Die Ankündigung von Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered fand ich schon witzig. Ein Spiel von dem niemand ein Comeback erwartet hatte und dann kommt das noch im November … IM MONAT VON GTA VI !!!
Die Folge waren Memes in Richtung, wie GTA von Godzilla getoppt wird und sowas. Sehr lustig und ich frage mich schon, ob Atari und Pipeworks Studios das ein wenig mit Absicht gemacht haben.

Der Ruf von Godzilla: Destroy All Monsters Melee
Ich bin ja generell ein kleiner Fan von so Party-Prügel-Spielen. Im 3D-Sektor gibt es da nicht so viel, aber Spiele wie Power Stone, Gang Beasts oder Mighty Fight Federation finde ich schon witzig. Selbst im Monster Bereich gibt es da noch War of the Monsters (von Sony!) und GigaBash.
Auf PS2 hatte ich ein anderes Godzilla Spiel namens Godzilla Unleashed, was, wie ich nun feststellte, wohl der Nachfolger vom originalen Godzilla: Destroy All Monsters Melee war. Womit ich auch auf den Punkt komme:
Ich verstehe den guten Ruf dieses Spiels nicht so ganz. Weder neben War of the Monsters, noch neben GigaBash und selbst Godzilla Unleashed, sieht dieses Godzilla Spiel wirklich besonders aus.

Ein wenig Arcade und eine „Story“
Als Einzelspieler probiere ich natürlich direkt den ersten Modus aus: Abenteuer. Man wählt zuvor ein Monster, dann einen der Modi Klassisches Abenteuer, Abenteuer-Spießrutenlauf, Abenteuerherausforderung, Zerstörung, Überleben oder Training.
Die zweiten Beiden sind je schwerere Varianten vom Abenteuer, mit verschiedenen Kniffen (z.B. gegen zwei Monster gleichzeitig kämpfen) und stärkerer KI. Für diese muss man jedoch sein Monster erst auf eine gewisse Stufe gelevelt haben.
Das klassisches Abenteuer ist ein schlichter Arcade-Modus, in dem wir einfach der Reihe nach gegen 8 Monster kämpfen. Am Ende gibt es ein Monster das immer den Boss darstellt, der aber auch freispielbar ist. Die Story dazu ist … absolut zum Fremdschämen.
Anfangs gibt es eine kurze Cutscene von einem Alien, welches erzählt wie es die Erde erobern will und alle Monster manipuliert hat (außer unserem, offensichtlich) und wir uns ergeben sollen. Am Ende dann sowas wie „euer Monster ist ein würdiger Gegner, aber hat keine Chance gegen unser Monster“. Ist bei jedem Durchgang das gleiche und wohl das schlimmste war ich je in der Form gesehen habe.
Zerstörung und Überleben sind so ziemlich genau das, was man sich darunter vorstellt: Bei ersterem zerstört man solo die Stadt, für einen Highscore. Bei zweiterem versucht man gegen Monster zu überleben, für einen Highscore.

Erforschen!!!
Inhalt schaltet man einfach über das direkte Spielen frei. Die Monster haben einen Level mit Erfahrungspunkte, der sie immer weiter verbessert und an die auch ein paar Freischaltungen gekoppelt sind.
Daneben gibt es im Bereich G-Force Lab ein paar Ziele denen wir nachgehen können, um so weitere Monster und anderes freizuschalten. Nett dabei: Man kann ein wenig entscheiden, was man zuerst freischalten will, in dem man das entsprechende Projekt zur Erforschung anwählt.
Übrigens gibt es nur 12 Monster im Spiel, von denen sich ein paar sogar recht ähnlich sind, allen voran Godzilla und Godzilla 2000. Ich hätte damit an sich kein Problem, aber leider spielen die besagten Ähnlichen sich dann auch ziemlich ähnlich.

Schwerfällig wie die alten Godzilla Filme – ist das gut?
Ich komme nicht drum herum in dem Spiel die alten Filme wieder zu erkennen. Hier kann einer meiner besten Freunde, der riesiger Godzilla-Fan ist, deutlich mehr drüber erzählen. Jedoch sehe ich vor allem das „Träge“ und „Steife“ der alten Kostüm-Figuren wieder.
Artistisch ist das sicher Absicht und wirkt meiner Ansicht nach wirklich top getroffen. Doch leider wirkt sich das auch auf das Gameplay aus. Denn es ist wirklich genau DAS – träge.
Testweise habe ich die anfangs genannten Spiele mal nochmal angeworfen und besonders GigaBash ist verglichen zu Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered wirklich sehr schnell. Vor allem lustig, weil GigaBash sogar Godzilla DLCs bietet. Muss ein Godzilla Spiel also träge sein wie die Filme? Ich denke nicht.
Im Rest ist die Artistik ein hin und her: Musik super, Sprecher seltsam (gilt vielleicht nur für die deutschen). Monster optisch top, Umgebungen lassen sehr zu wünschen übrig (ok, einem Remaster eines PS2 Spiels sei das verziehen). Manche Effekte toll, andere lausig.

Godzilla-Spaß im Multiplayer?
Das Gameplay funktioniert übrigens so: Es gibt drei normale Angriffstaste, die je mit Richtung variieren. Dazu kann man Blocken, Projektil schießen, Greifen und Springen. Hier gibt es zahlreiche Kombinationen und Szenarien, die an sich eigentlich ganz witzig sind – wäre nicht alles so träge.
Mit Umgebung kann man auch interagieren, jedoch sind die Kampfarenen recht flach und bieten eher wenig Unterschiede. Also ein schönes hoch und runter wie in einem Super Smash Bros. oder War of the Monsters darf man hier nicht erwarten.
Damit komme ich zum wichtigsten Faktor, dem Mehrspieler-Modus. Egal ob Lokal oder Online, nach ein paar Runden wird das Spiel einfach langweilig, wenn es auch ein paar lustige Momente gibt, die vor allem durch Abprall-Mechaniken zustande kommen. Übrigens: Zu viert gibt es keinen „K.O.-Modus“ sondern nur einen Punkte-Modus.

Fazit – Da sollte man wohl Fan vom Original oder Godzilla sein
Ja, ich bin doch etwas unterwältigt von Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered. Perse ist die Remaster-Umsetzung voll in Ordnung, aber das lässt diesen äußerst trägen Prügler kaum in besserem Licht erstrahlen. Wenn ihr jedoch ein Fan vom originalen Spiel oder den alten Godzilla-Filmen seid, dann nur zu, wird schon passen.

Mag ich
– Präsentation gibt klassischen Godzilla Vibe
– Freischaltmechanik ist nett
– Abprall-Mechaniken sind ganz witzig
– Zu viert spielbar
– Mein Lieblings-Kaiju ist dabei (ok, wäre auch unwahrscheinlich, dass King Ghidorah nicht dabei wäre)
Mag ich nicht
– Sehr träges Gameplay
– Nur wenige Kaijus zur Auswahl
– Story zum Fremdschämen
– Keinen „K.O.-Modus“ zu viert
– Unspektakuläre Kampfarenen
– Manche Sprachausgabe klingt „lustlos“
Vielen Dank an Atari und Pipeworks Studios für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf PlayStation 5.