All Hail the Orb (Review)

All Hail The Orb Artwork

Alles um uns herum ist schwarz. Da ist nur der Orb. Irgendein Orb? Nein, er spricht zu uns. Will, dass wir ihn wecken. Befreien. Anklicken. Wir sind natürlich folgsam, ein kleines schwarzes Wesen tritt hervor. Doch der Meister, der Meister bleibt im Orb gefangen. Da brauchen wir mehr, mehr Hingabe. Mehr Aufopferung. Ist der Meister erst einmal wieder da, so wird er helfen auf den richtigen Pfaden zu wandeln. Aber bis wir zu ihm beten können, fokussieren wir uns auf sein Gefängnis. Der Orb. All Hail The Orb!

Mit Klick für Klick zum großen Kult

Und wir klicken. Und klicken. Das erste bisschen Hingabe wird generiert, zu Beginn noch mit großem Mauseinsatz. Ein Klick, eine Einheit Hingabe. Schnell jedoch lassen sich die ersten Verbesserungen kaufen – aus einem Klick werden nun zwei Einheiten! Nach und nach, klick, häuft sich immer mehr Hingabe an. Klick. Und nun ploppen die ersten Wege auf, die wir eröffnen können. Klick. Zuerst können wir die Lagerkapazität deutlich erhöhen, das ist auch bitter nötig, denn durch die ständigen Klicks auf den Orb hat sich das Lager schon deutlich gefüllt und platzt aus allen Nähten. Klick. Kurz darauf können wir auch schon den ersten Kultisten anheuern. Klick. Und schwupps, müssen wir nicht mehr selbst klicken. Also wir können natürlich weiterhin die Maus bemühen, denn Klicks erzeugen immer noch ein gutes Stück mehr an Hingabe als unser einziger Kultist. Aber er gibt sich immerhin Mühe! Und ein kleines bisschen passives Einkommen ist auch schon echt viel wert!

Screenshot zu All Hail The Orb
Das Zentrum der Hingabe.

Und auch den Kultisten leveln wir auf, bauen Schlafquartiere und verpflichten gleich noch ein paar mehr. Wir brauchen schließlich mehr Überzeugung, mehr Hingabe und überhaupt mehr von Allem. So fällt auch ganz schnell der Obelisk direkt links neben dem großen Orb im Zentrum unserer Basis auf. Denn dort wird das nächste Ziel angegeben, eine große Summe an Hingabe, die wir spenden müssen. Zum Glück auch gar nicht auf einmal, denn der Obelisk ist dabei ziemlich gierig und die gewünschte Summe fällt ziemlich groß aus. Aber als treue Orb-Anbeter fällt uns die Aufgabe natürlich einfach. Also beten und klicken wir was das Zeug hält. Die angesammelte Energie wird direkt in den Orb geleitet. Wir klicken in einer kurzen Sequenz noch einmal besonders enthusiastisch und mit einem großen WUSCH geht die nächste Sammelrunde los. Gleichzeitig aber öffnen sich nun Schritt für Schritt weitere Türen, hinter denen ganz besondere Bereiche mit neuen Inhalten auf uns warten.

Der Kult muss wachsen

Zum Beispiel auch direkt neue Währungen. Im Laufe des Spiels kommen da ein paar zusammen und jeweils funktionieren diese mechanisch ein wenig anders. Während die Lebensenergie noch recht ähnlich funktioniert, also durch Klicken ein Kristall gedreht wird und sobald eine Leiste sich aufgeladen hat, wir x Einheiten Lebensenergie einsammeln können, funktioniert das bei Goldmünzen etwas anders. Denn um diese zu erarbeiten gehen wir unter die Farmer: wir schnappen uns ein paar Pilzsporen und sähen diese in der Grotte an. Diese wachsen und vermehren sich über die Zeit. Schließlich können wir diese ernten und für gutes Gold verkaufen. Und wenn wir Glück haben, dann wächst aus den Sporen eines Pilzes nicht die selbe Art noch einmal, sondern die Pflanze mutiert und wir entdecken eine ganz neue und wertvollere Pilzart. Also wird mehr Land angelegt, wieder ausgesäht, gewartet und schließlich geerntet und verkauft. Schritt für Schritt, immer wieder. Und wie an eigentlich jeder Etappe in unsrem Stützpunkt lassen sich für das entsprechende Kleingeld auch interessante Entwicklungen und Verbesserungen freischalten. Mehr geerntete Pilze pro Pflanze, bessere Marktpreise, höhere Mutationschancen, das übliche eben.

Screenshot zu All Hail The Orb
Ein ganzes Raumgeflecht wartet darauf entdeckt zu werden.

Hey, mir wurden Enten versprochen!

Ja, selbstverständlich. Unsere gefiederten Freunde sind natürlich auch von der Partie, kein Kult ohne Enten. Im ersten Drittel ungefähr bekommt man die Möglichkeit gegen Hingabe jede Menge Enten zu engagieren, die mit passiven Effekten ein essentieller Bestandteil des Kultes sind. Enten kommen dabei in allen möglichen Farben und Formen daher, unterschiedlichen Seltenheitsstufen und damit einhergehend verschiedensten Effekten. Jede Ente zählt dabei und macht den Kult ein kleines bisschen besser. Wir können die Enten auch zum Arbeiten einspannen und absolut pure Entenenergie erzeugen lassen, die wiederum für enttastische Upgrades und mehr Enteffizienz eingesetzt werden können.

Für Klicker und Incremental Games muss man eigentlich sehr viel Zeit einplanen, oder diese oftmals über einen absurden Zeitraum nebenher laufen lassen. Bei Clicker Heroes hab ich knapp 2000 Stunden Spielzeit auf der Uhr, über Crusaders of the Lost Idols will ich gar nicht reden (… ja, mehr…). Natürlich ist das meiste komplett passiv gewesen. Ich hab den Rechner angeschaltet, den Clicker gestartet und irgendwas andres gemacht. Oft auch zeitgleich ein anderes Spiel gespielt oder gearbeitet. All Hail The Orb ist da anders. Ich habe es ebenso heute morgen gestartet und in weiten Zügen etwas anderes gemacht. Dennoch war ein großer Fokus auf meinem kleinen Kult. Und nach ungefähr sechs Stunden liefen die Credits und der Meister erwachte. Ich geb zu, auch wenn ich gelesen hatte, dass es ein eher kurzes Spiel sein soll, hat mich das dann doch überrascht. Aber positiv. Denn wer sagt denn, dass Idle-Games wirklich hunderte oder tausende Stunden idlen müssen?

Wenn der Kult stolpert

Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen noch ein bisschen mehr Feinschliff gewünscht. Wenn ich ein Relikt erstmals in die Analyse werfe und mir dann angezeigt wird, dass ich diese Kombination schon einmal benutzt habe, dann verwirrt mich das zunächst schon sehr. Auch waren nicht immer alle Elemente korrekt anklickbar und ich musste mit der Kameraperspektive mehr herumjustieren als notwendig sein sollte – gerade wenn eigentlich nichts meine Kultisten überlagert hatte, die ich gerade auswählen wollte. Aber sei es drum, denn größeren Problemen, die auch wirklich das Spielgefühl nachhaltig beeinflussen, bin ich während meiner Zeit nicht begegnet.

Tatsächlich halte ich genau dieses kurze, knackige für eine große Stärke des Spiels. Vor allem wenn dann noch ein so sympathischer und gelungener Pixelstil und ein so unterhaltsamer Humor dazu kommt, dann kann ich den Titel für Idle-Freunde nur weiterempfehlen. Die Updates wirken clever geplant, die einzelnen Ziele immer in Reichweite ohne frustrierend zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass All Hail The Orb noch ein bisschen erweitert wird. In dem Fall, habt ihr meine Maus. Und meine Kultisten.

Vielen Dank an LeGingerDev und GrabTheGames Publishing für die Bereitstellung des Testmusters. Enten gesammelt auf einem Windows PC.