The Last Cat in the Universe (Review)

Artwork The Last Cat in the Universe mit Katze, die vor einem Bildschirm mit zwei Augen sitzt und von ihm beleuchtet wird.

Zurückgelassen auf einer Raumstation, lebt eine kleine Katze. Die Menschen sind fort, außer ihr ist nur noch die Künstliche Intelligenz der Station. Deren Auftrag ist es nun, sich um die Katze zu kümmern und ihr Wohlergehen zu sichern. Das inkrementelle Abbau-Spiel The Last Cat in the Universe bietet eine rund dreistündige Geschichte, in der der Katze ein Zuhause aufgebaut wird.

Die letzte Katze im Universum

Das letzte Lebenszeichen der Menschen ist der Auftrag, sich um ein kleines Wesen zu kümmern. Alle Forschungsergebnisse, alle Ressourcen, die ebenfalls zurückgelassen werden, sind nicht annähernd so wichtig. Die Katze muss umsorgt werden.

Der einzige andere Auftrag ist es, der Katze ein Schlaflied vorzuspielen, doch die Datei ist beschädigt. 

Was der Auslöser der Geschehnisse in The Last Cat in the Universe ist, wird schnell klar. Es gibt kein großes Mysterium aufzudecken oder eine Lösung zu finden, um die Raumstation zu retten. Der Auftrag ist einzig, sich gut um die Katze zu kümmern.

Daneben gibt es einen kurzen Erzählstrang mit Dateien von vergangenen Dialogen der Doktorin, die sich zuvor um die Katze gekümmert hat. Diese schmücken die Hintergründe noch ein wenig mehr aus. Mich hat dieser Teil der Geschichte leider kaum berührt, trotz zweier unterschiedlicher Perspektiven. 

Letztlich bin ich aber auch wegen der Katze hier. Die sehr niedlich ist, auch wenn sich Interaktionen auf ein Minimum beschränken. Sie tut auch nicht besonders viel, außer von einer Seite des Raums zur anderen zu gehen, sich zu setzen, hinzulegen oder zu fressen. Aber natürlich kümmere ich mich um sie, so gut es mir möglich ist. Was leider nicht besonders viele Optionen enthält, die Katze zu beschäftigen.

Das Ende ist wenig überraschend, aber mit einer Katze, also trotzdem berührend. Zumal ich selbst Haustiere habe (eins schnurrt mir gerade ins Ohr). Zum Abschluss gibt es eine Entscheidung, die zu zwei verschiedenen Endszenen führt, zu der ich nach Abschluss jederzeit zurückkehren kann. Daneben steht mir aber auch frei, weiterzuspielen, auch wenn das komplett gegensätzlich zur Geschichte steht. Aus spielerischer Sicht ermöglicht das natürlich, noch ein paar fehlende Upgrades freizuschalten, aber für mich schwächt es die Aussagen des Spiels ab.

Screenshot The Last Cat in the Universe. Computer: "Die feline Probe scheint aufgeregt."
Ressourcen sammeln

Um mich um die Katze zu kümmern, darf ich die Raumstation auseinandernehmen, um benötigte Ressourcen zu erhalten. Biomasse als Futter beispielsweise. Im Verlauf schalte ich immer mehr Objekte frei, die regelmäßig gewartet werden müssen und weitere Ressourcen schlucken.

Neue Ressourcen erhalte ich, indem ich die Überreste der Station mit einem Laser bearbeite, was sich befriedigend anfühlt und kaum Nachdenken verlangt. Der Laser hat eine gewisse Akkuladung, und ist diese leer, ist die Abbau-Runde vorbei. Ich füttere die Katze, reinige die Toilette, erledige alles, was anfällt.

Reichen die Ressourcen aus, verbessere ich den Laser. Erhöhe den Wirkradius in der Horizontalen oder die Anzahl an Schichten, die er in die Tiefe wirkt. Jeweils mit schwächerwerdender Wirkung bei zunehmender Tiefe. Verbessere den Akku.

Es gibt auch ein paar Funktionen, die ich mit gedrückt gehaltenem Knopf nutze, während der Laser selbst mit kurzem Cooldown dauerhaft schießt. So erhöhe ich wahlweise die Laserstärke oder konzentriere den Strahl, jeweils auf Kosten der Akkuleistung. Allerdings erschien mir letztere Funktion wenig nützlich, da Situationen, in denen sie helfen würde, selten den Einsatz erfordern.

Die Materialschichten liegen schier unendlich übereinander, doch ich komme nur voran, wenn ich Schichten komplett auflöse. Bisweilen ist die oberste Schicht schwer zu erkennen, doch in der Regel sind Farbunterschiede ausreichend deutlich und ich kann sie auch gegen Akkuleistung hervorheben.

Für verschiedene Materialien muss ich immer tiefer vorandringen, damit sie auftreten und häufiger aufzufinden sind. Allerdings starte ich bei jeder neuen Runde wieder auf Ebene 0. Vermutlich sollte ich einfach nicht zu sehr darüber nachdenken, aber die Rücksetzung ergibt für mich wenig Sinn. Warum bearbeite ich nicht dieselbe Stelle immer weiter, solange es dort noch Ressourcen für mich gibt?

Mehrfach gibt es Momente, in denen ich lange abbauen muss, um mir neue Upgrades leisten zu können. Oder um in größere Tiefen voranzudringen und Storyereignisse freizuschalten.

Upgrades

Zudem fühlt sich der Upgrade-Baum trotz der kurzen Spielzeit etwas dürr an. Ich verstärke den Laser, um mehr auf einmal zu zerstören, aber es dauert nicht lange, bis ich das erste mehrfach verstärkbare Upgrade maximiert habe. Es gibt vereinzelte unterstützende Upgrades, aber nicht viel, was meine Spielweise beeinflussen würde. Zumal eine der Funktionen schwächer ist als die andere.

Daneben funktioniert die Freischaltung neuer Upgrades auch nicht ganz flüssig. Oftmals verschwindet der Cursor zur Auswahl, sobald ich ein Upgrade freigeschaltet habe, selbst wenn ich ausreichend Ressourcen für weitere vorrätig habe. Dann muss ich aus dem Menü hinausgehen und wieder dorthin zurückkehren, um weitere Upgrades freizuschalten.

Innerhalb des Raums macht die Steuerung auch sehr deutlich, dass The Last Cat in the Universe ursprünglich für die PC-Maus konzipiert wurde. Es funktioniert zwar weitgehend gut, verschiedene Objekte auszuwählen. Aber auf Konsole würde ich erwarten, dass die Auswahl auf einem Objekt oder Button liegt, mit dem ich interagieren kann, sobald ich in den Raum zurückkehre, statt irgendwo in der Mitte, wo nichts ist. Insbesondere, da ich irgendwann nur noch den Zeiger nach oben bewege, um alles auf einmal zu warten, und dann noch weiter nach oben, um das Upgrade-Menü zu öffnen. Und danach muss ich den Monitor auswählen, um eine neue Runde zu beginnen.

Innerhalb des Abbau-Modus überzeugt die Steuerung. Sie ist feinfühlig genug, um die Ecken zu erreichen, an denen ich abbauen möchte, ohne dabei langsam zu sein. Auch die Performance ist durchgehend flüssig, selbst wenn auf dem Bildschirm viel los ist. Dies gilt sowohl für Nintendo Switch als auch für Nintendo Switch 2.

Screenshot zum Abbau in The Last Cat in the Universe.
Fazit

Ich habe mich so gut wie möglich um die Katze gekümmert. Leider sind die Möglichkeiten in The Last Cat in the Universe dabei ein wenig eingeschränkt, aber zumindest hat sie immer etwas zu Fressen bekommen. Der Abbau funktioniert weitgehend gut, auch wenn es mehrere Stellen gibt, an denen Fortschritte sich trotz der kurzen Spieldauer schleppend anfühlen. Die reine Verstärkung des Laserstrahls ist rund, die einzelnen Erweiterungen des Aktionsrepertoires überzeugen mich dagegen nicht ganz. Es ist durchaus ein Spiel, das ans Herz gehen kann, aber die Hälfte davon hat mich einfach nicht berührt.

Herzlichen Dank an Flynn’s Arcade für die Bereitstellung des Testmusters. Um Katze gekümmert und Ressourcen abgebaut auf Nintendo Switch 2 via Abwärtskompatibilität und auf Nintendo Switch.