Im Zweiten Teil der Reihe Garten Akihabara steht das Veilchen im Vordergrund, in Form eines weiblichen Ninja. Denn Ninja existieren auch in modernen Zeiten. Zumindest in der Visual Novel NinNinDays, die qureate auf Nintendo Switch veröffentlicht hat. Doch können ein Teilzeitarbeitender und ein weiblicher Ninja in Ausbildung gut zusammen leben? Und kann vielleicht mehr daraus werden?
Story
Der Protagonist arbeitet nach dem Schulabschluss weiterhin in seinem Teilzeitjob und lebt alleine. Der Spieler darf ihm einen Namen geben, aber das ist nicht weiter von Belang. Eigentlich ist er im großen und ganzen zufrieden, fühlt sich aber auch etwas unterlegen im Vergleich mit ehemaligen Mitschülern. Doch eine Begegnung mit einer jungen Frau, Sumire, bringt frischen Wind in sein Leben.
Er findet sie kollabiert auf und hilft ihr. Als Dank will sie ihm eine Zeit lang dienen und dabei mit ihm zusammen leben. Das sei ihre Pflicht als Ninja. Der Protagonist ist zwar misstrauisch und überlegt, nimmt ihr Angebot aber an. Schließlich befürchtet er, sie könne sonst noch einem Perversen in die Hände fallen oder so etwas. Und so beginnt das gemeinsame Leben des Protagonisten und Sumire.

Im Spielverlauf erlebt man dann diverse Ausschnitte aus dem Zusammenleben. Sumire ist ein fähiger Ninja und gut gebaut, besitzt aber auch eine gewisse niedliche Unschuld und Naivität. Manchmal ist sie auch ungeschickt und muss vieles über die moderne Welt erst lernen. Sie wurde offenbar nicht besonders vorbereitet auf ihre Mission, die Stadt kennen zu lernen um sich darin unauffällig aufhalten zu können. Oder ist die Unwissenheit etwa Teil des Trainings, um besser mit unbekannten Situationen klarzukommen? Der Protagonist ist aber nachsichtig und geduldig.
Ein paar mal gilt es, Entscheidungen zu treffen. Die direkten Auswirkungen sind dabei jedoch in der Regel nicht besonders groß und betragen nur einige wenige Textzeilen in der jeweiligen Szene. Aber für das Ende sind diese Entscheidungen auch noch wichtig. Bei einem kleinen Teil war mir dabei auch im Nachhinein nicht so recht klar, welche Entscheidung Sumire wohl eher gefällt.

Präsentation
Hauptsächlich gibt es auch in NinNinDays Textfenster vor Hintergründen zu sehen sowie meist Sumire. Andere Personen werden dabei nicht dargestellt. Sumire bewegt sich dabei in der normalen Darstellung leicht, so wird zum Beispiel Atmung angedeutet. Dadurch wirkt sie „lebendiger“ und plastischer als man es von manchen Visual Novels gewohnt sein könnte. Daneben gibt es auch ein paar Vollbildillustrationen, die teilweise im Szenenverlauf kleinere Variationen wie unterschiedliche Gesichtsausdrücke zeigen. Manche der Illustrationen zeigen auch viel Haut oder Höschen.
Es gibt zwar eine japanische Sprachausgabe, aber nur Sumire ist vertont. Der Protagonist hat zwar einen vom Spieler bestimmten Namen, aber Sumire spricht ihn nie mit seinem Namen sondern als ihren Dienstherrn an. Deshalb stellt das dabei kein Problem dar. Dass der Protagonist unvertont ist, ist bei dem Genre nicht ungewöhnlich. Nebencharaktere sind zwar ebenfalls nicht vertont, haben aber auch nur einen sehr geringen Textanteil, weshalb ich ein Auge zudrücken kann.

Blumen und mehr
Sumires Name kann man als Veilchen übersetzen. Die Bedeutung verschiedener Blumen ist außerhalb meines Wissensbereiches, egal ob speziell in Japan oder nicht. Kurzen Nachforschungen zu Folge kann diese Blume für Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und kleines Glück stehen. Lila Veilchen sollen zudem für Treue und Liebe stehen. Das mag nicht alles immer zu 100% passen, aber so genau nehme ich das nicht. Sumires Haarschmuck und die Blumenmuster auf ihrer Kleidung dürften dementsprechend auch Veilchen darstellen, aber meine mangelnden botanischen Kenntnisse können das nicht zu 100% feststellen.
Auf Werbeflächen in einem Hintergrund sind mir zwei Bilder zu anderen Spielen aufgefallen, die qureate auf Nintendo Switch veröffentlicht hat, NekoMiko und Prison Princess. Ersteres spielt, wie ihr euch vielleicht noch erinnert, ebenfalls in Akihabara wie auch NinNinDays. Diese Art der unaufdringlichen Werbung findet sich in diversen ihrer Spiele wieder.

Fazit
NinNinDays ist eine seichte, eher kurze Visual Novel über das unerwartete Zusammenleben eines recht normalen jungen Mannes und einer jungen Frau aus eher fantastischen Umständen. Ich fand die Ausschnitte aus ihrem gemeinsamen Leben durchaus unterhaltsam und bereue keine Minute der wenigen Stunden, die ich mit Sumire verbringen durfte. Ich habe nach dem Durchgang auch gern noch alle anderen Entscheidungen und Enden angesehen.
Sumires japanische Vertonung gefällt mir. Die englische Textübersetzung hat ein paar kleinere Fehler wie Tippfehler und fehlender Worte, ist im großen und ganzen aber nicht problematisch. Wer die Fertigkeit dazu hat, kann übrigens auch auf Japanisch (oder Chinesisch) spielen.
Ich kann zwar keine allgemeine Empfehlung aussprechen, aber wer eine paar Stündchen mit der niedlichen Sumire verbringen möchte und von Haut und Höschen nicht abgeschreckt wird, kann einen Blick riskieren.

Getestet auf Nintendo Switch.