Ratchet & Clank: Quest for Booty (Review)

Nachdem Ratchet & Clank am Ende von Tools of Destruction getrennt wurden, mussten Fans der Reihe sich eine ganze Weile gedulden, bis die beiden wieder vereint werden konnten. Auf Tools of Destruction folgte nämlich zunächst ein kürzeres Spiel, das nur in Europa auf Disc erschienen ist, Ratchet & Clank: Quest for Booty. Durch die Trennung des Duos ist allerdings natürlich auch eine neue Gameplay-Dynamik entstanden, da Insomniac sich überlegen musste, wie Ratchet ohne Clank sich spielen sollte. Die erstaunliche Antwort: Quest for Booty verschiebt den Fokus deutlich von den Shooter-Elementen zu den Jump & Run-Elementen des Spiels.

Das Spiel setzt kurz nach Tools of Destruction an und erzählt wie Ratchet versucht, herauszufinden, wo Clank sich befindet, um seinen mechanischen Freund retten zu können. Mit der Unterstützungder Roboter-Piraten aus dem Vorgänger jagt Ratchet in einem etwa zwei- bis dreistündigen Abenteuer den spärlichen Hinweisen hinterher, die er zur Verfügung hat. Durch die Absenz von Clank verliert Ratchet auch einige seiner Bewegungsmöglichkeiten. So kann Ratchet keinen Hochsprung mehr ausführen, keinen Weitsprung mehr ausführen und auch nicht mehr in der Luft nach einem Doppelsprung schweben. Hinzu kommt, dass Ratchet zu Beginn sogar relativ lange unbewaffnet ist und sich nur auf sein eigenes athletisches Geschick verlassen kann.

Da nur Laufen und Springen aber vielleicht doch ein etwas minimalistisches Bewegubgsrepertoire wären, werden die Magnetstiefel deutlich häufiger eingesetzt und zudem auch spielerisch aufgewertet. In den früheren Teilen war Racthet mit den Magnetstiefeln fest an den Boden gebunden, so dass die Magnetwege in aller Regel schlicht dazu dienten, dem Spieler einen Perspektivwechsel zu verpassen, spielerisch aber belanglos waren. Durch die simple Ergänzung, dass man auch auf den Magnetwegen springen kann, wird aus den Magnetstiefeln auf einmal eine bedeutend unterhaltsamere Angelegenheit, denn schon früh im Spiel und über den gesamten Verlauf hinweg immer wieder werden Magnetwege mit allerlei Fallen gespickt, so dass Timing und genaue Sprünge vonnöten sind, um sein Ziel zu erreichen.

Spieler, die Ratchet & Clank vor allem für das große Waffenarsenal und die zughörigen Shoot-Outs mögen, bekommen in Quest for Booty hingegen wenig geboten. Alle Waffen im Spiel sind aus Tools of Destruction recycelt und die Scharmützel im Spiel sind besonders einfallslos. Im Wesentlichen gibt es, abgesehen vom sehr gelungenen Endgegnerkampf, der wohl der beste Einzelkampf der Serie bis hierhin ist, zwei Szenen in denen die Schusswaffen hauptausschlaggebend sind und in beiden Fällen handelt es sich um reine Materialschlachten, in denen der Spieler sich mit einer großen Zahl an Gegnerwellen von immer gleichen, für sich genommen nahezu ungefährlichen Gegnern konfrontiert wird und schlicht im Blick behalten muss, nicht von zu vielen herumirrenden Geschossen getroffen zu werden.

Interessant ist allerdings, dass das Upgrade-System im Vergleich zu Tools of Destruction überarbeitet wurde. Weiterhin gibt es Erfahrungspunkte für die Waffen, so dass diese durch Nutzung insgesamt zwei Mal stärker werden können, doch der zweite Upgrade-Pfad über Raritanium wurde angeschafft und durch versteckte Upgrades ersetzt. Diese sind teilweise hinter kleinen Hüpfaufgaben oder Rätseln versteckt. Wirklich notwendig sind sie aber in Anbetracht der wenigen Shoot-Outs im Spiel nicht.

Das Leveldesign ist insgesamt abwechslungsreicher und kreativer als in den vorherigen Ratchet & Clank-Spielen, kommt allerdings auch mit einem recht nervigen Abschnitt daher. In einem recht umfangreichen Abschnitt des Spiels muss Ratchet sich durch dunkle Höhlen bewegen, die von Lombax-fressenden aber lichtscheuen Monstern bewohnt sind. Dieser Abschnitt ist leider regelmäßig sehr unübersichtlich und die Sprungsequenzen sind in der dunklen Höhle recht fummelig, da man oft nur schwer die Position Ratchets im Raum erkennen kann.

Ratchet & Clank: Quest for Booty ist ein relativ kurzes Ratchet-Spiel, das aber den Jump & Run-Anteil des Reihe gut ausbaut und mit deutlich weniger langweiligen Standard-Designmustern meines Erachtens der bis zu diesem Zeitpunkt beste Teil der Reihe ist. Dass alle Waffen recycelt wurden und das Spiel nur wenige Gelegenheit hat, sich zu entwickeln, sind allerdings dennoch echte Wermutstropfen.

Getestet auf PlayStation 3.