Kirby Air Riders (Review)

Mancher mag sich vielleicht an das GameCube-Spiel Kirby Air Ride von 2002 erinnern, aber einen Nachfolger hat man viele Jahre vergeblich erwartet. Für Nintendo Switch 2 wurde dann etwas überraschend ein Nachfolger angekündigt. Kirby Air Riders führt uns mehr als zwanzig Jahre nach seinem Vorgänger durch Rennen und chaotische Wettkämpfe. Kann es überzeugen?

Zwei Knöpfe, ein Stick, los geht’s

Komplexe Steuerungsmethoden muss man sich bei Kirby Air Riders nicht einprägen. Neben dem Stick zum Lenken muss man nur noch zwei Knöpfe nutzen. Die Maschinen beschleunigen automatisch. Das Bremsen kann zum manövrieren durch Kurven hilfreich sein und füllt eine Boostleiste, die beim Loslassen der Bremse einen Geschwindigkeitsschub auslöst.

Seid ihr bereit?

Ebenfalls einen Geschwindigkeitsschub erhält man bei bestimmten Streckenelementen oder hinter anderen Fahrern in einer sichtbaren Sternenspur.

Um Gegner (damit sind nicht andere Fahrer gemeint) auf der Strecke zu bekämpfen, drückt man den Bremsknopf kurz. Ausserdem wird man kurz beschleunigt. Dann kann man je nach Gegner diesen nach vorne schleudern oder erhält eine Copy-Fertigkeit, wie man sie aus der Kirby-Reihe kennt.

So kann man beispielsweise mit Cutter bumerangartige Projektile schleudern, oder mit der Schwertfertigkeit im Nahkampf Gegner und andere Fahrer angreifen. Manche Fertigkeiten aktivieren sich bei Nähe automatisch, manche lösen bei kurzem Druck auf die Bremse aus.

Andere Angriffe müssen erst durch längeres Bremsen aufgeladen werden. Manche Fertigkeiten nutzen mehrere dieser Möglichkeiten. In der Regel nach einer bestimmten Zeit oder mit mehrfachen Drücken des zweiten Knopfs enden die Fertigkeiten.

Kirby ist auch diesmal hungrig.

Dieser zweite Knopf wird auch für Specials benötigt, deren Leiste zum Beispiel durch Besiegen von Gegnern gefüllt wird. Specials sind Charakterabhängig, bei Kirby ist sogar die Farbe wichtig.

Ein paar Feinheiten gibt es natürlich, zum Beispiel dass die Stickrichtung die Bremsgeschwindigkeit beeinflussen kann, oder dass das wiederholte kurze Drücken der Bremse auch bei Kurven hilft.

Und in der Luft kann man je nach Maschine auch die Höhe mal besser, mal schlechter beeinflussen. Der Bremsknopf führt übrigens zum rapiden Absinken, macht das lieber nicht über Abgründen.

Ausserdem kann man durch schnelle links-rechts Bewegungen des Sticks eine Drehattacke durchführen.

Rider und Machines

Anfangs hat man nicht die große Auswahl, aber mehrere Fahrer und Maschinen stehen zur Auswahl.

Bescheidene Anfänge.

Während die Fahrer den Special bestimmen und etwas Einfluss auf Fahreigenschaften wie Geschwindigkeit und Boost haben, können Maschinen spürbarere Unterschiede bringen. Zwar haben auch sie zum Beispiel unterschiedliche Geschwindigkeiten und Kurvenverhalten, können mal besser, mal schlechter nach Sprüngen gleiten. Aber so manche Maschine hat ihre Eigenheiten.

Der anfangs verfügbare Wagon zum Beispiel kann gar keinen Boost aufladen. Eine Maschine benutzt die Boostleiste als „Treibstoff“ wofür man sie oft genug füllen sollte. Eine andere Maschine kann kaum Kurven fahren, bleibt beim Druck auf die Bremse aber zum Nachjustieren sofort stehen.

Die Wahl der Maschine kann je nach persönlichen Vorlieben und den Streckenverhältnissen deutlich Einfluss nehmen. Diese Vielfalt verleiht dem System mehr Charakter als bloß kleine Statusunterschiede.

Manche Maschinen sind hier im Nachteil.

Air Ride

Der „normale“ Rennmodus in Kirby Air Riders heißt schlicht Air Ride. In bekannter Perspektive von hinten fährt man Rennen durch abwechslungsreiche Strecken. Diese Abwechslung besteht deutlich optisch und mit den Streckenverläufen sowie Streckenelementen.

Je nach Strecke kann man mit passenden Maschinen teils alternative Wege besser erreichen. Teils gibt es Driftabschnitte, bei denen man höchstens auf weitere Schienen springen kann. Bewegliche Streckenelemente finden sich teils ebenfalls. Ich habe meinen Spaß mit dem Modus.

Anpassen lässt sich das Erlebnis auch. So kann man Rundenzahl einstellen (wenn man will sehr hoch), oder auf Zeit fahren. Die Gegner auf der Strecke lassen sich ausschalten. Ebenfalls kann man ein Gummiband für hintenliegende Fahrer einstellen, oder dass zu viel Schaden zum Ausscheiden führt.

I’m blue, da ba dee, Dedede.

Etwas überrascht hat mich, dass man in der Regel nicht von der Strecke in den Abgrund fallen kann, wenn man zum Beispiel Kurven nicht richtig erwischt. Das kommt Anfängern entgegen. In manchen Sprung-/Flugabschnitten kann man aber schon abstürzen.

Top Ride

Vielleicht noch zugänglicher ist der Modus Top Ride. Dabei sieht man Fahrer nicht von hinten, sondern von oben. Und zudem sieht man die ganze Strecke. Die Strecken in Top Ride sind thematisch an die normalen Strecken angelehnt, aber natürlich simpler. Dafür haben sie aber auch eigene Elemente.

Gegner gibt es in diesem Modus nicht, dafür einsammelbare Items, die helfen können. Auch hier lassen sich Runden oder Zeit einstellen. Ausserdem kann man wählen, ob die Steuerung von der Kamera oder vom Charakter abhängt. Zweiteres ist natürlich tendenziell schwieriger. Für seine kürzeren Runden macht auch dieser Modus Spaß.

Übersichtlich.

City Trial

Wer mehr Chaos möchte, findet das in City Trial. Mit 16 Fahrern die Abstand meisten Teilnehmer fahren hier aber hauptsächlich nicht Rennen. In einem festen Gebiet gilt es stattdessen, Statusboost-Items aufzusammeln. Zudem sollte man ein besseres Fahrzeug als das besondere Starterfahrzeug suchen und wechseln.

Diverse Events lockern das Erlebnis auf. So kann man mal einen Schlüssel für Truhen sammeln, oder „Bossgegner“ bekämpfen. Teilweise tauchen Tore für ein kurzes Rennen auf. Daran nehmen nur die Teil, die das Tor passieren.

Je nach Statusboosts und Maschine ist man mal besser, mal schlechter für die Events vorbereitet. Nach Ablauf der Zeit erhält man dann noch die Wahl zwischen vier Stadium-Wettkämpfen. Hier sollte man ein passendes auswählen, zum Beispiel ein als empfohlen markiertes.

Besonders groß ist die City nicht.

Stadium-Herausforderungen sind vielfältig. Mal soll man einfach an weitesten im Zeitlimit fahren, mal am weitesten fliegen. Zielflug- oder Zielsturzherausforderungen finden sich ebenfalls. Oder ein Grindrailwettrennen mit Hindernissen.

City Trial kann mit seinem Chaos unterhalten, auch wenn man mit der geringen Berechenbarkeit natürlich zurechtkommen muss. Die Stadiumwettkämpfe und auch Stadiumbosskämpfe lassen sich daneben auch ohne Vorgeplänkel wählen.

Road Trip

Wer als Einzelspieler mit Storyrahmen spielen möchte, kann einen Road Trip bestreiten. Hier erfährt man mehr über die Maschinen. Der Spieler fährt eine Strasse entlang, immer wieder stehen Herausforderungen zur Verfügung. Diese wählt man per Spurwechsel aus. Dabei gibt es den großen Teil der Bandbreite von Air Ride, Top Ride sowie Events aus City Trial und Stadiumwettkämpfen und -bossen. Für Abwechslung ist gesorgt.

Die Belohnung wird vorher gezeigt.

Durch erfolgreich bestrittene Herausforderungen sammelt man hier auch Statusboost-Items, und neue Maschinen finden sich auf der Straße auch. Somit sollte man nicht nur die eigenen Fertigkeiten, sondern auch Statusboosts und Maschine bei der Wahl der Herausforderungen berücksichtigen.

Ein Road Trip hat bei mir etwa zwei Stunden gedauert, womit ich noch nicht alles erfahren hatte. Für Abwechslung bei wiederholten Durchgängen gibt es Abzweigungen in der Route.

Mich hat der Road Trip unterhalten und er beinhaltet auch eine schöne breite Auswahl des gesamten Spiels.

Allerlei Panels und freischaltbares

Masahiro Sakurai als berühmter Kopf hinter dem Spiel steht auch hinter Smash Bros. und Kid Icarus: Uprising. Wie man davon vielleicht kennt, gibt es eine Menge freizuschalten. Das ist auch hier mit in einzelne Quadrate aufgeteilte Bilder verbunden.

Alternative Musik für Strecken gibt es auch.

Wenn man die Bedingungen erfüllt erhält man die Belohnung und das Quadrat offenbart einen Teil des Bildes. Angrenzende Quadrate zeigen dann auch ihre Bedingung und eine Andeutung, welche Belohnung mit ihnen verbunden ist.Es gibt zum einen Fahrer, Maschinen und Strecken freizuschalten. Auch kosmetische Belohnungen finden sich reichlich.

Jeder Spielmodus, und das Onlinespiel, hat ein eigenes Bild. Aber um teils weniger einzuengen, sind zum Beispiel Fahrer und Maschinen teils auf mehreren Bildern zu finden. Das erstmalige Aufdecken schaltet sie frei, weitere Male ermöglichen Customization der Maschinen und Alternativfarben für Fahrer.

Fazit

Vor über zwanzig Jahren habe ich Kirby Air Ride nicht gespielt und es auch nie nachgeholt. Aber Kirby Air Riders gefällt mir. Es hat eine solide Auswahl an verschiedenen Modi und eine bunte Auswahl an Fahrern aus der Kirby-Franchise. Die Fahrzeuge wirken teilweise wirklich speziell genug, um die Auswahl bedeutsamer zu machen.

Ein Wettstreit um die meisten besiegten Gegner.

Die Strecken sind abwechslungsreich und die Musik gefällt. Der Road Trip ist eine abwechslungsreiche Erfahrung und City Trial bietet etwas chaotische Unterhaltung. Ausserdem gibt es einiges freizuspielen, um zusätzlich zu motivieren. Grund genug, mit Kirby durch die Luft zu rasen.

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf Nintendo Switch 2.