Ratatan – Early Access (P)review

ARtwork zu Ratatan

Hey, erinnerst du dich an Patapon? Dieses niedliche kleine Rhythmus-Strategie-Spielchen das für die PlayStation Portable erschienen ist. Das ist inzwischen volljährig, hat zwei niedliche Nachfolgerchen und vor wenigen Monaten auch ein Remaster bekommen. Ein vierter Teil sollte es allerdings nicht werden, auch wenn die Köpfe dahinter ganz andere Pläne hatten und schließlich vor ein bisschen mehr als zwei Jahren einfach eine Kickstarter-Kampagne zu Ratatan gestartet haben.

Zwar ohne bekannte Franchise, ohne eine Vier im Namen und überhaupt auch ein bisschen anders als Patapon, hat es dann schließlich Ratatan in den Early Access geschafft. Und so sitzen wir also nun hier. Du, weil du unbedingt alles über rhythmisches Knöpfchendrücken wissen willst. Ich, um dir ganz viel darüber zu erzählen, ob der Vergleich überhaupt gerechtfertigt ist. Und natürlich Ratatan, das hier fröhlich wummernd den Takt angibt.

Ratta-Ratta-Rattatan!

Ich räums direkt aus dem Weg: Nein, es ist kein Patapon 4, Ratatan bringt genug eigene Identität mit, so dass die Wurzeln zwar offensichtlich sind, aber genug Raum lassen sich von der Franchise zu lösen. Im Groben fühlt sich Ratatan schon an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, nur quietschiger und quirliger. Wir schnappen uns also sofort eines von 10 verschieden Ratatan mit unterschiedlichen Eigenschaften – unser spielbarer Charakter – und stürzen uns ins Abenteuer. Schnell schließen sich die ersten Cobun an und unsere kleine Armee wächst. 

Mit verschiedenen Tastenbefehlen im Takt der Musik schlüpfen wir in die Rolle des Generals. Insgesamt sechs verschiedene Kommandos stehen zur Verfügung: Versammeln, Angreifen, Verteidigen, zwei Spezialangriffe und Springen. Und hier wiederum können wir auf drei verschiedene Kommandos zurückgreifen: Ratta, Zuntaka und Yahoi. Ein Zuntaka-Zuntaka-Rattata im richtigen Takt eingegeben sorgt also dafür, dass Gegnerhorden gemetzelt werden. Und wenn das Timing auch noch besonders gut ist, dann werden die entsprechenden Aktionen auch deutlich stärker. Mehrfach gutes Timing hintereinander startet den Fever Modus, bei dem unsere Cobun dann sogar besonders effektiv sind. Perfekt für Bosse!

Kampfbildschirm aus Ratatan
Auf ihn mit Gebrüll!

Jedes einzelne Gefecht birgt auch immer eine Belohnung und bevor wir weiterziehen, können wir auch auswählen, was sich im nächsten Bereich verbergen soll. Elementar-Cobun? Gegenstände, mit denen man sich später permanente Verbesserungen kaufen kann? Heilung? Oder etwas ganz anderes?

Rhythmus, Rückschläge und Wiederkehr

Apropos Heilung. Jedes einzelne Cobun hat einen eigenen Lebensbalken – und unser Hauptcharakter natürlich auch. Bei den Cobun ist es nicht ganz so dramatisch, diese kommen nach einiger Zeit ganz automatisch wieder. Wenn unsere Lebenspunkte allerdings auf 0 sinken, dann gehts zurück nach Rataport, einer kleinen Stadt in der wir Kräfte tanken und uns für einen weiteren Ausflug rüsten können. Aber um so lange im Spiel zu bleiben wie möglich müssen wir selbst aktiv werden und in Echtzeit Angriffen ausweichen während wir unsere Rolle als General erfüllen.

Da Ratatan allerdings ein Roguelite ist heißt das, dass jeder Ausflug ins Grüne wieder von Vorne beginnt. Die selben fünf Welten, dieselben Bosse und leider allgemein recht wenig Varianz. Und hier ist es gut, dass Ratata Arts in Zukunft noch sowohl für mehr Abwechslung in den bisherigen Welten, als auch für weitere Ziele sorgen möchte, da hier in meinen Augen schon eher schnell die Luft raus war.

Aber ganz gleich ist es ja auch wieder nicht. Mit gesammelten Gegenständen schalten wir in Rataport neue Fähigkeiten frei, so dass zum Beispiel unsere Armeekapazität wächst oder Heilung einen größeren Effekt hat. Auch können wir unsren Cobun gesammelte Waffen zuweisen und dadurch stärken. Um alles freizuschalten ist es auch notwendig seinen eigenen Ratatan zu wechseln und sich ein bisschen durchzuprobieren. Auch kann man mit einem weiteren Mitspieler Schlachtgesänge im Koop anstimmen, hier haben aber mehrfach Verbindungsprobleme das Konzert frühzeitig unterbrochen.

Der letzte Takt

Wo die Reise hingeht? Schon nach der Demo vor einigen Monaten gab es jede Menge Feedback, dem sich Ratata Arts entsprechend angenommen hat. Und so geht es nun mit den ersten Early-Access-Eindrücken weiter. Besonders das Balancing soll stark angepasst werden, Spezialangriffe, die für jedes Ratatan einzigartig sind, sollen schon in wenigen Wochen folgen. Außerdem soll die gesamte Roguelike-Struktur überarbeitet werden, sodass Fortschritt schneller erzielt werden kann und der Kampffokus etwas reduziert wird.

Die Roadmap zu Ratatan
In den nächsten Monaten wird das Spiel noch ganz schön auf den Kopf gestellt

Es ist also gut möglich, dass mein Zukunfts-Ich ein ganz anderes Ratatan spielen wird als mein Vergangenheits-Ich noch heute morgen konnte. Allein deshalb verzichte ich an dieser Stelle aber auch auf jegliche Ampel, die wäre wahrscheinlich binnen kürzester Zeit schon nicht mehr aussagekräftig. Wer bis hierhin allerdings neugierig bleibt, sollte Ratatan weiterhin im Blick behalten!