Koffer packe ich selten. Glücklicherweise muss ich für meinen Job allerdings keine Qualifikationen vorweisen. Zwei Hände reichen völlig aus. Darum habe ich eine neue Anstellung im Puzzlespiel Pakinpaks bekommen, in dem es darum geht, Reiseutensilien ordentlich zu verpacken.
Weltreise
Manchmal benötigen Leute ein wenig Hilfe, um alle ihre Reisesachen in ihren Taschen unterzubringen. An dieser Stelle unterstützen Einpackunternehmen wie Pakinpaks, betrieben von Bon Bon, einer Katze mit äußerst entspannter Arbeitsmoral. Mit meinen beiden Händen bin ich ohnehin viel besser geeignet, um Dinge zu greifen und gezielt zu platzieren.
Mit dem Packunternehmen komme ich auch komplett um die Welt und entdecke nicht nur neue Länder (nicht, dass ich beim Arbeiten Zeit hätte, mich umzuschauen), sondern lerne auch neue Leute kennen. Der Ladebildschirm warnt mich davor, dem Fisch nicht zu vertrauen, was mich ein wenig skeptisch macht. Aber arbeiten muss ich trotzdem, wenn mir ein Fisch als Kunde Aufträge gibt, also hoffe ich einfach, dass an der Warnung nichts dran ist …
Pakinpaks verpackt das Puzzlespiel in eine amüsante kleine Story mit farbenfrohen Charakteren. An jedem der besuchten Orte treffe ich andere besondere Kundschaft, die thematisch zum Ort passt und zudem spielerische Eigenheiten in die Level einbringt.
Die Bildschirmtexte sind manchmal nicht ganz sauber, beispielsweise werden Icons in Textblasen nicht richtig angezeigt und einzelne deutsche Textbausteine funktionieren nicht in jeder Zusammensetzung. Aber solange die Eigenschaft Texte nicht die einzupackenden Dingen beeinflusst, funktioniert die Übersetzung zweckmäßig.

Rucksäcke packen
Das Puzzlespiel ähnelt ein wenig dem Inventarsystem in Resident Evil. Wenn auch mit weniger Kräutern und Munition. Rucksäcke, Koffer und andere Behältnisse bestehen im Inneren aus Kacheln, in die ich die Reiseobjekte einordne. Dabei muss ich nicht nur alles unterbringen, sondern darf auch keinen leeren Platz lassen.
Da es sehr simpel wäre, einfach nur Objekte mit unterschiedlicher Form einzuordnen, verfügen viele von ihnen über unterschiedliche Eigenschaften. Heiße Objekte dürfen nicht neben kalten platziert werden, Metall und Elektronik vertragen sich nicht. Teleskope lassen sich ausgezogen oder kompakt zusammengeschoben verstauen, wodurch sich die Anzahl an belegten Kacheln ändert. Später kommen auch Objekte hinzu, welche die Eigenschaften angrenzender Objekte beeinflussen.
Auch die Taschen selbst weisen nicht nur unterschiedliche Formen auf (wenn auch meist rechteckige), sondern können mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet sein. Kühltaschen etwa. Oder der Wüstensand verfängt sich in den Ritzen und macht damit einige Kacheln sandig, was sich nicht mit wertvollen Schätzen verträgt.
Jeder Ort in Pakinpaks bringt dabei neue Eigenschaften ein, die schwieriger handzuhaben sind als die letzte. Sollte sich ein Rätsel als besonders knifflig herausstellen, verfüge ich über eine begrenzte Zahl von Hinweisen. Dabei kann ich ein Objekt an der richtigen Stelle in der Tasche platzieren lassen, wenn ich die Tasche ansonsten nicht richtig einpacken kann. Allerdings gibt es auch zwei Gimmicks, bei denen das Platzieren dazu führt, dass diese Gimmicks nicht mehr wie vorgesehen funktionieren. Dadurch werden die betroffenen Level mitunter durch einen einzelnen Hinweis sehr deutlich vereinfacht.

Habe ich drei Wünsche frei?
Zumeist hat die Kundschaft auch weiterführende Wünsche und möchte nicht nur, dass der frische Kaffeebecher nicht neben der Packung Eis liegt. In der Regel handelt es sich dabei um drei zusätzliche Aufgaben, die nicht alle erfüllt werden müssen, aber neue Anpassungsmöglichkeiten für Bon Bon freischalten.
Viele dieser Wünsche erschweren das Packen deutlich. Zwar bietet es sich zumeist an, heiße Gegenstände oder dergleichen nebeneinander zu verpacken. Thematisch ähnliche Objekte mit unterschiedlichen Eigenschaften dagegen verlangen nach etwas mehr Feingefühl, wenn ich sie nach Kundenwunsch nicht nach ihren Eigenschaften, sondern nach ihrem Thema sortiere. Schließlich dürfen unverträgliche Objekte auch dann nicht nebeneinander liegen.
Meistens ist es mir gelungen, alle drei Kundenwünsche zu erfüllen, aber in einzelnen Levels hatte ich schon Mühe, Objekte allein aufgrund ihrer Eigenschaften und Formen richtig einzuräumen. Für einen erfüllten Wunsch reicht es zwar noch, aber manchmal hatte ich wirklich keine Idee, wie ich mehr Wünsche hätte erfüllen können. Wie gut, dass ich sie zum Durchspielen nicht alle erfüllen musste!

Endlosmodus
Neben der Stroy-Kampagne bietet Pakinpak auch drei verschiedene endlose Modi mit Highscores. Allerdings konnte ich nur zwei davon weit genug spielen, um Punkte zu erhalten. Zudem kann ich hier keine Hinweise nutzen
Im Zen-Modus packe ich zwanglos Taschen ohne besondere Einschränkungen. Im Klug-Modus ist die Anzahl erlaubter Züge begrenzt, weshalb die Platzierung gut überlegt sein will. Jedes Level schaltet dabei weitere Züge frei.
Der Zeitmodus hat bei mir leider nicht funktioniert. Zwar konnte ich eine Tasche komplett packen, was den tickenden Timer pausiert, aber das war es auch schon. Das Level galt nicht als beendet und wenn ich ein Objekt erneut aufgehoben habe, lief der Timer wieder. Das Problem ließ sich auch nicht durch einen Neustart des Modus beheben.
Fazit
Das Puzzlespiel Pakinpak bietet variantenreiches Vollpacken von Taschen mit einer skurrilen Geschichte. Die verschiedenen Eigenschaften von Objekten und Kacheln in den Taschen sorgen für komplexer werdende Rätsel und die Kundenwünsche bieten eine zusätzliche Herausforderung. Die Endlosmodi bieten weitere Herausforderungen, auch wenn ein Teil davon bei mir noch nicht funktioniert hat. Damit lohnt sich ein Blick auf das Puzzle-Inventarmanagement. Der Arbeitgeber mag ein wenig faul wirken, aber die Arbeit macht Spaß.

Herzlichen Dank an Catropic Games für die Bereitstellung des Testmusters. Gepackt auf PC via Steam.