„Richtige“ Fun Racer aus der Vogelperspektive gibt es eigentlich gar nicht so viele. Die meisten, wie z.B. Micro Machines, spielen eher mit einer K.O.-Mechanik anstatt einer Wettrennmechanik. SG Racing von Beastflaps bietet jedoch genau das: Richtige Rennen, Fun Racer Elemente, Vogelperspektive.

Niedlich, pixelig, … Buchvorlage?
Gerade erst beim Review schreiben selbst gemerkt: SG Racing basiert auf einem Comedy Buch namens „100 Grumpy Animals“, welches von selbigen Entwicklern des Spiels stammt. Lustig, das macht das Spiel dann wohl auch zu einem Maskottchen-Racer.
Abseits davon bietet SG Racing fünf Fahrer in einer starken und simplen Pixel Optik, auf Karts die im Gameplay eher etwas nach Skateboards aussehen. Die fünf Charakter sind vier Tiere (Gans, Fuchs, Schwein, Hase) und dem Roboter Choppy (stammt wohl aus gleichnamigem Spiel).
Die fünf Fahrer düsen in sechs sehr unterschiedlichen Settings zu je sechs Strecken umher. Diese sehen ebenso charmant aus und sind immer in einem quadratischen flachen Raster gehalten. Leider schweben die Bahnen in der Luft und machen daher bzgl. Hintergrund fast nichts her.
Die Musik und Soundeffekte sind charmant Retro gehalten, doch manche Effekte stechen leider etwas in den Ohren. Ebenso wird die Musik schnell repetitiv, weil die sechs Strecken eines Cups immer von der selben Welt sind.

„Anti-Comeback“ – SG Racing ist simpel, aber kann knifflig werden
Das Gameplay von SG Racing ist sehr simpel gehalten: Man fährt, lenkt und kann ein Item nutzen. Dazu noch ein paar Mechaniken der Strecken, wie Rutschen auf Eis, in Lücken runter fallen und das typische Abbremsen auf Dreck.
Die Items sind nicht zufällig nach dem Einsammeln, sondern direkt auf fixen Positionen der Strecke erkennbar (wobei deren Auswahl durchaus Zufall ist). Es gibt ein verfolgendes Flügel-Ei, eine Spiegelei-Falle, ein Regenbogenfeder-Schutzschild und einen Mario Kart typischen Blitz. Diese passen sich jedoch nicht an die Spieler-Positionen an, sondern bleiben auf den wenigen Feldern, bis ein Fahrer diese einsammelt.
Zuletzt kann man kleine gelbe Edelsteine einsammeln, die mich etwas an das Sonic-Ringsystem erinnert haben. Denn wenn man einen anderen Spieler berührt, gilt dies als Unfall, außer man hat Edelsteine eingesammelt (vor Items schützen sie aber nicht!). Dies führte zu der seltsamen Lage, dass der vorderste Spieler meist viel einfacheres Spiel hatte, als die hinteren Spieler.
Also es ist wirklich schon das Gegenteil von Comeback-Mechaniken, denn der erste Spieler schnappt sich die Edelsteine (die nicht direkt neu spawnen), während hintere Spieler ständig, ohne Schutz, ineinander crashen. Dies, gepaart mit den nicht wirklich vorhanden Item-Comebacks, führte leider zu so einer Situation, bei der ich bei frühem Unfall einfach das Rennen neu startete, da es sich wirklich ein wenig sinnlos anfühlte, das aktive Rennen weiter zu versuchen. Eine Sache die ich eigentlich nie in Rennspielen mache!

Multiplayer und lustige Extra-Modi
In SG Racing gibt es Meisterschaft (Cups), Training (prinzipiell Einzelrennen), Gänsesprung, Zeitfahren, Gänsejagd und Stunt-Gans. Erste drei lassen sich mit bis zu vier Spielern spielen, die anderen drei sind reine Einzelspieler-Modi.
Gänsejagd ist ein kleiner Überlebensmodus, bei dem man vor einer Horde Gänse abhauen muss, für einen Highscore. Bei Stunt-Gans springen wir über eine Reihe von Bussen, ebenso als Highscore. In Gänsesprung springen wir weit runter und derjenige, der zuletzt den Fallschirm öffnet, gewinnt.
Diese Sondermodi sind recht witzig und ich finde immer toll, wenn sowas drin ist, da es aber (abseits Highscores) keine wirklichen Gründe, gibt diese zu spielen, verlor ich hier die Lust schon nach wenigen Versuchen/Minuten.

Fazit – Es bricht mir fast das Herz
Ich würde SG Racing sehr gerne eine bessere Bewertung geben. Es ist sehr charmant und hat technisch gesehen einen soliden Umfang. Doch leider kann ich nicht über dieses „Anti-Comeback“ hinwegsehen. Vor allem, weil es sonst auch nichts besonderes im Gameplay bietet. Leider helfen da auch die drei Minispiele nicht genug aus. Sehr schade, aber ich behalte den Entwickler mal im Auge.

Mag ich
– Charmanter Pixel-Artstyle
– Solider Umfang an Strecken und Modi
– Lustie Minispiele …
Mag ich nicht
– Der 1. Platz hat leichtes Spiel („Anti-Comeback“)
– Innerhalb Cups werden Settings und Musik repetitiv
– … die Minispiele werden leider schnell langweilig
– Nur fünf Charaktere
Vielen Dank an Beastflaps für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf PC/Steam.