Island of Hearts (Review)

Normalerweise spiele ich Spiele mit weniger realistischer Grafik. Aber spricht man bei einem FMV-Spiel überhaupt von Grafik? Egal, ich bin mit Island of Hearts in die Welt abgefilmter Szenen mit echten Menschen eingetaucht. Ob das eine gute Idee war?

Gefeuert, verlassen, reif für die Insel

Der Protagonist von Island of Hearts findet sich an einem Strand wieder und fällt um. Drei Frauen finden ihn. Wie es dazu gekommen ist?

Er wurde zuerst von seinem Vorgesetzten im Rahmen von Einsparungen gefeuert, weil er müde wirke und klinge, was einen schlechten Eindruck auf Mitarbeitende mache. Zwar protestiert der Protagonist, er mache eben auch die Arbeit von anderen, aber ohne Erfolg.

Großer Komiker beim Axtwerfen.

Zu spät kommt er dann zur Verabredung mit seiner Freundin Victoria, die eigentlich das Jubiläum der beiden feiern wollte. Leider kann man keine guten Entscheidungen treffen, es kommt zum Streit. Ein Versuch der Wiedergutmachung ist unbeholfen und schlägt fehl.

Einige Zeit später ist weder beruflich noch in der Beziehung Besserung in Sicht. Aber zwei Bekannte wollen den Protagonisten aufmuntern, und erzählen schließlich von der Island of Hearts. Mit magischem(?) Stein in den Pool gestoßen gerät der Protagonist schließlich dahin. Klingt komisch.

Nach dieser Erklärung erhält er auf der Island of Hearts ein Zimmer, auch weitere Frauen sind in der Nähe. Kann sich dort eine neue Beziehung finden?

Losweinen?

Entscheidungen und mehr

Verschiedene Szenen wechseln sich teils etwas sprunghaft ab und Entscheidungen beeinflussen teilweise, welche Szenen kommen und wie die Affinität der verschiedenen Frauen steigt. Zwischendrin gibt es ab und zu Minispiele, deren Steuerung meiner Meinung nach oft eher schlecht als recht funktioniert oder bei denen das Timing zu knapp bemessen ist. Mal muss man schnell bestimmte Punkte klicken, mal zeitlich passend geklickt halten und Linien folgen. Teilweise scheitert man, teils muss man solange weiter versuchen, bis man erfolgreich ist. Statt aufzulockern, fühlt es sich dann eher wie ein Bremsklotz an. Beim ersten Minispiel hatte ich die Vermutung, das Scheitern sei auch quasi vorprogrammiert.

Daneben gibt es auch vereinzelt „Point & Click“-Sequenzen für Interaktionen mit Gegenständen. Diese zeigen die Interaktionspunkte deutlich auf und sind unproblematisch zu bewältigen.

Das klingt unheilvoll.

Fazit

Mein Ausflug auf die Island of Hearts war eher durchwachsen. Der Hauptcharakter wirkt gerade anfangs doch recht unsympatisch, die Charaktere sind teils etwas überzogen dargestellt, das teilweise Gezicke brauche ich nicht. Szenen wechseln etwas sprunghaft.

Manuell speichern kann man nicht, es gibt aber zumindest Schnellspulfunktionen für gesehenes. Außerdem kann man bei abgeschlossenen Kapiteln per „Storyline“ in gefundenen Szenen einsteigen.

Auf dem Steam Deck gilt das Spiel als „Unsupported“, ist an sich aber mit Einschränkungen spielbar. Übergänge wirken etwas hakelig. Außerdem hat bei mir die Englische Sprachausgabe nicht funktioniert, sie war trotzdem auf Chinesisch. Auf meinem Notebook hat die englische Sprachausgabe zwar funktioniert, konnte aber nicht so recht überzeugen. Teils passte die Sprachausgabe aber auch zeitlich nicht zu den Untertiteln. Das Writing ist für mich auch nicht allzu überzeugend, Topniveau hat man aber vermutlich nicht als Ziel gehabt.

Suggestiv?

Die Island of Hearts ist nicht für jeden, für etwas Unterhaltungswert drücke ich noch ein Auge zu.

Vielen Dank an 4Divinity für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf PC (Steam Deck und Windows Notebook).