Huch, Ermittler Desmond hat einen Termin in der Behavioral Science Unit (BSU), einer Spezialeinheit des FBI. Da sollen wir herausfinden, ob wir uns für die ganz besondere Ermittlungsarbeit dieser Einheit eignen würden, angeleitet von Lenore, die dabei stellvertretend für die BSU auftritt. Unsere Aufgabe in The Big Hollow? Zu denken wie ein Killer. Na, das kann ja lustig werden.
Willkommen beim FBI!
Und während wir so in ihrem Büro darauf warten, dass sich Lenore blicken lässt, lassen wir den Blick schleifen. Zwei Fotos, angepinnt an eine Wand fallen dabei schnell auf. Zwei Frauen, beide tot. Eine wurde auf dem Straßenboden in Szene gesetzt – die andere sitzt fast schon friedlich auf dem Fahrersitz eines Autos.

Lenore kommt herein. Wir wechseln nur wenige Worte, sie kommt sehr schnell zur Sache und lenkt die Aufmerksamkeit direkt auf die beiden Fotos. Es geht um einen Fall, der bereits gelöst wurde – der aber zeigt, dass vieles erst unter der Oberfläche schlummert. Ob ich denn bereit bin, diesen Fall gedanklich durchzuspielen und auf dem Trockenen selbst aufzuklären. Aber natürlich!
Schnell fallen Gemeinsamkeiten auf. Die Fesselmale an den Armen wirken sehr ähnlich – auch die Würgemale am Hals. Könnte es sich beim Mörder etwa um die gleiche Person handeln, haben wir es mit einem Serienmörder zu tun? Wir überlegen weiter. Stellen Gemeinsamkeiten hervor und beleuchten die Unterschiede. Aber wichtiger als die Unterschiede selbst ist eher der Grund, weshalb diese sich denn überhaupt unterscheiden. Man muss denken wie ein Mörder, sagt Lenore. Ja, vielen Dank auch?
Nach und nach stellt unser Gegenüber Fragen. Könnte der Mörder eines der Opfer gekannt haben? Und wen davon, wieso verrät uns der Tatort das? Nach und nach bietet sie uns mehr Informationen. Fotos von der Wohnung des Opfers, die wir weiter nach Hinweisen durchsuchen, später kommen Zeugenaussagen hinzu. Ungefähr so, wie sich damals Stück für Stück der Fall auch für die tatsächlichen Ermittler geöffnet hat.
Hypothesen unter Beobachtung
Dann stellen wir erste Thesen auf. Die Frau auf dem Fahrersitz, Ida. Hat sie das Auto, in dem sie gefunden wurde, denn gefahren? Aber einfach nur Behauptungen aufstellen bringt uns nicht weiter – natürlich müssen wir alles mit den entsprechenden Beweisen untermauern, die wir vorher anhand von Fotos und Zeugenaussagen gesammelt haben. Lenore gibt uns umgehend Bescheid, wenn wir korrekte Annahmen getroffen haben. Gleichzeitig sorgt sie auch dafür, dass wir nicht zu voreilig sind. Mehrfach war ich gedanklich schon fünf Schritte weiter, während eigentlich gerade einmal die Grundlagen abgeklopft wurden. Und konnte man die ersten korrekten Deduktionen hinter sich bringen, so kamen direkt die nächsten Informationen hinzu – und der Fall wurde Schritt für Schritt immer komplexer.

Überhaupt waren die Ermittlungsaufgaben die meiste Zeit eher recht simpel, die meiste Zeit wurde man regelrecht durch den Fall geführt, kleine Hinweise und Kommentare waren eine große Hilfe dabei die korrekte Idee zu entwickeln. Manchmal fand ich die Lösung auf einzelne Fragen sogar fast schon zu offensichtlich – gleichzeitig hatte ich an ein paar Stellen wiederum überhaupt keine Ahnung. Und eigentlich wollte ich an dieser Stelle davon schreiben, dass hier ein kleines Hilfesystem vielleicht ganz sinnvoll wäre – allerdings habe ich es gewagt kurz noch einmal auf Steam zu sehen und voilà: vor wenigen Stunden wurde ein Patch für The Big Hollow veröffentlicht, bei dem genau so ein Hilfesystem hinzugefügt wurde.
Mit Stützrädern zum Abspann
Die Credits bekommt man schon nach recht kurzer Zeit zu sehen. Etwa drei Stunden benötigt man von direktem Beginn an bis hin zum Abspann. Und klar, auch der Umfang wurde von Anfang an bereits abgesteckt. Trotzdem komme ich nicht darum herum zu denken, dass ein weiterer Fall dem Spiel sehr gut getan hätte, gerade wegen der starken Führung durch den ersten (und einzigen) Fall. Gerade weil Lenore uns selbst gegen Ende noch stark in die richtige Richtung weist, wäre es schön gewesen das ganze auch noch ohne Stützräder zu versuchen. Aber vielleicht bekommen wir ja noch einen weiteren als eigenständigen Titel serviert.
Diese drei Stunden, die ich mit The Big Hollow verbracht habe, die fühlten sich genau richtig an und konnten von Anfang bis Ende unterhalten – ohne dass sich die Zeit gestreckt oder gehetzt anfühlte. Und auch wenn meine Gedankensprünge vielleicht hin und wieder zu weit waren, war es kein Problem noch einmal einen Gang herunterzuschalten und das ganze etwas langsamer aufzurollen – hier wirken die Grundlagen wichtig für das große Ganze und werden auch später noch einmal besonders relevant. Gerade was die Konstruktion des Falles mit vielen kleinen Abhängigkeiten und Details angeht, hat Krams Design eine hervorragende Arbeit geleistet und ich würde gerne mehr davon sehen! Und vielleicht diesmal ohne so viel an die Hand genommen zu werden?

Auf einem Windows Laptop die Spürnase geschärft. Ein herzlicher Dank geht an Krams Design und DANGEN Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters!