Nachdem Nintendo mit Four Swords als Dreingabe zum GBA-Port von The Legend of Zelda: A Link to the Past erste Gehversuche für ein Multiplayer-Zelda gewagt hat, wurde auf dem GameCube ein deutlich ambitionierterer alleinstehender Nachfolger in Angriff genommen. Unter Nutzung des Connectivity-Features, das es erlaubt hat, den GameCube mit bis zu vier Game Boy Advance-Geräten zu verbinden, entstand Four Swords Adventure. Vor Four Swords Adventure wurde die Verbindung zum Game Boy Advance aber nur von zwei Spielen substanziell genutzt: Von Pac-Man VS und Final Fantasy: Crystal Chronicles, so dass Four Swords Adventure in einem Bundle mit einem GBA-Verbindungskabel ausgeliefert wurde.
Startet man das Spiel, hat man zunächst die Wahl, ob man im 60-, oder 50-hz Modus spielen möchte. Im darauffolgenden Titelbildschirm bekommt man direkt bekannte Klänge zu hören. Eine sanfte Variation eines bekannten Zelda Themas untermalt den Titelbildschirm. Wenn noch kein Spielstand auf der Memory Card ist, wird man dazu aufgefordert eine neue Datei von 3 Blöcken anzulegen. Diese 3 Blöcke speichern 3 Spielstände für den Spielmodus „Hyrule Adventure“ – dem eigentlichen Hauptmodus des Spiels. Beginnt man einen neuen Spielstand, fällt eines direkt auf. Im Gegensatz zu allen vorherigen Zelda-Spielen kann man bei Four Swords Adventures nicht seinen eigenen Namen eingeben. Im Spiel wird man entweder mit Link oder als Spieler 1/2/3/4 angesprochen. Neben Hyrule Adventure gab es im Ursprung noch zwei weitere Spielmodi, doch der mit Sprachausgabe unterstützte Modus Tetra’s Trackers hat auf Grund der komplizierten Lokalisation nicht den Weg nach Europa geschafft.

Hingegen hat der reine Multiplayer-Modus Schattenkampf den Weg in den Westen geschafft. Hier duellieren sich 2 bis 4 Link und versuchen, sich gegenseitig aus dem Spiel zu befördern. Wer als letzter noch lebt, hat das Spiel gewonnen. Das macht zu viert auch viel Spaß und erinnert sehr an Bomberman-Schlachten, spielt man es hingegen nur zu zweit, ist die Luft schnell raus. Sehr schade, dass fehlende Spieler nicht durch NPCs ersetzt werden, das hätte dem Spielmodus vermutlich sehr geholfen, da mit zwei Spielern die Arenen recht leer bleiben und kein rechtes Chaos aufkommen mag. Anfangs stehen einem 5 Arenen zum Wettkampf zur Verfügung, in Hyrule Adventure kann man jedoch noch 5 weitere Arenen freispielen.
Das Herzstück des Spiels ist jedoch klar der Hyrule Adventure-Modus, der wahlweise allein – dann auch wahlweise mit dem GameCube-Controller – oder mit zwei bis vier Spielern gespielt werden kann. Im Mehrspielermodus muss allerdings jeder Spieler einen eigenen Game Boy Advance mit Verbindungskabel zum GameCube mitbringen. Hat man dann seinen neuen Spielstand das erste Mal ausgewählt, beginnt auch schon das Intro in Spielgrafik. Das Intro ist nicht sonderlich lang, es zeigt eigentlich nur, dass ein Schattenlink Prinzessin Zelda und die sechs Maiden entführt hat und dass Link das Schwert der Vier zieht. Nach dieser kurzen Einführung kann man sich direkt in die erste Welt begeben, in der man von einer Eule namens Kepora Gebora begrüßt wird, die einem die Aufgabe erläutert, die sechs Maiden und Zelda zu retten, um Vaati zu schlagen. Vaati wurde nämlich befreit, indem man das Schwert der Vier gezogen hat. Auch eine andere seltsame Eigenschaft hat das Schwert der Vier, denn Link ist nicht länger ein Einzelkämpfer: Neben dem grünen Link liegen noch drei andersfarbig gekleidete Kameraden im Gras, die ihm wie aus dem Gesicht geschnitten sind.

Wie es jetzt weitergeht, hängt davon ab, wie viele Spieler sich an dem Spiel beteiligen. Spielt man alleine, kann man durch Druck auf den Y Knopf die anderen 3 Links hinter sich kommandieren, sodass sie einem folgen. Spielt man zu zweit oder zu dritt, kann jeder Spieler versuchen, sich einen der Link durch hochheben als Partner zu sichern, Mitspielern ihre Partner sogar zu klauen. Spielt man hingegen zu viert, spielt jeder Spieler einen Link und Partnerklau spielt folgerichtig keine Rolle im Spiel. Die Steuerung ist dabei denkbar einfach gejalten. Mit dem B-Knopf schwingt Link sein Schwert, mit der R-Taste hebt man Dinge oder Mitspieler auf und wirft sie; auch an Blöcken zieht man mit diesem Knopf. Spielt man alleine, kann man mit dem C-Stick des GameCube Controllers die Links in Formationen für Rätsel bringen und mit dem X-Knopf den Link auswählen, mit dem man spielen möchte, wenn es nötig ist, einen einzelnen Link zu steuern.
Im Multiplayermodus gibt es eine gelungene Mischung aus Wettkampf und Kooperation, denn während man auf der einen Seite Rätsel gemeinsam lösen muss, zum Beispiel zu viert auf einen Schalter treten muss, um ihn zu aktivieren, gibt es andererseits am Ende eines jeden Levels ein Ranking, in dem die Spieler an Hand ihrer Herzen, genutzten Feen und Forcekristallen bewertet werden. Das kann zu einigem individuellen Ehrgeiz führen und so kommt es zu allerlei Gemeinheiten zwischen den Spielern. Sei es, dass man seine Mitspieler hochhebt und auf Gegner wirft, ihn mit dem Schwert ablenkt, seine Forcekristalle einsammelt oder ihn in Abgründe wirft. Es gibt unzählige Möglichkeiten, seinen Mitspielern das Leben schwer zu machen. Gleichzeitig wird einem selbst aber auch übel zugesetzt und so kommt besonders bei drei oder vier Spielern eine sehr heitere Stimmung auf.

Spielt man allein, so spielen diese ganzen Faktoren natürlich keine Rolle und man kann sich vollends auf die Rätsel konzentrieren. Jeder Spieler kann in Four Swords Adventure nur ein Item halten, das er mit dem A-Knopf einsetzt. Das führt allerdings dazu, dass man als Solo-Spieler teilweise mehrfach in einen Raum zurückrennen muss, in dem es verschiedene Items gibt. Sitzen jedoch vier Spieler vor dem Fernseher, kann jeder ein eigenes Item tragen und so erübrigt sich das Hin- und Hergerenne, das auch im Singleplayermodus zum Glück nur selten auffällt. Dadurch, dass man mit vier Links durch die Gegend läuft, ergeben sich natürlich ganz neue Möglichkeiten. Ein Link kann einen anderen über einen Abgrund werfen, damit dieser einen Schalter aktiviert, oder es gibt vier verschiedene Schalter in einem Raum und auf jedem Schalter muss ein Link stehen. Besonders der letzte Rätseltyp stellt einen im Multiplayermodus des öfteren vor Probleme, denn nicht selten kommt es vor, dass mindestens ein Spieler gerade lieber Forcekristalle sucht, anstatt sich auf seinen Schalter zu begeben – zum Ärger aller anderen Mitspieler.
Der Gameboy Advance Zwang beim Adventure Modus ab zwei Spielern ergibt sich aus dem Umgang mit Subgebieten. Zelda Four Swords nutzt keinen Splitscreen, dennoch können einzelne Spieler unabhängig von den anderen Häuser und Höhlen betreten. Wenn sie das tun, wechselt ihr Bild von dem Fernsehbildschirm auf den Gameboy Advance. In der Oberwelt hingegen müssen alle Links gemeinsam ins nächste Bild wechseln. Allerdings hat Foru Swords Adventure eine flexible Kamera, die je nach Bedarf weiter aus der Szene zoomen kann, um dem Spieler zu ermöglichen, auf der Oberweltenkarte in den Grenzen des aktuellen Gebiets überall hin zu gehen. Spielt man allein, ist die Nutzung des GBA allerdings keine Pflicht: Betritt man eine Höhle, so wird auf dem Fernsehbildschirm ein GBA-Schirm dargestellt.

Obwohl das Spiel gänzlich auf den Multiplayerspaß ausgelegt ist, ist es mit einigen Abstrichen auch für Einzelspieler zu empfehlen. Die Formationen sind gut gelungen, so dass das Spiel problemlos zu spielen ist und der Umfang ist mit 24 Level zu je etwa einer Stunde auch sehr zufrieden stellend. Das Spiel ist in 8 Welten unterteilt, die je mit 3 Level aufwarten können. In dem jeweils 3. Level erwartet einen ein Endgegner, der je nach Spielerzahl leicht unterschiedlich zu besiegen ist. Schade für Solo-Spieler ist allerdings, dass der Schwierigkeitsgrad zwischen den Level nur sehr langsam ansteigt, um jederzeit anderen Spielern die Möglichkeit zu geben, in das Spiel einzusteigen.Jeder Levelwechsel stellt was die Charakter-Progression anbelangt, einen Rest dar. Man fängt in jedem Level von neuem mit 4 Herzcontainern an, auch wenn man im Level zuvor zusätzliche Herzcontainer gefunden hat, und auch Items gibt man ab. So bleiben also nur die Anforderungen innerhalb der Level, die aber trotzdem ausreichen, den Spieler immer wieder zu motivieren noch ein Level zu spielen. Ein zusammenhängendes Abenteuer wie Zelda: A Link to the Past sollte man allerdings nicht erwarten.
Technisch ist Four Swords Adventures ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wäre das Spielprinzip in 3D nicht möglich, andererseits sollte es auch nicht sein, dass die Grafik verschwimmt, wenn das Spiel näher hineinzoomt. Hier wäre es wünschenswert gewesen, die Pixelgrafiken in zwei Auflösungsstufen anzubieten oder wenigstens ohne Weichzeichner zu vergrößern. Einige Effekte, zum Beispiel die Explosionen der Bomben, wurden aus Wind Waker übernommen, Gegner soweit möglich aus The Minish Cap. Der Großteil der Optik orientiert sich jedoch an A Link to the Past. Auf Grund der simplen Optik gibt es keine Performance-Probleme, das Spiel läuft immer flüssig und die PAL-Anpassung ist sowohl im 50- als auch im 60-hz Modus einwandfrei gelungen. Akustisch gibt es hingegen nichts zu meckern. Verschiedene altbekannte Zelda Themen wurden neu aufgelegt und die Soundkulisse trägt mit dazu bei, dass richtige Zelda Stimmung aufkommt.

The Legend of Zelda: Four Swords Adventure leidet ein wenig an den erheblichen Hardware-Voraussetzungen, ist aber davon ab klar der beste Multiplayer-Titel der Zelda-Serie und kann auf Grund seines umfangreichen Abenteuer-Modus auch Einzelspieler sehr gut unterhalten. Egal ob allein oder mit Freunden, Four Swords Adventure sollte jeder Zelda-Fan gespielt haben.

Getestet auf GameCube.