Das finde ich einerseits begrüßenswert und man kann meinem Eindruck nach auch schneller zielen als in den Vorgängern. Völlig zufrieden war ich mit dem Steuerungsgefühl nicht, aber vielleicht hätte ich mehr mit den Empfindlichkeiten herumprobieren sollen.
Insgesamt habe ich dann eine Kombination aus Bewegung und Stick mit gelegentlichen Drehungen per Knopf benutzt. Meist tauchen liebestolle Mädchen auf und drücken auf unterschiedliche Art ihre Liebe aus, was bei Erfolg dem Protagonisten Schaden zufügt. Die heranfliegenden Schriftzeichen sind diesmal plastisch dargestellt. Wieder reicht es aber, ein rot markiertes Schriftzeichen abzuschießen.

Auch wenn man tendenziell von allen Seiten bedrängt werden kann, helfen Äußerungen von Risu und Bildschirmanzeigen, den Überblick nicht zu verlieren. Außerdem muss man auch in Gal*Gun 2 nicht gerade ein Experte in Shootern sein, der Schwierigkeitsgrad ist erneut niedrig angesetzt. Der gewisse lockere Spaß bleibt auch beim Wechsel von Rail- auf „VR“-Shooter erhalten. Nach Möglichkeit direkt auf den Schwachpunkt zielen, und mit einem Pheromone Shot die Mädels glücklich machen. Bei besessenen gezielt die Minidämonen abschießen und somit loslösen. Anschließend auf den Schwachpunkt zielen. Alternativ kann man oft auch einfach nur wild deutlich mehr Schüsse abgeben. Im Spielverlauf kann man das Headset upgraden, wodurch man mehr Schaden aushält und der Pheromone Shot stärker wird.
Den per Leiste benutzbaren Doki Doki Mode gibt es in Gal*Gun 2 nicht mehr. Stattdessen kann man Mädchen tief in die Augen schauen, um ein Herzsymbol zu füllen. Beschießt man sie anschließend per Pheromone Shot, setzt das auch andere in der Nähe außer Gefecht.

Sind alle Mädchen an einer Stelle aufgehalten, tauchen eine oder mehrere Silhouetten des Protagonisten auf. Indem man eine davon beschießt, bewegt man sich direkt dorthin und die anderen verschwinden.
Kein Haartrockner, ein Demon Sweeper
Der „Haartrockner“ pustet keine warme Luft aus. Stattdessen saugt der Demon Sweeper. Saugt man damit Minidämonen ein, erhält man mehr Punkte als per Abschuss. Die nötige Ladung zur Benutzung des Demon Sweeper baut man auf, indem man per Pheromone Shot Mädchen abwehrt. Ecstasy Shots per Schwachpunkttreffer bringen mehr Ladung. Vereinzelt gibt es aber auch Objekt zu finden, die viel Ladung geben(und den Protagonisten heilen), indem man sie abschießt oder einsaugt. Auch heranfliegende Schriftzeichen lassen sich mit dem Demon Sweeper einsaugen. Manchmal sind darunter aber auch Bombensymbole. Diese einzusaugen, fügt dem Protagonisten Schaden zu und blockiert den Demon Sweeper zeitweise. Einfach wild draufhalten ist also nicht immer eine gute Idee. Man kann den Demon Sweeper übrigens auch einsetzen, um Mädels aufzuhalten, weil sie dann mit ihrer Kleidung zu kämpfen haben.

Auch den Demon Sweeper kann man upgraden. Dadurch wird er energieeffizienter und kann dann zudem durch anhaltendes Saugen den Hyper Mode erreichen. Dieser ist so stark, dass er Oberbekleidung wegsaugen kann. Das macht die Mädels nicht unbedingt glücklich, „besiegt“ sie aber dennoch. Aber das macht natürlich niemand absichtlich dafür, die Mädels in Unterwäsche zu sehen.
Verschiedene Missionstypen
Neben Missionen, in denen man sich von Punkt zu Punkt bewegt und Mädchen abwehrt, gibt es auch andere Missionstypen. So gibt es zum einen Beschützermissionen. In diesen können sich zu beschützende Mädchen nicht vom Platz bewegen. Man muss alle angreifenden Minidämonen aufhalten, bevor die Mädchen von diesen besiegt werden. Beschützermissionen gehören im allgemeinen nicht unbedingt zu den beliebteren Aufgabentypen. In Gal*Gun 2 sind sie immerhin nicht schwierig.

Wer aber aus Gründen alle Beschützermissionen abschließen möchte, dürfte bald genug davon haben. Denn es gibt anscheinend für alle Nebenfiguren eine davon. Allerdings gibt es nur eine kleine Anzahl wirklich verschiedener Missionen, ansonsten unterscheiden sie sich oft nur durch die zu beschützenden Mädchen. Es besteht jedoch nicht wirklich die Notwendigkeit, alle davon abzuschließen.
Eine weitere Art von Missionen sind Suchmissionen. Hier gilt es, im Zeitlimit bestimmte Gegenstände zu finden. In diesen Missionen verschwinden Silhouetten zur Bewegung nicht. Sie zeigen zudem die Anzahl der von dort zu findenden oder gefundenen Gegenstände. Die Gegenstände können auch in per Schuss zu öffnenden Schränken oder hinter beweglichen Objekten zu finden sein. Wenn man an einem Ort lange nichts findet, zeigt ein Indikator die Richtung an. Die Verteilung der Gegenstände unterliegt teils einem gewissen Zufallsfaktor. Sie sind also nicht immer am gleichen Ort, wenn man die Missionen erneut startet.

Doki Doki nochmal anders
Zu guter letzt gibt es Doki Doki Missions. In diesen findet der Doki Doki Mode in der Version von Gal*Gun 2 statt. Wieder in seltsamen rosa Raum posiert das Mädchen beziehungsweise die Frau. Ziel ist es, mit Zeitlimit per Pheromone Shot an richtiger Stelle möglichst viele Minidämonen herauszudrängen und zu bekämpfen. Trifft man nur in relative Nähe, wird der Punkt angezeigt. Natürlich reagieren die Mädchen mal mehr, mal weniger stark positiv auf den Beschuss per Pheromone Shot. Extrahiert man so schnell genug viele Minidämonen, startet die sogenannte Special Time. Das Zeitlimit läuft dabei erst mal nicht weiter, und aus zwei leuchtenden Punkten kann man hochwertige Minidämonen herausbekommen. Dabei kann laut Spiel etwas tolles passieren. Zumindest, wenn man das Verschwinden der Oberbekleidung als etwas tolles ansieht. Das ist dann aber nur während des Doki Doki Mode so, sie stehen danach nicht ohne Oberbekleidung da. Glück gehabt?

Rendezvous?
Unter bestimmten Bedingungen erhält man Telefonnummern von Mädchen und Frauen des Spiels. Größtenteils sind das die Requests der jeweiligen, durch Beschützermissionen kann man sogar gleich mehrere Nummern bekommen. In der Schule oder zuhause kann man dann die Auserwählte einladen. Je nach Uhrzeit sind verschiedene Orte der Schule verfügbar. Wenn die Auserwählte den Protagonisten genug mag, kann man sie sogar nach Hause einladen. Da der Protagonist selbst Schüler ist, muss man sich keine näheren Gedanken darüber machen. Dann ist es nicht so seltsam, Schülerinnen Snacks zu geben, damit sie mit nach Hause kommen. Dass sie sich wegen des Nebeneffekts des Headsets überhaupt erst zum Protagonisten hingezogen fühlen, blenden wir bei der ganzen Sache mal aus.
Die Bezeichnung Rendezvous lässt anderes erahnen, als tatsächlich stattfindet. Romantik zum Beispiel ist nicht zu finden. Man kann zum einen die Eingeladene rundherum betrachten und dabei auch heranzoomen. Zu viel auf bestimmte Körperteile zu starren ist aber unerwünscht, worauf das „Rendezvous“ abgebrochen werden kann. Verständlich.

Daneben kann man auch die Pose ändern lassen und dabei verschiedene der „Angriffe“ des Spiels ausführen lassen. Wer gern auf sich rumtreten lässt, kann das also nach Herzenslust machen lassen. Zumindest im Spiel. Auch die Outfits kann man wechseln lassen und so zum Beispiel einen Schulbadeanzug tragen lassen. Damit die Auserwählte den Protagonisten mehr mag, kann man ihr Snacks geben.
Außerdem kann man „fantasieren“. Das führt zum Doki Doki Mode, den man dann ganz normal, aber ohne Punkte spielen kann. Inklusive positiver Reaktionen und verschwindender Oberbekleidung. Man könnte durch die Kommentare beim Start und nach Abschluss teils durchaus den Eindruck erhalten, dass zumindest irgendetwas passiert und nicht der Protagonist einfach nur fantasiert. Aber vielleicht gehören die Kommentare zum Fantasieren dazu und das ganze dauert auch nicht wirklich mehrere Minuten? Wenn man schließlich genug hat, kann man das Rendezvous beenden.

Fazit
Gal*Gun 2 bietet diverse Veränderungen im Vergleich zu den Vorgängern, kann aber weiterhin ähnlich unterhalten. Da die Grundprämisse gleich bleibt, ist es natürlich ebenfalls nicht für jeden geeignet. Gleich bleibt auch, dass es repetitiv wirken kann, wenn man mehrere Enden erspielt. Und auch die vereinzelten Bosskämpfe sind sich wieder ähnlich. Zumindest eine Zeit lang bieten aber freie Missionen etwas Abwechslung. Das VR-Shooter-Prinzip ist durchaus auch ohne VR in Ordnung, wie in den Vorgängern ist die Schwierigkeit aber weiterhin gering. Der lockere Spaß steht auch hier im Vordergrund. Trotz etwas anderer Ausrichtung sehe ich es in ähnlichem Bereich wie Gal*Gun Double Peace und gebe auch hier noch die gleiche Ampelfarbe.

Getestet auf Nintendo Switch.