Auf The Legend of Zelda folgte ein Jahr später bereits der zweite Reihenvertreter. Zelda II: The Adventure of Link gilt nicht unbedingt als das beliebteste Zelda-Spiel und wird vorwiegend als Sidescroller gespielt.
Berüchtigt ist Zelda II insbesondere für seinen als außerordentlich hoch geltenden Schwierigkeitsgrad und Kampffokus. Zudem hebt er sich durch RPG-Mechaniken wie Erfahrungspunkten, durch eine dauerhafte Sprungfähigkeit und Leben von seinem Vorgänger und vielen weiteren Zelda-Titeln ab. Meine allererste Assoziation ist stets das Palast-Thema, da dieses Musikstück auch in vielen Spielen der Super Smash Bros.-Reihe auftaucht.
Zelda II: The Adventure of Link und ich
Wie ich bereits im Artikel zu The Legend of Zelda erwähnt habe, habe ich Zelda II: The Adventure of Link 2024 innerhalb kürzester Zeit dreimal durchgespielt. Ursprünglich hatte ich mir im Rahmen eines Community-Projektes außerhalb des Gaming Village einige Zelda-Spiele für 2024 vorgenommen, teilweise mit verschiedenen zusätzlichen Herausforderungen. Aus Gründen bin ich bis heute nicht mit meinem Vorhaben fertig. Aber im Grunde war die Verknüpfung mit dem Projekt ohnehin mehr ein Vorwand, weil ich viele Zelda-Spiele einfach erneut spielen wollte. Also nehme ich den ursprünglichen Zeitrahmen nicht besonders ernst.
Weil ich die Vorstellung lustig fand, dreimal direkt hintereinander zu sagen, ich hätte Zelda II durchgespielt, beschloss ich, zu sehen, wie schnell ich das schaffen würde. Außerdem wollte ich den NG+-Modus ausprobieren, auch wenn dieser lediglich Links Level und Zauber vom Ende des vorigen Durchgangs beibehält.
Schwierigkeitsgrad
Einfach würde ich Zelda II zwar nicht nennen, aber weitgehend empfand ich es bei meinen ersten Durchgängen als deutlich einfacher, als ich es im Vorfeld erwartet hätte. Das Kampfsystem ist ein wenig elaborierter als in The Legend of Zelda, da Link nicht nur stehend, sondern auch springend und kniend mit seinem Schwert angreifen kann. Einzelne Gegner verfügen über Schilde, deren Position sie ändern können, oder sie greifen wahlweise oben oder unten an. Vielmals waren mir die Angriffe dabei zu schnell, um darauf reagieren zu können. Außerdem fiel es mir schwer, Gegnern auszuweichen. Allerdings war ich bisher in kaum einem Zelda-Spiel gut im Kämpfen.
In den Palästen fiel mir die Orientierung oft schwer. Viele Räume sehen sich ähnlich und oft habe ich eine Karte vermisst, weil ich auf dem halben Weg bemerkt habe, dass ich diesen Abschnitt des Palastes bereits erforscht hatte. Zudem ist gerade der Große Palast so aufgebaut, dass es mir schwerfiel, den Weg zum Boss zu finden. Er ist in zwei Pfade aufgeteilt und ich wusste nie, wo ich eigentlich war.
Vor allem ist mir jedoch im Gedächtnis geblieben, wie viele Gegenstände, Zauber und dergleichen ich sammeln musste, nur um das Spiel abschließen zu können. Verschiedene Zauber waren dabei nicht ganz einfach zu entdecken, auch wenn ein paar NPCs zu verschiedenen Dingen Tipps geben. Aber trotz der Orientierungsprobleme innerhalb der Paläste kam ich auf der Oberwelt ausreichend zurecht, um tatsächlich auf Anhieb alles zu finden, was ich brauchte.

Donnervogel
Ein Kampf fiel mir in Zelda II allerdings besonders schwer. Der Donnervogel hat mich einige Versuche gekostet. Wenn auch dank Speicherfunktion nicht ganz so viele Leben, sobald ich wusste, dass ich eine Weile mit ihm zu kämpfen haben würde.
Also habe ich beim dritten Mal geschaut, ob ich ihn auch überspringen kann.
Siehe da: Das geht! Und es ist noch nicht einmal besonders schwierig. Der Trick benötigt lediglich Sprung- und Feenzauber an der richtigen Stelle. Solche Kleinigkeiten machen mir viel Spaß. Außerdem habe ich dafür beim Endboss nicht die Einfache Stragegie Für Den Sieg benutzt. (Bei mir hat sie allerdings auch nicht zuverlässig funktioniert.)
Zelda II: The Adventure of Link heute
Ehe ich Zelda II nun erneut begonnen habe, habe ich mich an den Donnervogel zurückerinnert. Wenn ich einen kleinen Teil des Spiels überspringen kann, könnte dann nicht vielleicht noch mehr möglich sein?
Die Kunst, ein Spiel möglichst wenig zu spielen
Ich bin weit davon entfernt, Speedrunner zu sein. Hier und da probiere ich verschiedene Skips und Glitches aus, wenn ich ein Spiel schon gespielt habe. Manchmal, weil es einfach lustig ist, neue Dinge auszuprobieren. Manchmal, um einzelne Aufgaben nicht noch einmal erledigen zu müssen. Ähnlich wie beim Donnervogel, habe ich mir in Breath of the Wild beispielsweise beigebracht, die Prüfung des Schwertes im Master-Modus zu überspringen. Zwar hätte ich sie auch einfach auslassen können, aber ich war neugierig, habe herausgefunden, wie das möglich war, und es dann ausprobiert. Ähnliches gilt für einen spezifischen Krog.
Danach habe ich mich auch mit Speedruns von A Link to the Past beschäftigt. Die schnellste Variante benötigt allerdings mehrere frame-perfect Inputs und ist mir bis heute nicht gelungen. Dafür habe ich neulich Super Mario 64 mit 16 und mit 1 Stern durchgespielt.
Zelda II benutzt in einem any% Run einen bestimmten Glitch, der sowohl pixel-perfect als auch frame-perfect ist.
Konnte ich mein Vorhaben also gleich wieder aufgeben?
Healer Glitch
Trotz allem wollte ich es zumindest einmal ausprobieren. Spontan startete ich die Spezial-Edition mit Angriff, Magie und Leben auf Level 8, weil ich davon ausging, dass ich so am besten Dinge ausprobieren konnte, ohne versehentlich zu sterben. Außerdem hatte ich dadurch bereits alle Zauber freigeschaltet.
Das war im Nachhinein allerdings nachteilig, da mir für meinen Weg ein paar Gegenstände fehlten.
Der Healer Glitch in Zelda II ermöglicht, vereinfacht ausgedrückt, Wrong Warps, also das Betreten eines eigentlich unintendierten Ortes nach Ladezonen. Hier beispielsweise bei Höhlenausgängen.
Eine halbe Stunde habe ich mich erfolglos am Healer Glitch versucht, ehe ich nachgeschaut habe, was ich denn nun eigentlich genau tun soll. (…) Die Stelle, an der ich den Glitch auslösen kann, ist nicht allzu präzise, allerdings stand Link bei mir doch ein wenig zu ungenau vor einer Tür zu einem Heilgebäude.
Anschließend muss ich die Heilerin ansprechen, wenn sie sich an einer präzisen Stelle befindet (wobei unterschiedlicher Input Lag die Stelle beeinflusst). Spreche ich erneut mit ihr, direkt bevor sie das Gebäude betritt, kann ich den Glitch auslösen. Der zweite Punkt ist dabei frame- und pixel-perfect, was bedeutet, dass sie an der richtigen Stelle stehen kann, wenn ich interagiere, dann aber trotzdem den falschen Zeitpunkt erwischen kann.

Auf magische Weise gibt es aber eine einfache Hilfslösung für den zweiten Input. Drücke ich den Knopf, um mit der Heilerin zu sprechen, schnell wiederholt, dann erwische ich meistens den richtigen Zeitpunkt. Und wenn ich Pixel treffe, aber Frame verfehle, lässt sich die Methode wiederholen, da die Heilerin sich nur umdreht und erneut zur Tür geht.
Keine fünf Minuten später hatte ich also den Glitch erfolgreich gestartet. Ein paar Abstecher nach Glitch Town, und Links Abenteuer konnte richtig beginnen.

Wo bin ich hier?
Erst einmal habe ich einfach nur ausprobiert, was passiert, wenn ich verschiedene Orte aufsuche. Bin unvermittelt auf dem Friedhof gelandet, bin in unsichtbare Abgründe gefallen und habe mich über die Rückspulfunktion gefreut. Anschließend habe ich ein Speedrun-Video halb übersprungen und mich vollends verirrt.
Unterwegs habe ich aber schon ein paar amüsante Bildeffekte erlebt. Die Umgebung verändert sich quasi in Echtzeit, gleichzeitig ist aber auch an vielen Stellen nicht mehr sichtbar, wo Link laufen kann und wo nicht. Daher auch die plötzlichen Abgründe.

Als ich dann dem Weg aus dem Video genauer gefolgt bin, ging ich in Höhlen hinein und direkt wieder hinaus, und der Weg vor dem letzten Palast war sehr viel verwirrender als beim glitchlosen Durchspielen.
Im Großen Palast selbst erreichte ich eine unüberwindliche Barriere, weil ich nie gelernt hatte, Steinblöcke vor mir zu zerstören. Vielleicht hätte ich mich vorher ein bisschen mehr damit auseinandersetzen sollen, was in der Spezial-Edition freigeschaltet ist und was nicht …
Also alles nochmal. Aber kein Problem, schließlich kenne ich jetzt ja den Weg.

Nach einer weiteren Irrfahrt erreichte ich erneut den Großen Palast. Den Donnervogel zu überspringen, ist ein wenig chaotischer als gewohnt, weil viele Tiles sehr plötzlich sehr anders aussehen. Immerhin sollte ich trotzdem die richtige Stelle finden, um zu springen und zur Fee zu werden.
Vorbei am Donnervogel, ließ sich der Endkampf nicht überspringen. Also habe ich all mein Können zusammengenommen und … diesmal den Einfachen Trick weitgehend erfolgreich durchgeführt. Kämpfen ist noch immer nicht meine Stärke.
Wäre ich ohne Glitch schneller gewesen? Auf jeden Fall. Aber ich hatte Spaß und habe obendrein einen Trick gelernt, der mir ohne einen Weg-Guide nichts bringt außer Herumspielereien. Und was will man mehr?

Vorausblick
Auf Zelda II: The Adventure of Link folgt The Legend of Zelda: A Link to the Past. Wie es der “Zufall” will, habe ich auch A Link to the Past 2024 mehrfach durchgespielt. Komischerweise hat sich dabei der Abspann länger angefühlt als das Spiel selbst …