Lang lang ist es her, als Apidya ursprünglich 1992 auf dem Amiga erschien und es tatsächlich bisher keine legale Möglichkeit gab, diesen Kultklassiker nachzuholen. Ich erinnere mich noch wie ich damals in Zeitschriften geschmökert habe und mir dieses ungewöhnliche Shmup aufgefallen ist, leider hatte ich im Freundeskreis keinen Amiga zur Verfügung und so geriet der Titel in Vergessenheit. Bis heute zumindest, denn viele der damaligen Entwickler haben es sich zur Aufgabe gemacht, Apidya adäquat zu remaken und der heutigen Zockergemeinte zugänglich zu machen.

Die Geschichte ist in einem Shmup natürlich irrelevant, irgendein Zauberer hat die Freundin unseres Protagonisten vergiftet und er kam auf die glorreiche Idee, sich in eine Wespe zu verwandeln und sich durch diverse Welten zu kämpfen um sie zu retten. Moment, eine Wespe? Tatsächlich ist das der besondere Kniff bei Apidya, statt gegen Raumschiffe schiesst man sich unter anderem durch die Insektenwelt und das klappt erstaunlich gut. Das Remake hat es geschafft, das ursprüngliche Flair beizubehalten aber trotzdem wunderbar zu modernisieren. Statt im klassischen 4:3 findet die Action im 16:9 statt, die Musik von Chris Hülsbeck wurde neu aufgenommen und klingt super und auch die Grafik selbst wurde schön in die Moderne portiert. Durch einen simplen Knopfdruck kann man zwischen alter und neuer Version umschalten und so direkt vergleichen.

Spielerisch ist es ein klassisches Shmup, es ist bockschwer, man sollte die Routen der Gegner gut antizipieren oder im schlimmsten Fall auswendig lernen, ansonsten sieht man schnell kein Land mehr. Aber auch hier wurde für Leute wie mich Abhilfe geschaffen. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade, man kann bis zu fünf Leben und zehn Continues einstellen und zudem aussuchen, ob man alle seine Upgrades beim Tod beibehält und nicht wieder vom Levelanfang starten muss. Durch diese Optionen habe ich es tatsächlich geschafft Apidya durchzuspielen. Die Welten werden immer verrückter, kämpft man sich anfangs durch die Vegetation bekommt man es später mit Kanalisationen und diversen anderen Welten zu tun. Es gibt derer insgesamt fünf mit weiteren Unterabschnitten und versteckten Bonusleveln. Das durch Gradius bekannte Upgradesystem erleichtert einem das Leben sehr, neben diversen Waffen kann man sich durch das Aufsammeln von Blumen, der „Währung“ des Spiels, auch die Hilfe von Drohnen und Schildern zunutze machen. Das Leveldesign ist sehr abwechslungsreich und überrascht einen immer wieder, die Gegner sind zahlreich, aber im Gegensatz zu den heute weit verbreiteten Bullet Hell Shootern übersichtlich. Es gibt sogar einen vollwertigen Multiplayermodus, den ich auf dem Steam Deck leider nicht selbst ausprobieren konnte.

Das Remake wurde vorsichtig, aber liebevoll neu aufgelegt. Die Musik von Chris Hülsbeck treibt gut an, durch die diversen Optionen ist es auch für nicht geübte Spieler gut machbar und das Highlight des Spiels, die Umgebung, bringt genügend Abwechslung im Vergleich zur Konkurrenz. Ich bin wirklich froh diesen Klassiker im neuen Gewand endlich mal gespielt haben zu dürfen, so ist das Anschmachten der damaligen Screenshots in Zeitschriften endlich befriedigt worden und ich bereue keine einzige Sekunde, die ich für das Durchspielen gebraucht habe. Ohne die Hilfsoptionen wäre ich wahrscheinlich absolut verzweifelt gewesen, so hingegen kann ich das Spiel jedem ans Herz legen der Shmups nicht abgeneigt ist und ein Herz für Klassiker hat.

Vielen Dank an ININ Games für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf dem Steam Deck.