Ich bin etwas überrascht, dass dies bereits das dritte Formel 1 inspirierte Rennspiel ist, welches ich in gerade mal einem Jahr reviewen darf. Noch größer war dann mein Erstaunen, nachdem ich feststellte, dass es eigentlich ziemlich wenige Rennspiele dieser Art gibt (auf PS4/5 zumindest). Hier kommt nun 4PGP von 3goo K.K. (in Kooperation mit Vision Reelle) und verspricht uns im Namen bereits ein lokales Rennerlebnis für bis zu vier Spieler.

4PGP – Arcade Racer im traditionellen Gewand
An sich habe ich die Grund-Idee von 4PGP bereits in der Einleitung komplett erklärt: Es ist ein Arcade-Rennspiel, im Style voll nach der traditionellen Formel 1 inspiriert und mit bis zu vier Spielern spielbar.
Dabei bietet 4PGP das klassische Konstrukt von Cups, Einzelrennen und Zeitrennen. Hierbei stehen vier Cups mit je drei Rennen zur Auswahl. Über diese Cups lassen sich zehn weitere Rennwagen sowie zwei weitere Strecken freischalten. Daneben lassen sich bei den Einzelrennen je eine Rückwärts-Variante der jeweiligen Strecke freischalten.

Einfaches Arcade-Gameplay
Die Formel 1 Thematik bleibt hierbei sehr treu, wird jedoch im Arcade-Sinne durch einen manuellen Boost erweitert. Diesen Boost können wir, sehr passend, beim Boxenstopp wieder aufladen. Hierbei werden auch die Reifen erneuert, welche sich mit der Zeit abnutzen und zu schlechterer Lenkung führen.
Auch die Strecken bleiben somit sehr simpel, da sie sich eindeutig an realen Strecken orientieren (ohne zu wissen, wie weit wirklich). Daher fahren wir in 4PGP einfach über traditionelle Asphalt-Rennbahnen, ohne komplexe Schikanen. Passt gut zum Schema, aber hat dadurch leider wenig Chance auf hohe Langzeitmotivation.
Abseits des Boosts gibt es auch keinen sonstigen Schnickschnack wie Driften, Sprünge oder Items. Jedoch wird Windschatten geboten, was natürlich ebenso ins bodenständige Schema passt. Der Boost ist übrigens eher seicht gehalten – sieht zwar flott aus, gleicht aber den Zeitverlust des Boxenstopps nur leicht aus. Dieser läuft außerdem ohne Zwischensequenz ab, einfach über ein Feld mit einem kleinen Quick-Time-Event.

Schwierig aber dafür mit Multiplayer
Um alle Rennwagen freizuspielen, muss man die Cups auch auf Expert schaffen – dies ist mir bisher nicht gelungen. Die KI fährt mit einem solchen Affenzahn nach vorne, dass ich doch ein wenig erschrocken war.
Dabei fiel mir besonders auf, dass die Cups einem gewissen Progress folgen: Man spielt immer bessere Wagen frei und mit denen klappt dann grob der nächste Cup besser. Ist nicht ideal für die Spielbalance, aber eigentlich nicht wild, da sich die Rennwagen ja eh alle recht ähnlich sehen (trotz dessen, dass sie auf unterschiedlichen Modellen basieren).
Zur Unterstützung kann man sich eine Lenkhilfe einstellen (à la Schlau-Steuerung in Mario Kart) oder eben alles (außer Zeitrennen) im Multiplayer probieren. Also ja, besagte Cups lassen sich mit bis zu vier Spielern im Splitscreen spielen, was natürlich eine tolle Sache ist und bei „Nicht-Fun-Racern“ tatsächlich kein Standard ist (leider).

Simpler Artstyle
Die Grafik ist eher zweckmäßig simpel. Sie lässt auf den ersten Blick ein Gefühl von „Shovelware“ aufkommen, aber so schlimm ist es eigentlich nicht. Es ist einfach eine simple 3D-Grafik, die nach wenig Budget aussieht und ohne speziellen Artstyle daherkommt (wie z.B. Pixel oder Cellshading).
Die Musik hat mich ein wenig verwundert. Ich glaube tatsächlich, dass hier eben Ace Driver als Vorbild genommen wurde, denn es läuft primär ein kleiner „Jingle“ bei Rundenwechsel. Doch hier ist ein kleiner und doch gewaltiger Unterschied: In der letzten Runde läuft ein voller Soundtrack über die gesamte Runde hinweg. Während ich das bei Ace Driver etwas zu wenig fand, konnte mir das hier sogar ein bisschen gefallen, auch wenn der Soundtrack eigentlich immer derselbe ist. Ein voller Soundtrack je Strecke würde mir aber dennoch besser gefallen.
Bei den Soundeffekten kann ich hingegen nicht meckern. Genauso wie in vergleichbaren Spielen röhren die Rennwagen mit ihrem typischen Formel 1 inspirierten Sound über die Strecke.

Fazit – Solider Formel 1 Arcade Racer für Mehrspieler-Spaß
Passenderweise erwähnte ich letztes Jahr bei Formula Legends, dass ich dort einen Splitscreen-Modus vermisse. Nun bietet mir 4PGP eben genau das. Zwar kann dies ansonsten leider nicht die Qualität des erstgenannten aufweisen, doch ist es solide genug, als dass ich es eben für den Mehrspieler vollkommen in Ordnung finde. Auch wegen des soliden Spielumfangs und dem Spaß am Freischalten von Inhalt.

Mag ich
– 4-Spieler-Splitscreen
– Zeug zum Freispielen
– Nette Boost+Boxenstopp-Mechanik
Mag ich nicht
– Cups auf Expert etwas zu schwer
Vielen Dank an 3goo K.K. für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf PlayStation 5.