Mumintroll: Die Wärme des Winters (Review)

Während der ein oder andere heute schon draußen schwitzt, beginnt im Mumintal gerade der Winter. Und damit auch die Zeit für ein schönes langes Nickerchen, denn Mumins sind Winterschläfer. Unser kleiner Mumintroll ist damit noch nicht ganz warm geworden, lässt sich von seinen Eltern aber artig ins Bett stecken. Schließlich kehrt mit dem Frühling auch sein Freund Schnupferich zurück. 

Mumin ist jedoch kein erholsamer Winterschlaf gegönnt und wird alsbald auch schon wieder durch Geräusche aus dem Bett gerissen. Dabei ahnt er noch nicht, dass er am Anfang eines großen Abenteuers steht.  

Der Kleine findet sich schnell in einem Schneesturm wieder und trifft auf den ersten Freund, der sich nicht bis zum Frühling verkrümelt. Mit der Zeit trifft er auf viele Charaktere, die man aus den Büchern kennt. Einige von ihnen sind sogar sympathisch. Andere darüber hinaus hilfreich. Bei so manch einem wünscht man sich, dass er oder sie spontan auch in den Winterschlaf verfällt. Und trotzdem findet Mumin die Geduld und das Herz sich um sie zu kümmern und ihnen im Muminhaus Schutz vor der Kälte zu bieten. 

Mumin ist mit dieser neuen Erfahrung im Schnee natürlich überfordert. Er begibt sich dennoch sehr mutig auf eine Reise durch das Mumintal, die Berge und Wälder, um alles für das große Fest und das Feuer vorzubereiten, das den Frühling zurückholen wird. Mumin macht dabei auch neue Bekanntschaften und hilft ihnen bei ihren Problemen. Auch wenn er eigentlich selbst genügend eigene hat und sich doch auch ziemlich fürchtet. Ausgestattet mit Streichhölzern, Handschuhen und anderen nützlichen Werkzeugen scheint keine Hürde zu groß zu sein.  

Neben einzelnen kleineren Questgegenständen sind die einzigen Sammelgegenstände Feuerholz und Teile einer zerbrochenen Vase. Mir ist als besonders positiv aufgefallen, dass die Nutzgegenstände weder aus- noch kaputt gehen. Ich konnte mich ohne nerviges Suchen von z.B neuen Streichhölzern oder Wolle für neue Handschuhe ganz einfach auf die Story konzentrieren.

Dadurch, dass die Mechaniken so simpel sind, steht diese auch ganz klar im Vordergrund. Es gibt keine komplizierten Rätsel oder Sprungsequenzen. Dieses Spiel richtet sich an die volle Breite der möglichen Zielgruppen. Jüngere Spieler:innen finden sich schnell zurecht, ältere Spieler:innen können eine beliebte Geschichte aus dem Mumintal einmal anders genießen. Und alle dazwischen können nach langen Tagen insgesamt zwischen 5 und 7 Stunden abschalten und ein richtig schönes Abenteuer erleben. Ohne künstliches Hinausziehen durch Grind oder Farming. 

Zusammenfassend würde ich es als “Winter Burrow, aber in gut” beschreiben. Die beiden Spiele haben viele Gemeinsamkeiten und auch wenn mir Winter Burrow durchaus Spaß gemacht hat, erfüllt Mumintroll: Die Wärme des Winters jede Erwartung, die ich früher an Winter Burrow hatte. Alles, was mich daran gestört hat macht Mumintroll besser. Es gibt eine ausnehmend gute Karte, ein entspannteres Gameplay und eine Umgebung, in der es nicht alles auf einen abgesehen hat. Gerade für Spieler:innen, die nicht viel Erfahrung haben, ist Mumintroll: Die Wärme des Winters der mit Abstand empfehlenswertere Titel.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass ich die Umsetzung dieses Titels als besonders gelungen sehe. Genau so stelle ich mir ein Cozy Adventure vor. Das Spiel basiert auf dem Buch “Winter im Mumintal” und gerade diesen Titel habe ich leider bisher noch nicht gelesen. Und trotzdem hatte ich beim Spielen das gleiche Gefühl, wie damals mit sechs Jahren, als ich mich ausgestattet mit einem neuen Muminbuch und einer Taschenlampe zum Lesen unter der Decke versteckt habe. 

Hyper Games hat wirklich hervorragende Arbeit geleistet und ich werde bei der nächsten Gelegenheit auch Schnupferich: Die Melodie des Mumintals nachholen. Umso besser, dass Mumintroll kein echter Nachfolger von Schnupferich ist, auch wenn ich definitiv nichts dagegen hätte den kleinen Mumin noch einmal durch den Schnee zu begleiten.

Ein herzliches Dankeschön an Hyper Games für die Bereitstellung des Mustercodes. Gespielt auf Nintendo Switch.